Feinabstimmung

Seit zwei Wochen trainiere ich jetzt den „neuen“ Stil: Ankern ohne Ankerplatte, Sehne wieder an der Nasenspitze, leicht geöffnete Beinstellung usw.. Besondere Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert das gerade und aufrechte Stehen sowie der aufgerichtete Kopf. Auch beim Sehnengriff muss ich aufpassen: gerne vernachlässige ich es, den Ringfinger mit in den Zug zu nehmen. – Feinabstimmung also, aber es lohnt sich. Mein Schießgefühl ist wieder positiv. Ich freue mich auf die nächste Turniere in Söhlde (8.8.) und Wieckenberg (14.8.).

Während dieser zwei Wochen versuche ich, mein Winter-Setup vorzubereiten. Der Plan ist, meinen Bogen auf meinen alten Satz ACC mit 560er Spine für Mittel- und Kurzstrecken einzustellen. Hierzu habe ich auch noch ein paar ungeschnittene Rohlinge. Die ACC hatte ich erfolgreich zuletzt in Lehrte im März geschossen (mit einer D75-Sehne). Als erstes werden restliche Rohline eingekürzt, so dass ich ca. 28,3″ Pfeillänge habe (Nockboden bis Schnittkante) und die Schäfte werden nach Sortierung und Gewicht in zwei Gruppen geteilt: eine für das Schießen im Freien mit Kunstofffedern, die andere für die Halle mit Naturfedern. Dabei ist eine neue Befiederung mit Easton Diamond Vanes 235 und 3 Zoll Naturfedern fällig. Beim Spitzengewicht bleibe ich zunächst bei 120 grain, muss dann aber reduzieren, da der Pfeil so nicht abstimmbar sind: der Rohschaft ist viel zu weich (auf 18m ca. 30 cm rechts neben der Gruppe der befiederten Schäfte). Ich ersetze die Spitzen durch vorhandene 100-grain-Spitzen und schieße ohne weiteres Feintuning so ein paar Trainingstage, hauptsächlich, um meinen Stil zu pflegen. Der FOC-Wert liegt mit der 100-grain-Spitze bei guten 11%.

Am Donnerstag leite ich das Feintuning ein. Die alte D75-Sehne kann ich nicht mehr verwenden; ich nehme also meine Turniersehne aus der Hallensaison mit 24 Strang Gigabow S1. Sofort verhalten sich die Pfeile weicher. Ich drehe die Tillerschrauben heraus, finde aber keine passende Abstimmung. Immer noch ist der Rohschaft rechts der Gruppe (auf 18 m zwar nur noch 10 cm, aber das ist zuviel). Leider kann ich an diesem Tag nicht weiter machen, da mir vor Ort das Material fehlt. Mein Plan ist nun, die harten (klaren) Beiter-Nocken durch die weicheren weißen Easton G-Nocks zu ersetzen.

Heute, am Samstag ist es endlich so weit: Ich fahre am Vormittag auf den Bogenplatz für das Feintuning. Zunächst überprüfe ich die Nockpunkthöhe mit dem Rohschafttest. Dabei liegt der Rohschaft mit den G-Nocken nun nur noch ca. 5 cm rechts von der Gruppe. Wie gewohnt will ich die Tillerschrauben weiter herausdrehen. Aber ich bin schon an einer grenzwertigen Stellung angelangt: drehe ich weiter heraus, laufe ich Gefahr, dass die Tillerschrauben nicht mehr weit genug im Gewinde stecken und sich ggf. lösen. Das Zuggewicht liegt an diesem Punkt schon bei nur noch 38 lbs. Ich muss hier abbrechen: die Pfeile sind auf dem Bogen nicht mehr abstimmbar! (Leichtere Spitzen habe ich für diesen Schaft nicht; mit dem Bullet Point 82 grain wäre der ACC sicher aber abstimmbar; der FOC wird dann aber noch weiter abnehmen, wie weit, wird sich zeigen.)

