Ein paar Filmtipps zwischendurch

Wie auch hier im Blog zu erkennen ist, bin ich momentan besonders mit Übersetzungen beschäftigt und habe nur bedingt Zeit für anderes. Meinem Hobby Film konnte ich dennoch nebenher ein paar Wochen intensiv frönen, und neben neueren Werken meiner chinesichen Lieblingsregisseure Zhang Yimou (Shadow) und Jia Zhangke (Asche ist reines Weiß) auch ältere Kunst von Robert Altman (Images) und Luis Bunuel (Los Olvidados) entdecken. Und zwar auf Amazon Prime (die ersten 30 Tage Mitgliedschaft sind dort kostenlos, was jeweils neu für die jeweiligen Länderzugänge von Amazon gilt, also z.B. Amazon US, Amazon UK etc.) Da ich im Ausland bin und nicht weiß, welche der nun folgenden Tipps mit buddhistischen Inhalten bei Euch zur Verfügung stehen, ist ggf. zu überlegen, ob einer der VPN-Anbieter Sinn macht. Einige der erwähnten Titel sind kostenpflichtig.
In Ai-un: Hugo Makibi Enomiya-Lasalle (2016) finden sich Originalaufnahmen mit dem Jesuitenpater, der zwischen Christentum und Zen vermittelte. Strukturell werden Kommentare zu den Ochshirtbildern, Schwarzweißanimationen und Aussagen von Lasalles Ordensbrüdern (Brantschen, Riesenhuber) und Lehrern der Glassman-Lasalle-Linie eingeflochten, der Religionswissenschaftler Michael von Brück gibt allgemeine Erläuterungen zur Geschichte des Zen und speziellere zu Lasalles Werk. Interessant fand ich dreierlei: den auffallend schlechten Zustand der Gebisse vieler Beteiligter (ist das vielleicht mangelnde Achtsamkeit oder Angst vor dem Zahnarzt?); die Tatsache, dass Lasalles Meister in einem Vorwort zu seinem Buch schrieb, er habe es mehrmals lesen müssen und Lasalle müsse mit seinem Weg zur Erleuchtung nochmal von vorn beginnen; und Lasalles Erläuterung der Handhaltung beim Zazen, die linke Hand in der rechten würde bedeuten, Zen unterdrücke das aktive, und nur der Buddha hielte die Hände andersrum, weil er nichts mehr zu unterdrücken habe (wenn Ihr viele Jahre gesessen habt, achtet mal darauf, ob Euer Bedürfnis, die Hände anders ineinander zu legen, sich ändert).
In der Doku Shaolin: Journey  to the West, die aus dem Jahr 2006 stammt, sieht man die vom chinesischen Shaolin-Kloster entstandten Mönche in ihrem Alltag und bei der auffallend anspruchsvollen Schulung vor allem von Kindern und Jugendlichen, die freilich auch vom Humor der Kampfkunst-Buddhisten begleitet wird. Einer der Lehrer sagt, er habe monatlich 700 bis 800 Euro zur Verfügung, wovon vor allem für Nahrungsmittel etwas abgezweigt würde. Die Mönche suchten damals schon nach einem größeren Domizil, weil die Nachfrage nach ihrer Schulung so groß war.
One Body One Heart (2017) besteht vor allem aus einem Gespräch des Psychotherapeuten, Pastors und Zen-Priesters Robert Kaku Gunn mit seiner Lehrerin Enkyo Pat O'Hara (Linie Glassman). Gunn beschreibt insbesondere, wie er mit seiner Pankreaskrebs-Diagnose umgeht.
Ebenfalls erkrankt und von einem Herzinfarkt bedroht ist in der Doku Departure (2017) der Rinzai-Mönch Ittetsu Nemoto, der sich für Suizid-Gefährdete einsetzt und dabei offenbar selbst ausbrennt - zumal seine Arbeit nur selten von wirklichem Erfolg gekrönt ist.
In Between Mountains and Oceans erzählt von der Tradition, alle zwanzig Jahre den Ise Jingu-(Shinto-)Schrein neu zu errichten.
Die Anime-Serie Dororo ist ein Highlight in jeglicher Hinsicht: grafisch, erzählerisch, in der Farbgebung und Figurengestaltung sowie musikalisch. Ein zunächst völlig behindertes Baby wächst zu einem Samurai-Monsterbekämpfer heran und wird dabei u. a. von einem blinden Priester unterstützt.
Ein Tipp auf Netflix, zu dem ich nach wie vor ausdrücklich nur im Status kostenfreier Probemonat rate (erinnert Euch an den von Netflix per Vorverurteilung geschassten Kevin Spacey): In Episode 32 der Serie Japanese Style Originator, die in Form eines anspruchsvollen Quizes die (Sprach-)Kenntnisse der Teilnehmenden testet und dabei viele besondere Orte, Traditionen und handwerkliche Fähigkeiten Japans vorstellt, ist die Nonne Shundo Aoyama, die Kodo Sawaki nahestand, in ihrem Tempel zu sehen.
Schließlich gibt es auch bei Youtube eine kostenlose Probephase für den Premium-Zugang. Ich habe hier schon gelegentlich Videos der in Deutschland wohl noch wenig bekannten Wednesday Campanella verlinkt. Zur Entstehung ihrer aktuellen EP Yakushima Treasure bietet Youtube die siebenteilige Doku Re:SET, deren Höhepunkt der letzte Teil mit einem sehenswerten Musikvideo ist (nur die ersten Teile sind ohne Premium-Zugang sichtbar; die Untertitel sind über das Zahnrad am unteren Bildrand zu wählen). Wir erleben in der Serie die Begegnung der Musikerin und ihres Teams zum einen mit den Menschen Yakushimas, deren traditionelle Musik sie verarbeitet, zum anderen mit der sie umgebenden wunderbaren Natur, deren Klänge geschickt in die Songs einfließen.
   Für Buddhisten dürfte insbesondere die Youtube-Serie Mind Field von Interesse sein, die sich u. a. mit "moral licensing" auseinandersetzt; darunter fällt die Neigung von Menschen, gerade wenn sie etwas Gutes getan haben, sich quasi im Ausgleich dazu auch mal schlechter benehmen zu können.

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