Fünfter Montag im März mit „Faust“

Digitale Ausstellung »Du bist Faust«

Ein wolkenverhangener Morgen, die Füße der winzigen Osterglocken stehen in einer hauchdünnen Decke aus Schnee. Die Magnolie hält ihre Knospen fest geschlossen, als wüsste sie um die Widrigkeiten des nordischen Wetters. Wieso ist es schon 9.00 Uhr? Zeitumstellung.

Gestern statteten wir, auf Grund von Annas Bitte, dem Thalia Theater einen Besuch ab. Früher in der Hamburger Zeit, strich ich manchmal sehnsüchtig um das Theater herum. Es passte nicht in den Zeitplan, „Vor dem Fest“ hin oder her.

Heute wird Faust 1 gespielt. Anna meint man könne die Zeit nutzen, in der Oberstufe käme es so sicher dran wie das Amen in der Kirche.

Wir erläutern kurz worum es geht, der Vorhang öffnet sich. Julius hat Burger für die ganze Familie gemacht. Schnell gesprochen, man kommt nur schlecht hinterher, es ist zu weit vom Original entfernt, er eignet sich nicht als Faust for Beginners. Das Theaterstück wird 24 stunden online sein, das reicht um Gründgens vorzuziehen und anschließend Teile dieser Thalia Aufführung zu sehen (Faust als ausgebrannter Lehrer ist schon eine witzige Idee).

Also jetzt Gründgens.

Sehen sie einmal eine grandiose Aufführung aus den sechzigern, unterbrochen mit Werbung aus den 2020zigern in Zeiten von Corona. Ein surrealer Mix. Später als die Teenies schon im Bett sind suche ich im Netz nach „Faust für die Jugend“ und finde diese virtuelle Ausstellung. Ich bin völlig aus dem Häuschen. Ich war noch lange unterwegs.

Heute früh ist im Mailbriefkasten eine Einladung zum Poemexchange.

Die kreativen Ideen die überall jetzt zu finden sind, sind die positive Seite des Stubenarrests. Ich werde vermutlich Roberto Juarroz verschicken.

Angela Merkel bittet um Geduld, ich finde das logisch, stecke aber nur zu einem Teil in der Haut derer die ihr Leben als Selbstständige bestreiten. P. aus Bayern sagt, bei ihr ginge es ganz klar um die Existenz. Sie hat eine kleine Werkstatt für Glas und Keramik.

Ich werde jetzt zur Arbeit fahren. Hinaus in das nordische Mistwetter. Und wenn ich nach Hause komme, werde ich mit Ubu und Keks durch das nordische Wetter laufen und genießen, dass die Flaniermeile wieder begehbar ist. Ich werde die aufnahmen aus dem Vogelhäuschen auswerten. Gestern waren neben Kohl und Blaumeisen, Sperlingen und Rotkehlchen auch Amsel und Drossel zu Gast.

Noch später werde ich Maja Lunde lesen, ein wenig, dann modern family schauen, Faust und den Teenies die Ausstellung zu zeigen. So wird der Tag oder vielleicht wird er auch ganz anders. Wer weiß das schon?


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