Ein Monat mal anders. Abenteuer Spiritualität (Teil 3)

Ein Monat mal anders. Abenteuer Spiritualität (Teil 3)

Die Sonne scheint, Deutschland schwitzt. Es gibt Eis auf der Arbeit und Rolandas fastet. Selbst  Muslime,  welche bereits seit Jahren regelmäßig den Fastenmonat miterleben, bekommen an den heißen Tagen deutlich zu spüren, was es heißt auf Wasser zu verzichten.

„Der Tag ist echt hart gewesen, aber abbrechen kam nicht in Frage“, erzählt er mir im Nachhinein. Ich möchte wissen, ob Rolandas irgendwelche Veränderungen im Laufe des Fastenmonats bemerkt. Denn dass Rolandas kaum Probleme mit dem Verzicht auf Lebensmittel hat, duften wir ja bereits mehrmals  feststellen.

In der Tat konnte Rolandas in den letzten Tagen interessante Erfahrungen machen: Als ihn jemand anrempelte ohne sich zu entschuldigen, ruft Rolandas hinterher „Sie können sich doch entschuldigen!“. Der Fremde ignoriert seine Worte jedoch und läuft weiter.

Ich glaube, wenn ich nicht am fasten gewesen wäre, hätte ich mich nicht so beherrschen können. Ich hätte was anderes gesagt.“, sagt er noch leicht genervt von dem Fremden. Doch abgesehen davon, dass Rolandas seine Geduld auf die Probe stellen durfte, fällt ihm ein positives Ereignis ein. Lachend erzählt er: „ Seit Jahren versuche ich gegen meinen Freund beim Schach zu gewinnen, ohne Erfolg. Doch vor kurzem habe ich gewonnen!! Ich glaube der Verstand wird durch das Fasten  klarer.“

Ein Monat mal anders. Abenteuer Spiritualität (Teil 3)

Kommen wir nun  zum I-Tüpfelchen Rolandas bisheriger Fastenzeit, dem Moscheebesuch. Bevor  es in die Moschee geht, findet ein kleines Vorgespräch mit weiteren Muslimen statt, unter anderem einem Bruder, welcher Rolandas während des Abends begleiten wird. Rolandas  wirkt ein wenig angespannt, aber auch interessiert.

Er stellt seine letzten Fragen. „Ich werde es einfach mal auf mich wirken lassen“, sagt er abschließend. Dann ist es so weit:  Rolandas erstes Fastenbrechen in einer muslimischen Gemeinschaft. Nach dem Gebetsruf bricht er sein Fasten zunächst mit einer Datteln, dann folgt das Abend-Gebet. Rolandas, diesmal mitten drin statt nur dabei, verrichtet das Gebet mit.

Wie das ganze funktionieren soll, wobei er doch noch nie ein muslimisches Gebet verrichtet hat? Ganz einfach : Schauen und nachmachen lautet die Devise. „Schulter an Schulter, Fuß an Fuß- das hat mich so fasziniert. Das zeigt,dass die Gemeinschaft eine große Rolle im Islam spielt.“ erklärt er begeistert.

Nach dem Abend-Gebet setzt er sein Fastenbrechen gemeinsam mit dem Imam und anderen Brüdern fort. Während des Essens bietet es sich an, sich mit den anderen auszutauschen. Die Tischnachbarn stellen Rolandas neugierig Fragen, und umgekehrt. Von der Anspannung ist nichts mehr zu sehen- der Abend verläuft in schöne Bahnen für Rolandas, zumal es ihn überrascht, wie herzlich man ihn begrüßt.

Was jedoch der absolute Höhepunkt des Abend für Rolandas ist, ist das Tarawih-Gebet. Er betet dieses komplett mit und findet kaum Worte für seine Gefühle. „ Ich habe an nichts denken müssen, keine Ahnung, ich war so ruhig, ich kann es nicht erklären.“Nur einen Satz formuliert er ganz klar und voll Begeisterung: „Jetzt weiß ich, was Spiritualität wirklich bedeutet!“ Und dies kann man Rolandas beim Verlassen der Moschee auch deutlich ansehen. Ruhig, gelassen und von der vorigen Anspannung keine Spur mehr.

Gespannt darauf, wie der Endspurt des Ramadan für Rolandas verlaufen wird, freue ich mich die kommenden Neuigkeiten mit euch bald wieder  teilen zu dürfen.

Ein Projekt des Islamischen Informations- und Serviceleistungen e.V


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