Die Nacht der lebenden, toten Nachtschwestern

Von Zeit zu Zeit wagt sich Star Wars mehr oder weniger zaghaft in das Horror Genre vor. Abgesehen von diversen Sith Geistern gab es in den 90er Jahren die 12-teilige Buchserie “Galaxy of Fear”, die sich eher an ein junges Publikum wandte. Später dann Joe Schreibers “Death Troopers” und “Red Harvest” und ich erinnere mich vage daran, vor einigen Jahren ein Comic gelesen zu haben, in dem Han Solo und Chewie auf einem Planeten voller Zombies landen und diese von ihrem Fluch befreien.

Und in der zweiten Staffel von Clone Wars zeigte man uns tote Geonosianer, die durch “Gehirnwürmer” wiedererweckt wurden.

Und nun, nun sind es eben untote Nachchtschwestern…

Die Ereignisse von “Massacre” schließen an die Nightsisters-Trilogie aus der dritten Staffel an, wobei es interessant wäre zu erfahren, wie viel Zeit “in universe” zwischen der Niederlage von Asajj Ventress und ihrer Rückkehr nach Dathomir vergangen ist. Meine persönliche Vermutung ist, dass des wohl ca. 3- 4 Monate sein werden, was bedeutet, dass wir uns nun im letzten Drittel des zweiten Jahres der Klonkriege befinden. Jedenfalls scheint Dooku zu spüren, dass sich Ventress wieder aus ihrem Versteck (wo auch immer dieses gewesen sein mag) gewagt hat und wieder nach Datomir zurückgekehrt ist (oder Mutter Talzin hat dies sogar aktiv gefördert) und schickt prompt Grievous mit einer fast lächerlich großen Invasionsarmee um die Nightsisters auszulöschen (“Wipe the witches out – all of them!”)

Appropos Heimkehr: Ventress verwendet für ihren Rückflug eine HH-87 Starhopper, ein Schiff, das uns erstmals in der Sklavereigeschichte auf Zygerria begegnet ist und das seitdem fast eine Art Standardtransporter für Einzelreisende und kleine Gruppen geworden ist.  Wie überhaupt die Serie eine gewisse Tendenz dazu hat, immer dann wenn eine neue Rasse oder ein neuer Schiffstyp eingeführt wird, diese/dieser dann in den kommenden Folgen zunächst fast ständig zu verwenden bzw. zu zeigen um sie/ihn dann wieder (für längere Zeit) von der Bildfläche verschwinden zu lassen…

Aber darum geht es hier je eigentlich gar nicht! Interessant finde ich, dass Mutter Talzin Ventress zwar mit offenen Armen aufnimmt, sogar als Nightsister “tauft” und sich ihre Klagen über den “Verräter” Savage Opress anhört, jedoch völlig darauf “vergisst” zu erwähnen, dass ebendieser selbst nach Dathomir zurückgekehrt ist und Talzin ihn umgehend auf die Suche nach seinem Bruder geschickt hat. Spielt die alte Hexe hier vielleicht ein doppeltes Spiel?

Die Nacht der lebenden, toten Nachtschwestern

Die "Geburt" einer Nachtschwester

Interessant wird es auch, zu sehen, was nun weiter aus Ventress wird. Von Dooku verstoßen, von Opress betrogen und von den Jedi und der Republik gejagt bleibt ihr nichts andere übrig, als sich wieder ihrer ursprünglichen Heimat zuzuwenden. “Fullfill your destiny and become a true Nightsister!” sagt Talzin zu ihr, ich frage mich, ob das ein Hinweis darauf ist, was noch kommen wird.

