Einführung in Zeilen- und Seitenumbruch

« Schlechter Zeilenumbruch durch böse Worte

SEHR schlechter Zeilenumbruch…!!

Das Auge muss stets von den Buchstaben, Wörtern, Zeilen geführt werden. Eine Zeile sollte jedoch nicht unnötig unterbrochen werden – eine klare Trennung sollte in einem Seitenumbruch erkennbar sein. Doch letztendlich muss man sich fragen – wie lese ich überhaupt bzw. wie lesen die Menschen? Eine kleine Einführung in das Thema der Umbrüche, mit Problemen und falschen Prioritäten…
Die meisten der schwer lesbaren Texte sowie ästhetische Mängel kommen meist aus dem Setzen falscher Prioritäten hervor. Gerade das ist der Knackpunkt, da der Gestalter sich auf mehrere Dinge konzentrieren muss. Wer stolz verkündet, beim Blocksatz semantisch zu trennen und dabei nur an Wortfugen oder zwischen einem Wortstamm trennt, hat bereits die falsche Priorität gesetzt. Damit der Text nicht löchrig in Erscheinung tritt, muss im allgemeinen auf das Gesamtbild geachtet werden. So müssen Zeilen, Spalten, Schriften, Laufweite, Kerning und vieles mehr, wie Zahnräder ineinander greifen.
Dieses Problem der Priorität kommt aber auch in vielen anderen Bereichen vor. Wie wäre es denn beispielsweise mit den armen Schusterjungen (beginnender Absatz am Fuß einer Kolumne) und den Hurenkinder (auslaufender Absatz am Kopf einer Kolumne)? So gesehen stören sie nicht so sehr, wie Löcher in Copy-Texten. Da aber mit diesen Begriffen und dem »Problem« damals geprahlt wurde, ist der Sinn, diesen Fehler zu vermeiden, deutlich gestiegen. Es kommt immer auf die Erscheinung des Satzspiegels an und nicht, ob ein Wort möglicherweise in die nächste Zeile rutscht. Dabei werden die wichtigeren Faktoren wie Kerning und Laufweite kaum beachtet. Stets ist man bemüht, die »groben« Fehlgriffe zu unterbrechen. Daher alle mal ratsam, erst zum Schluss das Satzbild nach solchen Schönheitsfehlern zu untersuchen.
Aber ich möchte zurück zur Grundfrage des Artikels kommen: Wie liest man? Ein guter Zeilenumbruch im Block- und Flattersatz benötigt viele Faktoren, die ineinander gekoppelt sind. Unsere Augen werden von Wortbildern und vor allem Zeilen geführt. Selbst Trennungen am Zeilenende stören weniger, als ein löchriger und unausgeglichener Satzspiegel. Natürlich besagt die Regel, das nach 3-4 Trennungen hintereinander eine weitere Trennung eines Wortes durch ein Bindestrich vermieden soll, das sehen wir auch ein. Aber wenn durch Missachtung dieser Entscheidung das Gesamtbild besser und ästhetischer wirkt – wieso nicht?!
In den nächsten Artikeln, werden wir uns Trennungen im Detail ansehen und bestimmen, wann und vor allem wo es Sinn macht.

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