Green Wave: “Die grüne Bewegung ist nicht tot”

Quelle: WDR / © Dreamer Joint Venture
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Stuttgarter Zeitung: Gespräch Der Regisseur Ali Samadi Ahadi hat in Stuttgart seinen Iranfilm “The Green Wave” vorgestellt.
Von Simone Käser

Nicht alle Aussagen fanden Zustimmung im Publikum, aber in einem waren sich Podium und Besucher am Mittwochabend im Stuttgarter Kino Delphi einig: Der Film “The Green Wave” (siehe StZ vom Donnerstag) gehört in öffentliche Bibliotheken und muss Teil des Geschichtsunterrichts werden. Die Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Delphi-Kinos mit dem Titel “Iran: Was wurde aus dem grünen Aufstand?” – an die Filmpremiere schloss sich eine Diskussion an – war gut besucht.

Auch wenn er über die positive Resonanz sichtlich erfreut war, sagte Ali Samadi Ahadi, er wünschte, er hätte den Film nie machen müssen. “Wenn, dann hätten die iranischen Filmemacher die Erlaubnis zum Drehen haben müssen. Aber sie durften nicht, weil der Iran ein Gefängnis ist”, sagte der deutsch-iranische Regisseur. Die momentanen Umwälzungen in der arabischen Welt kamen für Ali Samadi Ahadi nicht überraschend. “Ich habe nie daran gezweifelt, dass die Proteste im Iran 2009 nur der Auftakt für eine regelrechte Welle sein würden.” Nur dass es so schnell gehen würde, damit habe er nicht gerechnet, sagte der Regisseur.

Er war in Begleitung des iranischen Exilpolitikers Mehran Barati, der iranischen Journalistin Negin Behkam und der Grünen-Politikern Claudia Roth gekommen. Während Mehran Barati moderierte, schilderte Negin Behkam mit ruhiger Stimme in ihrer Muttersprache ihre Eindrücke von den Straßen Teherans. “Die jungen Menschen, die da für Mir Hossein Mussawi und gegen Mahmud Ahmadinedschad auf die Straßen gingen, wollten keine Revolution. Es ging ihnen um Reformen, um Zukunft und um ihre Menschenrechten”, sagte Negin Behkam.

Dass gerade der letzte Punkt in der deutschen Politik eine zu kleine Rolle spiele, leugnete Claudia Roth nicht. Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen hat Ali Samadi Ahadi seit seiner ersten Dokumentation begleitet. Einige Monate nach der Zerschlagung der grünen Bewegung war sie im Iran. “Hast du dich nach unseren Vermissten erkundigt?”, fragte prompt der Moderator des Abends. Das habe sie mehrfach getan, “und ich werde nicht aufhören, es immer wieder zu tun und auch immer wieder in den Iran zu reisen, bis ich Antworten habe”, sagte Claudia Roth.

So leicht ließ sich das interessierte Publikum, darunter zahlreiche Iraner, allerdings nicht abspeisen: Flugs wurde die prominente Politikerin mit vielen Fragen bestürmt und musste beispielsweise zu den wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den arabischen Ländern Antworten geben. Roth nutzte die Gelegenheit, um ein wenig Wahlkampf zu betreiben. “Wirtschaftsbeziehungen dürfen nicht über Menschenrechte gesetzt werden, da sind Fehler gemacht worden. Aber wir würden im Gegensatz zu Frau Merkel nie sagen, dass wir keine Flüchtlinge aufnehmen.”

Ali Samadi Ahadi seinerseits kritisierte Außenminister Westerwelle für seinen Händedruck mit Präsident Ahmadinedschad nach der Freilassung der beiden deutschen Reporter: “Er hätte wenigstens so viel Rückgrat haben müssen zu sagen, dass er das nur gemacht hat, um die Reporter zu befreien.” Zudem sei das Verhalten der Journalisten der “Bild am Sonntag” verantwortungslos gewesen, sagte er, bevor er – einer Kampfansage gleich – betonte, dass die grüne Bewegung nicht tot sei. “Der Iran ist ein Gefängnis, das mit Gewalt regiert wird, aber das Land wird seinen Weg machen, mit oder ohne westliche Hilfe.”


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