Dunkle Schatten sind meine Freunde

Fast jedes Kind fürchtet sich in der Dunkelheit und ich war da keine Ausnahme. Lag ich nachts in meinen Bett, musste entweder das Licht im Flur an sein und die Tür einen Spalt offen stehen oder die Nachttischlampe brennen. Dunkelheit erschuf nämlich Gestalten, die es am Tag gar nicht gab. Wir wohnten an einer Verkehrshauptstraße und die Scheinwerfer der Autos zogen an den Fenster vorbei, dass man glaubte,an der Decke entstehen riesige Fenster aus Feuer.

D ie Dunkelheit für mich entdeckt

Eines Tages, nachdem mein Opa einen Diavortag in unserer Wohnung veranstaltete, erkannte ich, dass die Dunkelheit ein wahrer Freund sein konnte. Die herrlichsten Bilder in den prächtigsten Farben entstanden an der Wand. Bald darauf verstand ich auch die Technik dahinter. Ein transparentes Bild wurde von einer Lichtquelle angestrahlt und entstand so auf einer weißen Leinwand an der Wand.

Es störte zwar den Ablauf des Vortrages, dennoch nutzte ich die Gelegenheit wenn Opa das Magazin wechselte, meine NVA-Soldaten aus Hartgummi vor den Projektor zu stellen, doch die warfen keine Farbe an die Wand sondern nur Schatten. Außerdem hatten meine Soldaten einen mächtigen Feind, der es ihnen unmöglich machte, die Stellung vor dem Projektor lange zu verteidigen - Opas hat. Noch nicht einmal einen Schattendasein konnten sie lange führen.

Dunkelheit als Pate meines Projekts

Wichtigste Lektion daraus war, nur transparente Materialien für diese Lichtspiele zu nutzen Weil mein Opa seinen Diaprojektor nur leihweise hatten, konnte ich diesen kaum für meine Experimente gebrauchen. Ich hatte aber bei die Gelegenheit, meinen eignen Projektor zu basteln. Wird nicht ganz perfekt werden, aber schon mal ein kleiner Durchbruch.

Eines Abends nämlich kam für mich die Gelegenheit mich meiner Angst vor Dunkelheit und dem Alleinsein zu stellen und die Dunkelheit sogar als Freund zu gewinnen. Ich holte meine Vero Contruc Baukästen aus dem Spielzeugschrank, sowie eine Bildkarte für meinen Stereomaten, mit 4 Doppelbildern. Ich hätte eigentlich nur ein einzelnes Dia gebraucht, hatte aber nur diese Bildkarte von Fix und Foxi.

Bauanleitung für den Projektor

Zunächst brauchte ich mir eine Grundplatte aus Würfeln und L9-Lochleisten des Baukastens VC 200. Eine Sortiment mit Grundplatten hatte ich nicht und die Grundplatte für den Ampelbausatz aus VC 600 war zu klein. Ich brauchte genügend Platz um die Bildkarte und dahinter die Lichquelle, die ich aus dem Bausatz von VC 600 entnahm darauf zu montieren.

Die Bildkarte klemmte ich zwischen zwei L5-Lochleisten und sorgte mit zwei S2-Schrauben und Muttern, das das Bild nicht verrutschte. Die fertige Holzklemme stelle ich auf die Grundplatte vor die Lichtquelle. Jetzt kam die Stunde der Wahrheit. Ich schalte das Zimmerlicht aus, so dass nur mein „Projektor" brannte, den ich in die Nähe einer freien Wand aufgestellt hatte.

Das Ergebnis des Projekts

Erstaunt stellte ich fest, dass alle Bilder der Bildkarte an die Wand, wenn auch unscharf projektiert wurden. Als ich mit der Lichtquelle nur ein Bild von hinten anstrahlte, bekam ich eine 1:1-Kopie des Bildes an die Wand. Etwas schärfer, aber genauso klein wie im Original.

Ich berichtete in den nächsten Tagen in Schule, dass mir es gelungen ist einen Diaprojektor konstruiert hatte, mit einfachsten Mitteln. Meine Lehrer sagte sogar, ob dies nicht etwas für die MMM (Messe der Meister von Morgen). Heute bin ich froh, das es mein Projektor nicht geschafft hatte. Ich hatte das Problem der Schärfe mit den Mitteln von Vero Contruc, meinen Lieblingsspielzeug, nie lösen können. Eine Optikbaukasten gab es in dieser Serie nicht.. Schade eigentlich, denn die Elektronik hatte es in diese Serie, in dessen Zentrum die Mechanik war, auch geschafft.