Ein Blick hinüber nach Belgien (1)

Nahezu unbemerkt von den Boxfans in Deutschland gibt es in Belgien eine sehr lebendige Boxszene. Fast an jedem Wochenende finden dort Boxveranstaltungen statt. Am Freitag, dem 17. Juni 2011 gab es in Vise, in der Nähe von Lüttich, eine kleine „gala de boxe“. Klein heißt hier, dass insgesamt 13 Boxkämpfe zu sehen waren. Vier davon waren Profikämpfe, der Rest waren Amateurkämpfe. In Belgien gibt es nicht diese, wie ich finde, schwachsinnige strikte Trennung zwischen Amateur- und Profiboxen. Sogar die Punkt- und Ringrichter sind dieselben.
Es gibt kaum Berührungsängste zwischen Amateur- und Profiboxen. Die Regularien der Verbände sehen vor, dass bei Veranstaltungen mindestens 24 Runden Boxen angesetzt sein müssen. Hiermit soll verhindert werden, dass das in den Beneluxländern sehr populäre Kickboxen, das „englische Boxen“ kannibalisiert.
Wenn ein Boxverein eine Veranstaltung organisiert, dann gibt es ganz selbstverständlich zum Schluss Profikämpfe zu sehen, denn die bringen das Publikum. Stichwort Publikum: Zu der „kleinen Boxgala“ kamen ca. 2.500 Zuschauer. Es gibt kaum Profi- und noch seltener Amateurveranstaltungen in Deutschland, die mit so viel Zuspruch rechnen können. Das Publikum bestand aus den üblichen Boxfans und aus vielen Paaren und nicht wenigen Kindern. Offensichtlich geht man als Paar mit Freunden zum Boxen. Bei der Show in Vise konnte man auch an Tischen sitzen, wo man ein kleines Menü mit Getränken bekam, einem Dinnerboxing nicht unähnlich, nur sehr viel weniger förmlich.
Die Show begann mit einer Tanzeinlage von kleinen Kindern, die das Publikum offensichtlich sehr mochte. Während ich mir die Amateurkämpfe, darunter auch einen mit Frauen, ansah, fragte ich mich, warum ich diese Kämpfe so gut fand. Dann fiel mir auf, dass zwei Dinge fehlten: Punktmaschinen und kleinliche Ringrichter. In Belgien wurden zwar bei der letzten nationalen Meisterschaft noch Punktmaschinen eingesetzt, aber sie sollen wieder abgeschafft werden. Nur noch bei internationalen (AIBA) Turnieren sollen sie zum Einsatz kommen. Für mich bedeutet das, hier wird richtig geboxt. Das wiederum führt dann dazu, dass die Kämpfe für die Zuschauer sehr viel ansehnlicher werden.
Ein weiterer Faktor, der das belgische Amateurboxen attraktiv macht, sind die Ringrichter. Die Ringrichter lassen die Kämpfe laufen und sich entwickeln. Die Kämpfe werden nicht ständig unterbrochen. Das Hereinrufen von Trainern führt nicht zu einer Unterbrechung des Kampfes. Es gibt also vieles von dem, was das deutsche Amateurboxen so unattraktiv macht und die Zuschauer vertreibt, jenseits der Grenze nicht.
© Uwe Betker



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