Forschungszentrum Jülich vermisst 2285 Brennelementekugeln

Eine kleine Anfrage des Abgeordneten Hans Christian Markert GRÜNE bringt abermals Schlamperei ans Tageslicht.
Er wollte wissen:
Unstimmige Zahlenangaben des Forschungszentrums Jülich GmbH (FZJ) - Lässiges Aufrunden oder Fehlinformationen von Bevölkerung und Politik?
...
Exakt wie viele der in Frage stehenden Brennelementekugeln wurden während des Betriebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gasgekühlten Hochtemperaturreaktoren im FZJ insgesamt eingesetzt?
Wo befinden sich die insgesamt während des Betriebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gasgekühlten Hochtemperaturreaktoren im FZJ eingesetz-ten und noch intakten Brennelementekugeln derzeit?
Wie viele der in Frage stehenden Brennelementekugeln kamen während des Betriebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gasgekühlten Hochtemperaturreaktoren im FZJ insgesamt zu Bruch bzw. stecken noch im Reaktorbehälter? 4. Wie sind die unstimmigen Zahlenangaben des FZJ in dessen öffentlichen Verlautbarungen zu erklären?

Drucksache 15/1429
Hier die Antwort:
Exakt wie viele der in Frage stehenden Brennelementkugeln wurden während des Betriebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gas-gekühlten Hochtemperaturreaktoren im FZJ insgesamt eingesetzt?
Im AVR wurden 290.705 Brennelementkugeln während des Reaktorbetriebs eingesetzt
Wo befinden sich die insgesamt während des Betriebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gasgekühlten Hochtemperaturreaktoren im FZJ eingesetzten und noch intakten Brennelementkugeln derzeit?
In Verbindung mit Frage 3: 3. Wie viele der in Frage stehenden Brennelementkugeln kamen während des Be-triebs des AVR von 1967 bis 1988 und innerhalb der Forschungen an gasgekühl-ten Hochtemperaturreaktoren im FZJ insgesamt zu Bruch bzw. stecken noch im Reaktorbehälter?
288.161 Brennelementkugeln lagern in 152 CASTOR-THTR / AVR-Behältern im AVR-Behälterlager des Forschungszentrums Jülich. Zu der Differenz zu den ursprünglichen 290.705 Brennelementkugeln kann derzeit gesagt werden. dass
max. 197 Brennelementkugeln (z.T. auch als Bruch) nach einer Videoinspektion des Cores im Reaktor verblieben sind, . 62 Brennelementkugeln befinden sich in den heißen Zellen des FZJ, . über die dann noch verbleibenden 2285 Brennelementkugeln können von hier aus mit der gebotenen Zuverlässigkeit in dem vorgegebenen Zeitrahmen keine abschließenden Aussagen getroffen werden.

Die ersten Experimente an den Brennelementkugeln sind bereits Anfang der 70-er Jahre, also vor 40 Jahren, durchgeführt worden. Das erschwert eine entsprechende Recherche. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass - wie bekannt - große Teile dieser Brennelementkugeln z.B. zu Forschungszwecken für Nachexperimente eingesetzt und zum Teil auch zerstört wurden, aber auch allem Anschein nach Brennelementkugeln z.B. im Forschungsbergwerk Asse eingelagert worden sind. Eine Bilanzierung ist schon deshalb nicht möglich, so lange die dort eingelagerten Mengen nicht bekannt sind. Insofern wird auf den Untersuchungsausschuss Asse des niedersächsischen Landtages verwiesen.
Wie sind die unstimmigen Zahlenangaben des FZJ in dessen öffentlichen Verlautbarungen zu erklären?
Bei den ca. 300.000 Brennelementkugeln handelt es sich, wie immer mitgeteilt wurde, um einen gerundeten Wert, in diesem Fall um den regelkonform aufgerundeten Wert von genau 288.161 Brennelementkugeln und 124 brennstofffreien Grafitkugeln. Die Zahl der 152 Castorbehälter, die noch auf dem Gelände des FZJ lagern, ist ebenso korrekt. Diese Zahlen sind auch Bestandteil der laufenden Genehmigungsverfahren.
Drucksache 15/1646
In Asse dürfen aber nur schwach und mittelradioaktive Stoffe gelagert werden. Brennelementekugeln sind aber hochradioaktiv. Trotzdem wird hier wieder verschleiert und gelogen das sich die Balken biegen.
Denn:
Im umstrittenen Atommülllager Asse im Kreis Wolfenbüttel liegen offenbar schon länger kugelförmige Brennelemente als Betreiber und Behörden bislang zugegeben haben. Aus Begleitpapieren, die der Nachrichtenagentur ddp vorliegen, geht hervor, dass bereits 1967 und 1969 solche Brennelemente mit einer Graphitummantelung angeliefert und eingelagert wurden. Bereits in der vergangenen Woche (August 2008) hatte ddp erfahren, dass zwischen 1973 und 1976 fast hundert Fässer mit Brennelement-Kugeln aus einem Versuchsreaktor in Jülich in die Asse gebracht wurden.
Nach Ansicht von Bürgerinitiativen und des atomkritischen Chemie-Professors Rolf Bertram aus Göttingen sind diese Kugeln «eindeutig hoch radioaktiv». Der Betreiber der Asse, das Helmholtz-Zentrum München sowie das niedersächsische Umweltministerium, haben bislang lediglich die Anlieferung von acht Fässern mit Brennelemente-Kugeln eingeräumt. Helmholtz-Sprecher Heinz-Jörg Haury bezeichnete diese Abfälle als «mittel radioaktiv».
Die 1967 und 1969 in die Asse gebrachten Brennelemente stammen offenbar ebenfalls aus dem damaligen Kernforschungszentrum Jülich. Während die Brennelemente-Fässer in den 1970er Jahren laut Begleitpapieren von der Kernforschungsanlage Jülich angeliefert wurden, weisen die Dokumente für 1967 und 1969 die Firma Nukem als Lieferanten aus.

ddp
Interessant ist auch die Aussage:
„Die ersten Experimente an den Brennelementkugeln sind bereits Anfang der 70-er Jahre, also vor 40 Jahren, durchgeführt worden. Das erschwert eine entsprechende Recherche.“
Wie wird das erst in 150 Jahren sein? Werden unsere Nachfahren durch Zufall auf ein strahlendes Erbe stoßen?

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