Ach ja, Nightsisters: Dave Filoni erwähnte einst, dass die Nachtschwestern (eigentlich ein furchtbarer Begriff im Deutschen) keine klassischen Machtanwender im Sinne der Jedi bzw. der Sith sind. Zwar leiten sie ihre Magie bis zu einem gewissen Grad aus dem Studium der Dunklen Seite ab, wenden die Macht selbst jedoch zumindest nicht bewusst an. Mir gefällt die Erklärung gut, dass es mehr (bzw. noch etwas anderes) gibt, als die Macht, das recht wundersame und auch erschreckende Werke vollbringen kann.

Und tatsächlich ist diese Episode die vermutlich gruseligste der gesamte bisherigen Serie. Zu der ohnehin schon düsteren und bedrohlichen Atmosphäre von Dathomir, kommt die Tatsache, dass die Nachtschwestern ihre Toten in einer Art Kokon aufbewahren, die von Bäumen hängen, vielleicht weil der Boden zu hart ist um sie zu begraben, vielleicht auch um sie so leichter und schneller wiedererwecken zu können.

Die Nacht der lebenden, toten Nachtschwestern

Der Friedhof der Nachtschwestern

Im Gegensatz zu den sonst meist in Filmen gezeigten Untoten bewegen sich die Zombies der Nachschwestern jedoch echt schnell, sind extrem kräftig und machen mit der Unzahl an Droiden kurzen Prozess, indem sie sie buchstäblich in Stücke reißen. In einer, wie ich finde unglaublich gelungenen Szene, springt eine der Untoten auf Grievous Rücken und versucht ihm den Kopf abzureißen, woraufhin dieser die Alte wie ein lästiges Insekt packt, angewidert von seinen Schultern zupft, zu Boden schleudert und in Stücke hackt.

Die Nacht der lebenden, toten Nachtschwestern

Da hat wohl die Hautcreme nicht gereicht...

Talzin selbst schafft es, sich in eine Art grüne Energiekugel zu hüllen mit der sie Blitze schleudern kann und die älteste und weiseste Nightsister (die beizeichnenderweise auch noch Old Daka heißt) muss in einer Höhle hausen, die keinen natürlichen Eingang hat. Das System der Altenbetreuung auf Dathomir ist echt verbesserungswürdig.

Für ihre Voodoo Folter von Dooku verwendet Talzin neben einer Puppe und einem Kessel mit Hexengebräu eine Haarsträhne des Grafen. Es wäre interessant zu erfahren, wie sie zu dieser gekommen ist, denn in der Nightsisters-Trilogie hatte sie definitiv keine Gelegenheit ihm diese abzuschneiden, aber es scheint ohnehin so zu sein, dass sich Dooku und Talzin schon vor den Klonkriegen begegnet sind.

Die Nacht der lebenden, toten Nachtschwestern

Mitten aus der Brust

Das Ende der Episode kommt etwas rasch (für mich fast zu rasch) und am Schluss sehen wir eine Ventress, die zum ersten Mal echt verzweifelt wirkt, da nun auch ihr letztes “Rückzugsgebiet” verloren ist. Und auch wenn die Nightsisters besiegt zu sein scheinen (“This Chapter is over.” sagt der “Machtgeist” von Talzin zu Ventress am Ende), so werden wir schon in der übernächsten Folge sehen, dass dies durchaus nicht der Fall ist.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Nachdem Ventress “getauft” wurde, trägt sie kurz eine Art Rüstung. Doch schon eine halbe Minute später sehen wir sie wieder in ihrem Domina Outfit. Ich frage mich, ob dies ein Regiefehler ist.
  • Talzin bezeichnet die Klonkriege wörtlich als “absurd”.
  • Der Defoliator – jene Waffe, die Lok Durd in der ersten Staffel gegen die friedlichen Lurmen einsetzen ließ kehrt hier wieder zurück. Und da soll noch einer sagen, dass die Serie keine Kontinuität hat!
  • Geschrieben wurde diese Folge von Katie Lucas (Georges Tochter) und damit ist auch klar, dass man sich zu Recht eine hohe Qualität erwarten kann, denn Katies Folgen zählten bisher immer zu den Top-ten der Serie.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.