Die Rücksicht

Die Rücksicht

Es berichtet Abu Huraira (r), dass der Prophet (s) sagte: „Der vollkommenste Muslim in Glaubensangelegenheiten ist derjenige, der ein vorzügliches Benehmen hat; und die Besten unter euch sind jene, die ihre Ehefrauen am besten behandeln.“ (At-Tirmidhi)

Es sind Situationen, die uns tagtäglich betreffen. Situationen, in denen wir uns einerseits wütend, andererseits hilflos fühlen. Und manchmal steht uns unsere eigene Ignoranz im Weg. Es geht um das Benehmen. Das Benehmen unserer Mitmenschen uns gegenüber, und unser Benehmen gegenüber den Mitmenschen. Beide Seiten lassen in letzter Zeit, wie es scheint, stark zu wünschen übrig.

Ein ganz normales Vorkommnis in unserem (oder etwa doch nur meinem?) Alltag: Ich laufe durch die Stadt, hinter einem großen kräftigen Mann, rein ins Einkaufscenter – und bekomme fast die Tür ins Gesicht geschlagen. Nichts mit „Ladies first“ oder Türaufhalten. Nein, der nette Herr ist anscheinend so mit sich und seinen Gedanken beschäftigt, dass ihm glatt entgeht, dass sich hinter ihm noch jemand in das Gebäude bewegen möchte. Ok, vielleicht hat er die Person hinter sich wirklich nicht gesehen, vielleicht hat er auch einen schlechten Tag. Kann ja mal passieren.

Alltagssituation Nr. 2: Ich steige in den Bus, mit mir gefühlte 500 weitere Passagiere. Die Leute drängeln sich im Gang, es wird immer enger, man bekommt keine Luft mehr. Da, ein Sitzplatz. Aber nein, eine junge Dame hat ihn schon für ihre Handtasche reserviert. Demonstrativ blickt sie aus dem Fenster, als hätte sie den Andrang neuer Fahrgäste gar nicht bemerkt. Als ich sie anspreche und sie frage, ob sie vielleicht ihre Tasche auf ihren Schoß nehmen und mich Platz nehmen lassen könnte, ist die Antwort ein genervtes Stöhnen, aber immerhin darf ich mich setzen. Sehr freundlich!

Es ist nichts Großes, nichts Sensationelles, was ich hier beschreibe. Was uns jedoch nachdenklich stimmen sollte, ist, dass dies keine einmaligen, seltenen Ereignisse sind, sondern, wie oben bereits erwähnt, Dinge, die jeden Tag stattfinden. Diejenigen, die regelmäßig mit dem Bus fahren, wissen, was ich meine.

Und was noch bedenklicher ist: Dieses Phänomen verbreitet sich zunehmend auch unter muslimischen Jugendlichen. Einerseits das schlechte Benehmen (rumpöbeln in der Straßenbahn und das gegenseitige Zurufen vulgärer Beleidigungen), andererseits das totale Desinteresse am sozialen Umfeld (z.B., dass niemand auf die Idee kommt, der alten Dame mit Gehhilfe einen Sitzplatz anzubieten).

Dabei haben doch gerade wir Muslime das beste Beispiel in Sachen Benehmen immer und überall vor unserem geistigen Auge: Unser Prophet Muhammad (saw).  Stets hat er den Menschen seinerzeit vorgelebt, wie man mit seiner Umgebung umgehen soll, wie man am Besten das Ziel einer harmonischen Gesellschaft erlangt. Gleichzeitig verurteilte er schlechte Eigenschaften und gab immer den Rat, auch gegenüber feindlich gesinnten Personen Respekt zu bewahren.

Ganz im Sinne des gleich folgenden Hadithes sollten wir uns alle fragen: Wie sollen wir mit den Menschen umgehen? Erwarten wir nicht auch, dass man uns freundlich grüßt, uns die Tür aufhält, uns höflich bedient, uns einen Platz anbietet? Warum fällt es vielen dann so schwer, genau so zu handeln?

`Abdullâh Ibn `Amr Ibn-il-`Âs (r) berichtete, dass der Gesandte Allâhs (saw) gesagt hat: “Wer dem Höllenfeuer entrückt und ins Paradies geführt werden möchte, zu dem soll der Tod kommen, während er an Allâh und den Jüngsten Tag glaubt, und er soll die Menschen genauso behandeln, wie er sich wünscht von ihnen behandelt zu werden. (überliefert von Muslim)

Wir sollten unsere Herzen öffnen und unsere Mitmenschen wieder in unser Leben einbeziehen. Damit ist lediglich gemeint, ihnen mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen, und auch in Situationen, die uns anfänglich unangenehm und unbequem erscheinen, zur Seite zu stehen. Denn fühlt es sich nicht wunderbar an, von einer jungen Mutter, der man gerade geholfen hat, den Kinderwagen in die Straßenbahn zu heben, dankbar angelächelt zu werden? Bald werden wir merken: Die Liebe und Zuneigung, die wir geben, bekommen wir auch zurück. Sicherlich nicht im dem hohen Maße, wie wir es uns wünschen würden. Aber auch für das klitzekleinste Bisschen Zuvorkommenheit sollten wir dankbar sein.

Abu Dharr (r) überliefert, dass der Prophet (saw) zu ihm sagte: „Verachte niemals auch nur die kleinste Kleinigkeit einer guten Tat; sogar deinen Bruder/Mitmenschen mit einem fröhlichen Gesicht zu treffen (zählt als gute Tat).“ (überliefert von Muslim)


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