Hallo Chef

Würde ich Heute bei einem Bewerbungsgespräch vor Ihnen stehen wäre ich wohl, alleine aufgrund der Lebenssituation, der denkbar schlechteste Kandidat.

In meiner Vita würden zwar Schlagworte stehen wie:

  • Hi-Tech Supply Chain
  • Supply Chain Security
  • Supply Chain Operations
  • Supply Chain
  • Customer Service
  • Carrier Relationship
  • Process Improvement
  • International Logistics
  • Freight Claims
  • Project Implementation
  • Transportation Planning
  • social skills
  • Berufserfahrung
  • Authentizität
  • Überzeugung

aber zum Glück auch

  • in ungekündigter Stellung

Zum Glück? Wieso zum Glück?

Zwei Stichworte: Alleinerziehend und Behindertes Kind
Auf dem Papier wohl die denkbar schlechteste Kombination aus HR-Sicht.
Man bedenke die vielen Fehlzeiten, die fehlende Flexibilität, die Gebundenheit.
Ich nicke Ihnen sogar zustimmend zu und dennoch habe ich einen Arbeitgeber der mir vertraut, für den ich wirtschaftlich arbeite und mit dem ich schon einige Projekte zum Erfolg und ins laufen gebracht habe.
Natürlich nur aufgrund der Tatsache dass ich ebenso mit seiner Unterstützung rechnen kann.

Ich arbeite für einen Konzern mit ca. 63.000 Mitarbeiter und ich stehe meinem Arbeitgeber loyal und tief verbunden Gegenüber.

Wie er das geschafft hat?

Vertrauen! Vertrauen und die Chance mir weiterhin die Möglichkeit zu geben mich zu beweisen.
Auch in anbetracht der Umstände die sich während meiner Betriebszugehörigkeit geändert haben.

Der Tag der Wahrheit
Quasi über Nacht wurde ich zu einem alleinerziehenden Vater.
Ich stand vor einer wahnsinnig schwierigen Entscheidung und musste mich meinem HR-Verantwortlichen offenbaren.
Und ich war überrascht von der Herzlichkeit und es wurden Wege und Möglichkeiten aufgetan um mich in meiner Position zu halten.
Ich wurde unterstützt! Und es funktioniert!
Vor ein paar Tagen noch hatte ich einen Artikel verfasst in dem ich mir nicht mehr so ganz sicher war.
In der Zwischenzeit hat sich einiges getan.

Wir wurden auf eine Veranstaltung eingeladen die unter einer Überschrift stand die keinem von uns etwas sagte.
Ich dachte: “Ach, wieder so eine Schlagwort-Veranstaltung des mittleren Managements”
Schlagwort-Veranstaltungen werden i.d.R. bei Führungswechseln innerhalb der Abteilung, der Niederlassung oder sonstigem veranstaltet.
Da steht dann jemand der eine Deutsch-Englische Wortkreation als Schlagwort verwendet, sich in Kürzel verheddert und über Profit, Margen und den unabdingbaren Zusammenhalt und Motivation spricht.
Ein Versuch Optimismus unter die Mitarbeiter zu streuen und nicht verheimlicht dass die Zahlen zwar ganz gut aussehen aber hier und da doch ein Loss erwirtschaftet wurde und dass man doch durch sehr schwere Zeiten geht.

- Sie kennen das -

Athenzität
Diese Veranstaltung war jedoch anders und traf mich völlig überrascht.
Unser Geschäftsführer sprach und ebenso meldeten sich Personen aus dem oberen Führunszirkel zu Wort.
Sie sprachen über Menschlichkeit, Wertschätzung, Authenzität, Stärken und Werte.
Er richtete seine Worte auch an die Führungskräfte.
Keine Rede über Profit, Keine Rede über Wirtschaftliche Aspekte. Eine Rede über Menschen.
Ich war und bin bis heute beeindruckt und überrascht.
Ein Satz der mir Sinngemaß im Gedächtnis blieb war: “Wir haben viel zu lange nur in Zahlen gedacht, waren zahlengetrieben, haben nur auf den Profit geschaut und dabei den Menschen und unsere Mitarbeiter vergessen!”

Ich bin Baff! Er war authentisch!

Kann ein Konzern sich das in der heutigen Zeit leisten?

Meine Meinung?
Ja und ein Konzern bzw eine Firma hätte sich das seit je her leisten können.

