Ein letzter Tag in den Tempeln von Angkor

Heute wollte ich es nochmal wissen…

Es gibt hundert verschiedene Trips die man hier unternehmen kann, aber 3 Touren sind die Beliebtesten:

  1. Der innere Kern, die “Small Tour” mit Angkor Wat, dem Bayon Tempel und den kleineren darum herum
  2. Der Kreis um den inneren Kern, die “Big Tour”, mit drei Tempeln etwas ausserhalb
  3. Und der rosa-pink-gefärbte Tempel Banteay Srei, etwa 35km entfernt von Siem Reap

Die kleine Tour kann man bequem mit dem Fahrrad abfahren, die größere Tour wird mit dem TukTuk empfohlen und für den Rosa Tempel sollte man eine Tagestour mit dem TukTuk einplanen.

Ich hatte nach den ersten beiden Tagen also heute ebschlossen, die große Tour trotzdem mit dem Fahrrad anzugehen. Lasst euch eines gesagt sein, falls ihr je in den Genuss kommt Angkor zu besichtigen: NEHMT EIN TUKTUK!

Ja, es ist machbar. Ja, ich habe es überlebt. Aber wie, dass wollen wir hier einfach mal ausparen… Und das ich keine anderen Idioten Fahrradfahrer mit derselben Idee getroffen habe, versteht sich auch von selbst.

Als ich heute Morgen am Kontroll- und Ticketschalter ankomme, fühle ich mich schon wie ein Profi. Durch die Schalter durch geht es zielstrebig zu den Kontrolleueren und mit einem trockenen “Last Day” knippst die Dame meinen sogar Webcam-Foto personalisierten 3-Tage-Pass ab. Nebenbei, mein Foto ist so schwammig, das könnte jeder sein ;-)

Erneut vorbei am Angkor Wat Gelände, bereue ich schon ein wenig die beschlossene Tagestour und bin jetzt schon froh, ab morgen kein Fahrrad fahren zu müssen. Fahrräder und ich werden definitiv nie gute Freunde. Aber um ein solch aussergewöhnliches Gebiet zu erkunden, nehme ich schon einiges auf mich. Das zeigt sich vor allem, als ich entdecke, dass es nach den ersten 10km noch locker weitere 10km sind, bis ich zum ersten Tempel, dem Ta Som, auf meiner imaginären Liste für heute ankommen werde. Der halbherzige Versuch die Tour zu stückeln und mir Pre Rup anzuschauen, scheitert and zwei Dingen: Zum Einen sieht es hier genauso aus wie in Kampong Thom, was den Entdeckungseifer schon schwinden lässt und zum Anderen die drohenden, gefühlten 100°C Mittagshitze. Da bin ich auf dem Fahrrad im Fahrtwind tatsächlich besser aufgehoben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die ich zumeist auch ganz allein auf den Strassen verbringe, nur ab und zu überholt von einem TukTuk (ich schwöre, ich hab in den brummenden Motorgeräuschen manchmal ein höhnisches Auslachen herausgehört) und durch ausgetrocknete Felder und Wälder, lande ich an meinem ersten Ziel: Ta Som.

Dieser Tempel wird oft als eine ruhigere Version des Ta Prohm beschrieben und auch wenn es hier nur wenige der “Sponge Trees” gibt die über Mauern und Wände wachsen, sehe cih gleich warum: Der Baustil ist sehr ähnlich, allerdings sind die Wände deutlich bunter und ein wenig verzierter. Mir gefällt dieser Tempel sogar besser als Ta Prohm und ich bin froh mich hierher gequält zu haben.

Ta Som

Ta Som

Ta Som's Wandzierde

Ta Som's Wandzierde

Ich fühle mich ein wenig erholter und von hier aus zum nächsten Tempel sind es auch nur knappe 5km. Locker! :-D

Man kann mich auswringen als ich bei Preah Kahn lande und das der zugang zu diesem Tempel gut einen Kilometer durch die pralle Hitze führt, hilft mir nicht besonders. Auch meine stetige Wasserzufuhr (mittlerweile habe ich schon 2 Liter getrunken und es ist gerade mal halb zwei) scheint das eher zu begünstigen. Was soll’s, für Kultur muss man Opfer bringen :-D Hier ließen sich zur belohnung auch die Tempel fressenden Bäume noch einmal blicken und sogar in beeindruckenden Versionen:

Eingang von Preah Khan

Eingang von Preah Khan

Preah Khans Schwammbäume

Preah Khans Schwammbäume

Schließlich begebe ich mich auf den 10km langen Rückweg und überlege zwischendurch mehr als einmal, ob ich nicht ein TukTuk anbetteln soll, mich und mein Fahrrad zum Guesthouse zu bringen. Zum Glück war keines der TukTuks frei und so blieb mir diese Schmach erspart :-D

So sehr mir auch die Hidden Wall gefallen hat, die ich eigentlich gern nochmal auf dem Heimweg besichtigt hätte, keine 10 Pferde hätten mich nun noch überreden können nochmal anzuhalten.

Alle Angeber, die sich nun brüsten sie hätten diese 35km doch locker weggesteckt, sollten das mal auf sandigen, schlaglochverzierten Straßen und einem Fahrrad das in Deutschland nicht einmal ein Schloss gebraucht, einen durchgesessenen Sattel und keine Gangschaltung hat austesten. Dann lasse ich mich auch gern belächeln ;-)

Trotz dem schmerzenden Hinterteil, dem Wasserverlustsyndrom das ich konstant mit mir herum gefahren habe und dem leichten Sonnenstich an Tag 2 tut es mir nun leid, das die 3 Tage vorbei sind. Mit dem was die Tempel zu bieten haben, hätte ich locker noch zwei Tage füllen können. Aber wer weiß, vielleicht besuche ich sie ja irgendwann noch einmal :-)

Hier mal meine Besichtigungspunkte in der Übersicht:

Ein letzter Tag in den Tempeln von Angkor

Karte der Angkor-Tempel



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An dieser Inszenierung ist nichts, aber auch schon gar nichts alt