Entspannt reisen trotz Allergien

Endlich ist es wieder soweit! Die Urlaubszeit steht bevor. Die meisten sehen diesem Ereignis entspannt und voller Vorfreude entgegen. Ist man allerdings Allergiker, so wird man in vielen Fällen mit Problemen konfrontiert:

Je nach Allergie kann die Tatsache, dass man für einen bestimmten Zeitraum die gewohnte Umgebung inklusive der ihr immanenten Hilfsmittel verlassen muss, großeSorgen bereiten. Oft kennt man die Ernährungsgewohnheiten des Ziellandes nicht oder weiß nicht, ob man auf dort übliche Speisen oder umherfliegende Pollen eventuell reagiert. Auch kann man sich nicht immer so verständigen, dass dem Einheimischen die Dringlichkeit seines Anliegens (beispielsweise bei der Essensbestellung) bewusst wird. Damit Ihnen auch als Allergiker eine Urlaubsreise die Entspannung gewährleisten kann, die Sie verdienen, erhalten Sie im Folgenden Tipps, wie Sie mit Allergie entspannt reisen und gesund und erholt heimkehren.

Wahl des Urlaubsortes:

Als Allergiker sollte man bereits beim Buchen mit Bedacht vorgehen: Welche Ziele kommen in Frage? Wo könnte es Probleme mit der Allergie geben? Insbesondere bei einer Pollenallergie ist dies von sehr großer Bedeutung. Dabei ist  es hilfreich, sich vorab über die Blütezeiten in den jeweiligen Ländern zu informieren (zum Beispiel mit Hilfe des europaweiten Pollenradars von polleninfo.org). In Südeuropa liegt die Hauptblütezeit beispielsweise im Frühjahr. Dieser gilt es bei extremen Reaktionen auf Pollen gezielt zu entgehen. Es empfiehlt sich hier eher ein Urlaubsort in luftiger Höhe: ab 1500 Höhenmetern liegt die Belastung durch Pollen nämlich weltweit nahezu bei null. Auch die Küstenregionen des Mittelmeerraums eignen sich bei Pollenallergikern stets gut, da hier der Wind häufig vom Meer her weht und die Pollen somit ins Landesinnere trägt.

Wahl des Hotels

Das sogenannte ECARF-Siegel kennzeichnet Einrichtungen wie Hotels oder Restaurants, die sich durch besonders allergikerfreundliche Serviceleistungen und/oder Ausstattung hervorheben. Leider ist die Verwendung des Siegels kein Standard, weswegen dies nur eingeschränkt als Auswahlkriterium für ein geeignetes Hotel dienen kann. Allgemeine Datenbanken, in denen allergikerfreundliche Hotels verzeichnet sind, gibt es derzeit also leider nicht. Ist die Wahl jedoch auf ein Hotel ohne Siegel gefallen, lohnt es sich stets, vorab Informationen diesbezüglich einzuholen. Auch bei der Anreise sollte man erneut explizit auf die Problematik hinweisen, um die Dringlichkeit zu betonen. Eine Alternative zum herkömmlichen Hotelurlaub stellt die Anmietung von Ferienhäusern dar. Hierbei wird auf Selbstversorgung gesetzt und Sie können sich Ihre Mahlzeiten individuell und meist wie gewohnt zubereiten, sodass hier keine gesundheitliche Gefahr entstehen kann. Natürlich kommt diese Form von Urlaub nicht für jedermann in Frage und ist abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen und Erwartungen der Reisenden.

Flugreisen

Beim Essen auf Flugreisen gibt es für Nahrungsmittelallergiker im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie verzichten auf das angebotene Menü, wenn klar wird, dass es möglicherweise die allergieauslösenden Stoffe enthält. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Fluggesellschaft vorab über spezielle Bedürfnisse zu informieren.Die meisten Airlines bieten mittlerweile entsprechende Alternativmahlzeiten an und ermöglichen eine Vorbestellung im Internet. Auf entsprechende Medikamente, die während der Flugreise stets griffbereit sein sollten, sollte man als Allergiker im Übrigen niemals verzichten, auch wenn die Allergie vermeintlich weniger dramatisch ist.

Weitere Tipps für den Urlaub

Je nach Allergie gilt es, bei der Urlaubsvorbereitung und auch im Urlaub selbst ein paar weitere Dinge zu beachten.

Erfordert die Allergie die Ernährung eines Kleinkindes mit eigens darauf abgestimmten Produkten, sollten diese bereits von zu Hause in ausreichender Menge mitgenommen werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Babys an einer Kuhmilchallergie leiden. Vor Ort sind entsprechende Produkte oft ungenügend beziehungsweise falsch gekennzeichnet. Anstelle von Spezialprodukten kann man aber auch auf Nahrungsmittel zurückgreifen, von denen bekannt ist, dass der Allergiker sie verträgt. So sollte es bei einer Kuhmilchallergie ohne Probleme möglich sein, Obst und Gemüse von einem lokalen Markt zu verzehren. Im Hotel ist außerdem zu beachten, dass ein gewisses Restrisiko bestehen kann, wenn Essen in Buffetform angeboten wird. Manchmal befinden sich Allergene der vorherigen Speisen noch in den Behältern oder am Servierbesteck, was bei starken Allergien eine Gefahr darstellt.Einesehr hilfreiche Unterstützung kann auf Reisen das Allergie-Wörterbuch der europäischen Verbraucherzentralesein: Hier finden Sie die Übersetzung von 130 allergieauslösenden Lebensmitteln in 21 europäische Amtssprachen. Darüber hinaus empfiehlt es sich für jeden Allergiker ungeachtet der Ausprägung seiner Reaktionen immer, im Urlaub ein Antihistaminikum (Antiallergikum) bei sich zu haben, um im Falle eines anaphylaktischen Schocks gewappnet zu sein.