Performance Archery

Manchmal hilft es doch, das Internet nach interessanten Quellen zum Bogensport zu durchsuchen! Eine solche neu entdeckte Fundgrube ist Performance Archery. Es ist ein Podcast von Alistair Whittingham, einem renommierten britischen Recuve- und Compoundschützen sowie Trainer. (Nach einiger Recherche finde ich, dass Alistair Schütze und Trainer im Edinburgh University Archery Club ist bzw. war; einige Ergebnisse mit dem Recurve lassen sich auch finden: 1339 in der großen FITA, 583 in der FITA Halle, 675 in der FITA im Freien.)

Den Podcast von Alistair kann ich sehr empfehlen. Mich hat insbesondere die Episode 9 („Reference“ – doppeldeutig: Empfehlung bzw. Bezugspunkt) stark beeindruckt. Dort setzt sich Alistair mit dem Ankern auseinander. Er plädiert darin für einen Ankerpunkt, bei dem die Sehne (bei Rechtshandschützen) über die linke Seite der Nasenspitze läuft und der rechte Zeigefinger fest am rechten Kieferknochen anliegt. Der Daumen und der Zeigefinger der rechten Hand bilden dann ein „V“, das sich fest an den Kieferknochen anschmiegt. Dies gäbe eine sichere und stabile Ankerposition. Es bedeutet aber auch, dass die Empfehlung lautet: „Ankerplatte abschrauben!“ Alistairs weiterer Rat ist dann, diesen Ankerpunkt (mit einem Recurve) zu trainieren, um in einer guten Position dauerhaft zu ankern, um dann anschließend die Ankerplatte wieder hinzu zu fügen und sehen, ob es etwas bringt, sie dran zu lassen.

Mit der Sehne an der (linken) Nasenspitze und der festen Ankerposition am Kieferknochen habe man nun zwei feste Punkte, die den gesamten Zugarm in eine stabile Stellung bringen. Habe man diese enge und konsistente Ankerhaltung nicht, ergebe sich auch keine stabile und dauerhaft gleiche Zugarmposition.

Sofort beim Betrachten des Podcast kommt mir der Gedanke: „Das ist es, das trifft den Kern deines Problems, eine vernünftige Schusshaltung aufzubauen!“ Ich brenne darauf, das auf dem Bogenplatz zu testen. Zwar ist seit meines großen Frusts erst eine Woche vergangen und nicht zwei, aber ich habe nun eine Diagnose und eine Maßnahme.

Zum nächsten Training nehme ich auch meine Videokamera mit. Ich schieße nur jede zweite Passe, da ich jeweils in der so gewonnenen Pause meine Schießbewegung ansehen und Verbesserungen sogleich umsetzen kann. Und siehe da: Es wird besser! – Zunächst schieße ich längere Zeit auf 30m ohne Auflage. Passe für Passe stabilisiert sich mein Schießstil und ich kann einige Verbesserungen einarbeiten. Zum Schluss probiere ich es für ein paar wenige Passen auf 70m. Hier ist es noch nicht ganz so gut, aber mit Hilfe unser Trainerin Helga bekomme ich noch ein Paar Hinweise, die meinen Stand korrigieren, bevor meine Kräfte schwinden und ich das Training beende.

Was ist das Ergebnis? – Zunächst und ganz wichtig: Ich bekomme wieder ein gutes Schussgefühl! Die Arbeit mit den zwei Referenzpunkten (Nasenspitze, Zughand fest am Kieferknochen) stabilisiert mich deutlich. Meine Auszugbewegung wird deutlich strukturierter: Anheben, vorvisieren, gerade ausziehen, dabei Bogenamschulter stabil halten, Zughand zum Kinn anheben, ankern, anvisieren, mit Rückenzug ausziehen, lösen, nachhalten. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber es wird wieder besser.

Worauf muss ich weiter achten? – Noch ist mein Stand nicht stabil. Um auch bei verschiedenen Entfernungen gerade zu stehen, muss ich erst einmal auf eine alte Regel zurückgreifen: bei Beginn des Schussablaufs die Pobacken leicht zusammen kneifen und dies bis zum Ende des Schusses durchhalten. So bleibt die Hüfte gerade, die Beine stehen durchgedrückt stabil und der Rücken richtet sich auf natürliche Weise auf. Zusätzlich muss ich auf meine Bogenarmschulter aufpassen: Je länger ich schieße, desto eher neigt sie dazu, sich beim Auszug nach vorn oben zu bewegen; ich muss sie aber konstant stabil halten. Aber auch am Endauszug muss ich noch arbeiten, denn dieser darf nicht über den Arm erfolgen, sondern muss aus dem Rückenzug kommen.

Aber ich bin auf dem richtigen Weg – es geht wieder aufwärts, es macht wieder Spaß!

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Nachtrag

Gerade sind die Limitzahlen der Deutschen Meisterschaft FITA im Freien veröffentlicht worden. Kalle und ich haben es mit Platz 11 (583 Ringe) und 12 (579) Ringe auf der Landesverbandsmeisterschaft bzw. mit 1759 Ringen in der Mannschaft nicht auf die DM geschafft; das Limit ist bei 589 bzw. 1789 Ringen.  – Schade, die Ergebnisse der Vereins- und Kreismeisterschaft hätten dicke gereicht. Was ein ungünstiger Tag so alles versauen kann …

Also tritt Plan B in Kraft: Möglichst frühzeitiger Umbau auf ein Winter-Setup; nur noch Teilnahme an Short-Range-Turnieren; kein weiteres Schießen auf die 70m-Distanz.


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