Gehörschutz Hund

Hunde haben ein sehr sensibles Gehör. Sie können Geräusche wahrnehmen, die uns Menschen verborgen bleiben.

Diese enorme Fähigkeit sorgt jedoch häufig für Probleme. Denn laute Umgebungen werden von Ihrem Hund als unerträglich laut wahrgenommen.

Für Situationen mit einem besonders hohen Geräuschpegel gibt es spezielle Hundegehörschutz Systeme. Wir haben uns angesehen, wann ein Gehörschutz für Hunde sinnvoll ist.

Lärmbelastung kann schwere Folgen haben

Bereits kurze, laute Geräusche können schwere Folgen haben. Gerade bei sehr sensiblen Hunden. Zum Beispiel kann Ihr Hund erschrecken oder gar in Panik verfallen.

Werden derartige Situationen zur Regel, kann das die Lebensqualität Ihres Hunds mindern. Viele Hunde versuchen sogar zu flüchten.

Außerdem schädigt Lärm das Hundegehör dauerhaft. Eine einmal abgestorbene Sinneszelle im Hundeohr wird sich nie wieder erholen.

Ohrenschützer in Kopfhörer Form

Deshalb kommt der Gehörschutz für Hunde ins Spiel. Dieser Kapselgehörschutz ähnelt im Prinzip jenen Modellen für uns Menschen.

Zu den bekanntesten Marken gehören Mutt Muffs und Safe Dogs Ears.

Optisch erinnert der Gehörschutz an ganz normale On-Ear-Kopfhörer. Damit sind Kopfhörer gemeint, die auf die Ohren gesetzt werden.

Sie setzen Ihrem Hund die Kopfhörer einfach auf. Und sofort soll der hohe Geräuschpegel gedämmt werden. Soweit die Theorie. Ob das wirklich stimmt, besprechen wir weiter unten.

Hundeohren an Lärmschutz gewöhnen

Damit das wie gewünscht funktioniert, müssen Sie mit Ihrem Hund üben. Er wird es sich nicht einfach gefallen lassen, etwas auf seinen Ohren zu tragen. Beginnen Sie daher langsam.

Lassen Sie Ihren Hund schnüffeln. Er soll die Hundegehörschützer begutachten. Belohnen Sie ihn immer wieder.

Versuchen Sie anschließend, Ihrem Fellfreund den Schutz langsam aufzusetzen. Wehrt er sich? Dann warten Sie ab. Lässt er es sich gefallen? Dann belohnen Sie ihn.

Nehmen Sie dann den Gehörschutz wieder herunter. Wiederholen Sie diesen Vorgang immer wieder. Verlängern Sie dabei die Zeit, während Ihr Hund den Gehörschutz trägt.

Und vergessen Sie niemals, ihn zu belohnen. Hier ist viel Geduld notwendig.

Haben Sie einen Angsthund, der negativ auf spezielle Geräusche reagiert? So müssen Sie dennoch an der Situation arbeiten. Das Tragen des Gehörschutzes wird vermutlich nicht ausreichen.

Hat sich Ihr Hund an die neuen Ohrenschützer gewöhnt? Dann können Sie diese in speziellen Situationen mit viel Lärm verwenden. Laute Geräusche klingen lediglich gedämpft. Dennoch wird Ihr Hund den Ton hören.

Denken Sie bitte immer daran. Ein Gehörschutz dämpft die Lautstärke der Umgebungsgeräusche höchstens ab. In der Akustik wird dies als Dämpfung bezeichnet und in Dezibel (dB) gemessen.

Hunde haben ein sehr sensibles Gehör

Das Gehör Ihres Vierbeiners ist außergewöhnlich. Hunde können Frequenzen zwischen 15 und 50.000 Hertz wahrnehmen. Besonders die hohen Töne sind für sie deutlich besser hörbar.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Hundepfeife oder Geräte gegen Marder. Beide Geräte arbeiten mit Tönen im Ultraschallbereich. Der Großteil der Menschen hört keines von beidem. Ihr Hund allerdings sehr wohl.

Zusätzlich können Hunde ihre Ohrmuscheln unabhängig voneinander bewegen. Damit können sie die Quelle der Geräusche orten. Hunde mit Stehohren sind dabei klar im Vorteil.

Selektive Wahrnehmung von Geräuschen

Außerdem können Hunde die Art der Geräusche in der Wahrnehmung filtern. Er hört einen bestimmten Laut. Alles andere blendet er komplett aus.

Sie können also Musik hören, während Ihr Hund dabei völlig ruhig schläft. Öffnen Sie jedoch eine Packung seiner Lieblingsleckereien, wird er sofort munter sein.

Somit wird es verständlich, dass Hunde viel sensibler auf die Lärmbelastung reagieren als der Mensch. Feuerwerk, Schüsse oder sehr laute Musik können Ihren Hund daher entsprechend irritieren.

Wann sollten Sie einen Gehörschutz einsetzen?

Ein Gehörschutz ist nur dann wirklich empfehlenswert, wenn Ihr Hund gelassen auf Geräusche reagiert. Also wenn Sie vor allem das Gehör schützen wollen. Das ist etwa bei Jägern der Fall, wie auch bei Polizeihunden.

Hier sind die Hunde daran gewöhnt, den extrem lauten Knall der Schüsse zu hören. Ein Gewehr kann durchaus einen Schalldruckpegel von über 160 dB erreichen.

Die menschliche Schmerzschwelle liegt bei 134 dB. Und ab 120 dB können selbst kurze Impulse zu Gehörschäden beim Menschen führen.