Was tun? – Ich unterbreche und fahre nach Hause, um alle meine outdoor-fähigen Pfeilsätze zu holen und zu schauen, was geht. Wieder zurück sehe ich gleich, was nicht geht: Navigator 610 mit 100 grain Spitze – zu weich; Carbon Impact Ultra Fast 550 mit ebenfalls 100 grain – gerade noch trimmbar, aber zu ungenau. Was aber geht, ist mein Satz ACE 520 mit 120 grain Spitze. Diesen stimme ich mit Rohschafttest und Berger-Test ab und schieße anschließend die Visierkennlinie aus. Das Zuggewicht liegt jetzt bei 42 lbs auf den Fingern.

Es ist bereits nach 15 Uhr, als ich den Bogenplatz verlasse. Also schieße ich die ACE’s nun doch bis zum Ende der Sommersaison. Umbau verschoben auf Ende September, wenn wir in die Halle gehen!

Also ist so schnell doch keine neue Winterabstimmung hin zu kriegen! Wie kann das kommen? – Schaue ich in den Easton Shaft Selector, verweist mich dieser bei 28″ Pfeillänge und 42 lbs Zuggewicht auf die Pfeilgruppe „Target 6″ Dort werden empfohlen: ACE 620, Navigator 610, ACC 620 usw. Die üblichen Standard-Spitzengewichte liegen bei diesen Pfeilen bei ca. 90 grain. Der ACC 560 mit 100 grain jedoch gehört zur Pfeilgruppe „Target 7″ ab einem Zuggewicht von 46 lbs. Nehme ich mein heutiges Tuning-Ergebnis, gehört der ACE 520 eher zur Gruppe „Target 8″, kann aber (wegen des höheren Spitzengewichts) auch zur „Target 7″ gerechnet werden.

Meine Schlussfolgerung ist daher, dass der Easton Shaft Selector zwar moderne Bögen vorraussetzt, dass man bei Hochleistungswurfarmen wie meinen Hoyt 900 CX und schnellen Sehnen wie Gigabow S1 oder BCY 452 X jedoch besser noch einmal drei bis fünf lbs auf das gemessene Zuggewicht draufrechnet. – Nehme ich dies nun als Maßstab, wäre für mich die Gruppe „Target 7″ die richtige bei leichten Spitzen (80 bis 90 grain) oder „Target 8″ bei schweren Spitzen (100 bis 120 grain). Dies deckt sich mit dem Verhalten meiner Pfeile ganz gut. Sicher spielen individuelle Faktoren wie das Lösen o.ä. eine Rolle, für mich ist dies aber in Zukunft eine Richtschnur.

Wieder viel Arbeit – aber wieder viel gelernt.

Nachtrag vom 1.8.:

Im Easton Tunig Guide wird auf S. 3 zum Thema Bogen-Setup beim Finger-Release empfohlen, den Button so auszurichten, dass die Pfeilspitze leicht links der Sehne liegt (Bild 7). Meine Erfahrung ist, dass spätestens nach dem Berger-Test (auch: Button-Test) die Pfeilspitze mittig zur Sehne liegt. Denn beim Berger-Test wird sowohl die optimale Buttonhärte als auch -stellung ermittelt. Den Pfeil sofort mittig in den Bogen zu legen, rät übrigens auch Gerhard Gabriel in seinem Buch „Pfeilflug wie auf Schienen“ (1983, 2007, Eigenverlag des Autors, S. 7. ). – Wenn der Pfeil und das Visier beim Setup mittig eingestellt werden und beim Rohschafttest auf 30 m der Rohschaft und die befiederten Pfeile im Gold liegen, ist damit meistens auch schon die optimale Buttonposition ermittelt. Nur seltenen Fällen habe ich für weitere Distanzen hier noch etwas ändern müssen. – Wer Lust und Gelegenheit hat, sollte dies einmal so ausprobieren.


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