Die Neger-Debatte

“Migrationshintergrund“ wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache nicht zum Unwort des Jahres 2012 gekürt, sondern als Novum die begriffliche Neuprägung einer einzelnen Person. Da ist es bemerkenswert, welche Wogen in den Medien Frauenministerin Schröder mit einem Interview vor Weihnachten aufgewirbelt hat: Wenn sie ihrer kleinen Tochter Geschichten vorlese, verändere sie Textteile, die ihr sexistisch oder rassistisch erscheinen.

„Das“ Gott war noch vor Weihnachten Thema. Jetzt werden Neger und Zigeuner diskutiert und eilfertig werden die Neuauflagen von Kinderbuch-Klassikern geändert. Leute, seid Ihr von allen guten Geistern verlassen? Wenn Worte einmal in der Welt sind, müssen wir mit ihnen leben. Tilgen funktioniert nicht, schon weil die ganzen alten Bücher noch da sind. Was geht: Untersuchen, mit Bedeutung neu aufladen, evtl. zum „Unwort des Jahres“ ausrufen. Der Begriff Hexe beispielsweise wurde im Zuge der Neuen Frauenbewegung so zum Aktivposten für Frauen. Aber davon weiß die Frauenministerin mit dem angeheirateten Familiennamen natürlich nichts.

Überhaupt: Ist diese sprachliche „Reinigung“ von Kinderbüchern ein Zeichen von Respekt Menschen gegenüber, die „anders“ sind? Ist es wirklich “höflicher und weniger vulgär”, Menschen nun Farbige statt Neger zu nennen, wenn sich sonst an der Haltung der Mehrheit nichts ändert? Hat Frauenministerin Schröder die Meinung von Betroffenen eingeholt, beispielsweise die der Afrodeutschen in der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland? In ihrer Kolumne „Liebe Neger“ geht Mely Kiyak nicht davon aus und fragt sich besorgt, was demnächst noch alles umgedichtet wird.

Dabei fällt mir ein: Liebe Neger, so soll der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke eine Rede anlässlich eines Staatsbesuchs in Liberia eingeleitet haben. Ich durfte ihm zu seinem Besuch im damals noch jungen Staat Pakistan als Kind einen Blumenstrauß überreichen. Es hätte schon damals ziemlichen Stress gegeben, hätte er seine Rede mit “Liebe Inder” eingeleitet.


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