Das gleiche würde gelten, wenn Sie sich mehr als 8 Stunden an eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße stellen. Dort müssten Ihre Ohren und die Ihres Hundes den Verkehrslärm mit ungefähr 90 dB Schalldruckpegel ertragen. Auch das kann zu Gehörschäden führen.

Auf Dauer können weitaus niedrigere Schallpegel für das empfindliche Gehör schädlich sein. Hier kann ein Gehörschutz kann helfen.

Der Gehörschutz muss passen

Es gibt mittlerweile mehrere Modelle im Handel. Achten Sie auf die Passgenauigkeit. Der Gehörschutz muss gut bei Ihrem Hund aufliegen. Sonst macht er keinen Sinn.

Einerseits muss der Gehörschutz fest an Kopf anliegen. Das System darf aber nicht drücken. Zudem muss er eine ausreichend hohe Dämpfung haben. Der Lärm von außen muss also deutlich in der Lautstärke reduziert werden.

Und das ist auch der Knackpunkt bei Gehörschutzsystemen. Die Wirksamkeit lässt sich nur theoretisch bestimmen. Für den Gehörschutz beim Menschen reichen diese Aussagen jedoch nicht aus. Insbesondere im Arbeitsschutz werden daher Messungen durchgeführt, um die Wirksamkeit auf das Dezibel genau zu bestimmen.

Beim Hunde Gehörschutz konnten wir dagegen von keinem Hersteller verlässliche Angaben zur Dämpfung finden. Weder für Mutt Muffs, noch für Safe Dogs Ears sind Testergebnisse mit den Schalldämmwerten in SNR oder HML veröffentlicht.

Die Herstellerfirma Safe and Sound Pets LLC weist lediglich für das verwendete Material eine errechnete Dämpfung von 25 dB bis 28 dB aus. Wobei diese Dämpfung für das menschliche Hörvermögen gilt. Sie erinnern sich sicherlich, dass Hunde eine mehr als doppelt so großes Frequenzspektrum hören können.

Ohrenschutz oder Gehörschutz?

Für meine Tochter habe ich den Kapselgehörschutz 3M Peltor für Kinder gekauft. Diese Ausführung wirbt mit einer Dämpfung von 27 dB (SNR). Und dem Hersteller vertraue ich an der Stelle, weil jeder die berühmten Mickey Mouse Gehörschützer von Bauarbeitern kennt.

Die Profi-Variante 3M Peltor Optime dämpft laute Geräusche sogar um 35 dB ab. Der Unterschied von 7 dB mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Dennoch ist der Effekt immens. Denn db = Dezibel ist ein sogenanntes logarithmisches Maß. Das heißt, ein Unterschied von 6 dB nehmen wir als Verdopplung der Lautstärke wahr.

Womit wir wieder beim Hundekopf sind. Denn es gibt noch eine weitere Möglichkeit, außer den Kopfhörer Modellen. Ein Gehörschutz, der in einen Schlauch eingearbeitet ist. Diesen ziehen Sie Ihrem Hund über den Kopf.

Welcher Gehörschutz für Ihren Vierbeiner ideal ist, müssen Sie testen. Und ob Ihr Hund es sich überhaupt gefallen lässt, ein Schutz für seine Ohren zu tragen.

Kann ich Gehörschutz für Hunde selber machen?

Sofern Sie keine Hörgeräte-Akustikerin oder Tiermedizinerin sind, sollten Sie niemals Gegenstände in den Gehörgang Ihres Hundes einführen.

Bitte verwenden Sie keine Ohrstöpsel wie Ohropax bei Ihrem Haustier. Damit verletzen Sie die empfindlichen Hundeohren und gefährden die Hörfähigkeit Ihres Hundes.

Wann ist ein Gehörschutz sinnvoll?

Grundsätzlich ist ein Gehörschutz für Ihren Hund eine gute Idee. Er kann Ihrem Liebling helfen, die Ohren zu schonen und vor lauten Geräuschen zu schützen.

Sofern die Systeme funktionieren. Daran habe ich leider meine Zweifel. Denn ich selbst benutze einen angepassten Gehörschutz, um meinen Gehörsinn zu schützen. Deshalb kenne ich die Prozedur, um Ohrstöpsel an den Gehörgang anzupassen.

Für Hunde gibt es solche Systeme der angepassten Stöpsel noch nicht. Allerdings macht mich hellhörig, warum noch kein Labor die Wirksamkeit der Mutt Muffs nachgemessen hat. Ist es wirklich so schwer eine Testreihe für 50 Kilohertz durchzuführen?

Geht es Ihnen vorwiegend um das Thema Angst an Silvester? Dann sollten Sie daran denken, dass selbst der beste Gehörschutz kein Wundermittel ist. Ist Ihr Hund sehr panisch, empfiehlt sich ein Anti-Angst-Training.

Zusätzlich können Sie den Gehörschutz verwenden. Denken Sie daran, ihn rechtzeitig zu kaufen. Denn Sie müssen Ihren Pfotenfreund erst daran gewöhnen. Je nach Hund kann dies mehrere Wochen dauern.

Ist Ihr Tier sehr ängstlich? Dann ist ein Gehörschutz mit großer Sicherheit nicht die Lösung des Problems. Sie müssen in jedem Fall intensiv mit Ihrem Hund an seinen Ängsten arbeiten. Der Gehörschutz wird hier lediglich hilfreich sein.

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