Warum?
Eine Firma wird durch engagierte und motivierte Mitarbeiter erfolgreich. Nicht durch getriebene Mitarbeiter.
Getriebene und demotivierte Mitarbeiter kassieren Ihr Gehalt und sitzen Ihren 9 to 5 Job ab.
Eigeninitiative? Fehlanzeige!
Gebt mir meine Arbeitsplatzbeschreibung und ich erledige das was zu tun ist, nach mir die Sintflut.
Ihr wollt etwas von mir? Schreibt mir eine Anweisung und ich überlege ob das in mein Aufgabengebiet fällt.

Motivierte Mitarbeiter bringen Ideen ein, wollen produktiv sein und sind ebenfalls am Erfolg des Unternehmens interessiert.

Wir sind uns alle bewußt dass wir nicht in einem gemeinnützigen Verein arbeiten und Gewinn erwirtschaftet werden muss.
Die Frage ist nur, wie sehr ich mich als einzelner Mitarbeiter dafür engagiere.

Findet ein Umdenken statt?
In unserem Unternehmen wurde im letzten Jahr ein Programm ins Leben gerufen das Mitarbeiter in verschiedenen Themen unterstützen soll.
Angeboten werden Beratungen in Sachen Kinderbetreuung (von Notfallbetreuung bis zur Regelbetreuung), Pflege von Familienangehörigen, psychische Belastungen sowie über gesundheitsfördernde und familienfreundliche Maßnahmen.
Na klar, das ist ein Konzern der kann das finanziell locker stemmen!
-Falsch-
Es gibt Kooperationsmöglichkeiten mit diversen Organisationen.
Der Tagespresse entnimmt man dass Firmen die Netzwerke, eMails und Telefone ab einer bestimmten Uhrzeit und/oder am Wochenende abschalten damit die Mitarbeiter zur Ruhe kommen.
Wiederum andere Firmen betreiben Jobsharing.
Es gibt flexible Arbeitszeitmodelle, Modelle in denen Ortsungebunden gearbeitet werden kann (Beispiel Homeoffice), Modelle in denen eine Präsenzzeit vereinbart wird.
Betriebskindergärten werden eingerichtet und Kooperationen zu Kindertagesstätten werden geknüpft.

Geschieht das alles ohne Grund?

Letzte Woche, mit der Veranstaltung unseres Geschäftsführers begann für mich ein neuer Zeitabschnitt.
Seither sehe ich mich um und überlege ob Firmen und Konzerne tatsächlich erkannt haben dass Sie in Ihren Mitarbeitern nicht länger nur Zahlenwerk sondern tatsächlich Menschen sehen.
Menschen mit Bedürfnissen, Menschen mit Familien und Menschen mit Zielen.

Diese Menschen sind im Stande Großes zu leisten.
Dieses nicht ausgeschöpfte Potenzial kann man nicht brach liegen lassen.
Füher hieß es, geht es der Firma gut, geht es dem Mitarbeiter gut – aber beruht das nicht auch auf Gegenseitigkeit?
Mit hohen Bonis und Prämien können frisch gebackene BWL-Absolventen angelockt werden aber mehr und mehr Menschen denken auch an Familie, Familienplanung, Freizeit und zwischenmenschliche Beziehungen.
Mit dem heutigen stand der Technik und Möglichkeiten sind Firmen und Konzerne in der Lage den Arbeitsplatz nicht mehr zwingend an einen fixen Platz zu beschränken.

Dieses Bewusstsein wird von mehr und mehr Firmen wahr genommen!
Und sie entscheiden sich neue Wege zu gehen. Mit Ihren Angestellten und für ihre, auch künftigen, Angestellten.

Sicherlich wird es im ersten Moment nicht der schnelle und kurzfristige Gewinn erzielt den man sich als Target gesetzt hat.
Langfristig wird sich der Invest in den Mitarbeiter und den Mut auszahlen.

Je mehr der Mitarbeiter ins Boot geholt und am geschehen beteiligt wird, desto mehr Motivation geht von Ihm aus.
Je mehr dem Mitarbeiter ver- und zugetraut wird, desto mehr Eigeninitiative wird er ergreifen.
Das alles führt zu einem immensen Motivationsschub.
Es wird, wie in jedem Bereich, Ausnahmen geben aber der Großteil wird dies zu schätzen wissen und in seiner loyalität gegenüber des Arbeitgebers gefestigter.

Ach übrigens, sollte ich tatsächlich einmal aufgrund einer Erkrankung meines Kindes Zuhause bleiben müssen, schlage ich den Laptop auf und arbeite von Zuhause!

Ist die nächste Bewerbung eines alleinerziehenden Elternteils oder eine Elternteils mit einem behinderten Kind tatsächlich ein Grund diesen nicht in Ihre Reihen aufzunehmen?


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