Edward Snowdens (un)heimlicher Erfolg

Der Spion, der aus der Kälte kam – oder hängt er noch in Moskau fest? Vielleicht hat Evo Morales den jungen Tramper ja in Wien abgesetzt? Wie immer, wenn Geheimdienste das Heft übernehmen, stößt man im Falle Snowdens nur auf Nachrichtenmüll

Soligraffito f. Snowden

Soligraffito f. Snowden

Kommentar – Man merkt, dass Snowden ein Schlapphut war. Seine wahren Motive und Absichten bleiben komplett im Dunklen. Während die Medien ihren Lesern jeden Tag eine neue Morrübe vor die Nase binden, spekulieren alle, aber jeder weiß nichts. Das Gerücht, er wolle sich über Kuba nach Ecuador weiterhangeln, entpuppte sich als falsch. Zudem hat er eigentlich nichts öffentlich gemacht, was nicht ohnehin schon jeder wusste. Dank Echelon und SWIFT- Abkommen pumpen unsere Volksvertreter bereits seit Jahrzehnten unsere Kommunikation zu unseren Freunden jenseits des Atlantiks. Dass sie selbst ebenfalls ausspioniert werden, also bitte. Da hätten sie zur Not auch von selbst draufkommen können.

Snowden Graffito

Snowden als Wandbild

Was Obama den westlichen Oligarchen ist, das ist Putin den östlichen. Auch er vertritt in erster Linie die Oberschicht. Daher hätte er Snowden zwar gerne persönlich abgeschnorchelt, die Ergebnisse jedoch lieber für sich behalten. Dies mag wohl der Grund gewesen sein dafür, dass Snowden seinen Asylantrag für Russland zurückgezogen hat. Er hatte wohl keine Lust, für die russische High Society den Wackeldackel zu spielen.

Eine interessante Rolle spielt in diesem Zusammenhang Julien Assange, der die Story einerseits zu headen versuchte, andererseits Snowden damit in erhebliche Bedrängnis brachte und dem ecuadorianischen Präsidenten dabei mächtig auf die Nerven ging. So hatte Assange Snowden aus der Botschaft heraus zwar einen sogenannten Safepass organisiert, mit dem dieser nach Großbritanien hätte einreisen können. Diesen hatte Ecuadors Behörde dann jedoch wieder zurückgezogen, weil sie sich nicht von Assange in ihre diplomatischen Obliegenheiten hineinpfuschen lassen möchte. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hatte Assange in diesem Zusammenhang sogar offiziell dazu aufgefordert, künftig nicht mehr für Ecuador zu sprechen. Zudem hatte Assange durch seine lautstarken Versuche, Snowden in Wikileaks einzugemeinden, seine Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London unmöglich gemacht.

Eines jedenfalls hat Snowden erreicht, wenn auch über Bande. Dank russischer Geheimdienste waren die Amis so blöde, die Präsidentenmaschine des bolivarischen Präsidenten Evo Morales beim Heimflug von Moskau aus in Österreich zum Landen zu zwingen. Auch wenn PRISM und Tempora eher für Achselzucken sorgten, diese Aktion hat wirklich die ganze Welt gegen die Amerikaner aufgebracht. Kaum jemand will noch mit den Amis spielen. Und je mehr die Obamaregierung in dieser Richtung nachlegt, desto tiefer arbeitet sie sich in den eigenen, diplomatischen Treibsand hinein. Offenbar ist es ihnen jedoch relativ egal, was die Welt von ihnen hält. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert. Daher sind jene globalen Finanzeliten, die sich die USA einverleibt haben, offenbar bereit dazu, den guten Ruf Amerikas endgültig zu opfern, um den Krieg zu gewinnen. Den Krieg gegen die Menschheit, den Krieg gegen die Evolution und den Krieg gegen sich selbst als Teil der Menschheit. Egal ob sie gewinnen oder verlieren, die Welt jedenfalls lernt gerade spanisch und ruft immer lauter: „Amigo home!“



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