Eine hanebüchene DAK-Studie zur „Internetsucht“

DAK_ComputersuchtEine Studie der Krankenkasse DAK, bei der das Meinungsforschungsinstitut Forsa im August 1.000 Eltern nach den Computergewohnheiten ihrer Kinder befragte, führt zu völlig übertriebenen und unsachlichen Horror-Veröffentlichungen in allen Medien.

Es klingt schon komisch, wenn eine Krankenkasse verzweifelt versucht festzulegen, wo die „Internetsucht“ beginnt und wie viel „online“ noch normal ist. Wenn dann jedem 20. Kind zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland ein „erhöhtes Risiko zu Internetsucht“ nachgesagt wird, muss man schon mal den Sinn oder Unsinn solcher „Studien“ laut hinterfragen. Ob 17-jährige mit dem Begriff „Kind“ passend klassifiziert sind, sei auch auch mal dahingestellt…

Man liest in den medialen Berichten Floskeln wie „erhöhtes Risiko der Internetsucht„, „Einengung des Verhaltensspielraums„, „pathologischer Internetgebrauch“ oder „die neue Abhängigkeit“ – und kann eigentlich nur noch den Kopf schütteln.

Wenn dann noch ein uralter „Sachkundiger“ mit Testosteron-Vollglatze, dem man kaum abnimmt, dass er überhaupt einen Computer benutzt, bei n-tv anfängt, für Kinder Empfehlungen wie „es sind im Schnitt zweieinhalb Stunden, sollten aber eigentlich nur zwei sein,“ auszusprechen, ist für mich endgültig die Schmerzgrenze des Schwachsinns erreicht.

Man befragt 1.000 Eltern und diagnostiziert so eine neu entdeckte Sucht bei deren Kindern? Was von dieser Studie und ihren Machern zu halten ist, macht die  von der DAK empfohlene Seite der Computersuchthilfe Hamburg deutlich, auf der man angeblich Informationen und viele Fallbeispiele zum Thema Internet- und Computersucht findet.

DAK_Computersucht2Diese auf stilisierten Karteikarten aufgebaute Seite ist ein Paradebeispiel einer Internetseite, die der Betrachter nicht lesen soll.

Sie ist extrem pixelig und mit ihren viel zu kleinen Schriften (zum Beispiel in Weiß auf Hellgrau oder in Pastellfarben) auch für jüngere Menschen nahezu unlesbar und macht den Eindruck, als sei ihr einziger Daseinszweck, zu belegen, dass die vom Staat für diesen Schwachsinn auch noch gezahlten Fördermittel in irgendetwas Nützliches umgesetzt wurden.

Zu den Empfehlungen der Seite gehört beispielsweise ein Online-Wecker zum Downloaden, den man stellen kann und der einen nach der eingestellten Zeit daran erinnert, dass die Zeit um ist (und der schon in jedem Smartphone zu den Standard-Apps gehört). Das soll angeblich gegen die DAK-diagnostizierte Internetsucht helfen.

Dann gibt es dort für die Jugendlichen auch ein Online-Tagebuch zum Download, Das funktioniert fast genauso wie ein Migräne-Tagebuch. Die Schufa würde es eine „Selbstauskunft“ nennen – für mich ist es eher eine Art Selbstbespitzelung.

Nach dem guten alten Motto „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“ ist die DAK gut beraten, sich aus solchen tendenziellen Studien herauszuhalten und das Geld ihrer Mitglieder für die Gesundheit und nicht für die Indoktrination auszugeben. Und dem Staat sei empfohlen, mal genauer hinzuschauen, zu welch hanebüchenen Zwecken hier Fördergelder verbraten werden, die dann an anderer Stelle fehlen!


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