Die Macht des Was-wäre-wenn

Von Zeit zu Zeit beglückt uns Hollywood, oder Deutschland, oder Österreich oder sonst ein Land, das Filme hervorbringt mit Geschichten in denen es darum geht, dass eine ganz normale Person einer sehr berühmten Person bis auf’s Haar gleicht und durch irgendwelche Zufälle dazu gezwungen wird, plötzlich die Rolle dieser berühmten Person einzunehmen. Dazu kommt noch, dass diese ganz normale Person diese Rolle dann auch meist wesentlich besser ausfüllt als ihr ursprünglicher und eigentlicher Inhaber.

“Shadow Warrior” ist die Star Wars Variante dieser Geschichte, aber Gott sei Dank macht diese Doppelgänger-Handlung nur einen Teil der Episode aus.

Nebenbei ist “Shadow Warrior” nach “Lightsaber Lost” und “Bounty Hunters” die dritte Folge aus Clone Wars, die von einem Film von Akira Kurasawa inspiriert wurde, in diesem Fall von einem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1980, der wohl nicht ganz zufällig von George Lucas produziert wurde.

Jedenfalls wissen wir jetzt, warum Boss Nass weder in der vorangegangenen noch in dieser Folge vorkommt, denn Jar Jar Binks wäre wohl kaum als sein Doppelgänger durchgegangen. Bei seinem Nachfolger Boss Lyonie sieht dies freilich schon ganz anders aus, wobei ich ja sagen muss, dass für mich alle Gungans mit Ausnahme von Nass und Tarpals so ziemlich wie Jar Jar aussehen, aber das ist jetzt vermutlich rassistisch!

Die Macht des Was-wäre-wenn

Der Boss und sein General

Und nebenbei vergibt diese Folge die Riesenchance, Lyonie gleich wieder loszuwerden und Boss Nass wieder zu ebendiesem zu machen. Aber vielleicht braucht man den dürren Kerl ja nochmals.

“Shadow Warrior” weist eine ganze Reihe an Schwächen auf. Ein paar Beispiele gefällig?

Da ist zunächst einmal der grundsätzliche zeitliche Ablauf. Wenn es stimmt, dass die Folgen seit der zweiten Hälfte der dritten Staffel in chronologischer Abfolge spielen, so würden die Ereignisse in dieser Geschichte irgendwann (knapp?) nach den Geschehnissen der Mon Calamari Trilogie stattfinden, in der die Gungans die großen Unterstützter der Republik waren und aktiv für Padme kämpften. Und nun sollen sie, so mir-nichts-dir-nichts die Menschen auf Naboo angreifen? Zudem sollte selbst der dümmste Gungan mittlerweile begriffen haben, das man Dooku und seinen Versprechungen nicht glauben darf, oder?

Das Gerede der Gungans ist absolut nervig. Jar Jar allein ist ja gerade noch auszuhalten, aber ununterbrochen Sätze zu hören, die mit “Messa” beginnen ist auf Dauer echt schwer zu ertragen. Ja, auch Yoda schafft es nicht einen grammatikalisch richtigen Satz hervorzubringen, aber er klingt dabei wenigstens nicht wie ein Zweijähriger.

Die Macht des Was-wäre-wenn

Die Senatorin, der Trottel und der Jedi...

Und was hat es mit diesem Halsband auf sich? Erzeugt es seine Mach auf Boss Lyonie aufgrund der darin enthaltenen Elektronik, entfaltet es seine Wirkung aufgrund der dunklen Seite der Macht (wie der Muur Talismann in der “Vector” Comicserie), oder ist es gar eine Art von Magie? Rish Loos Verhalten lässt eher auf zweiteres schließen, aber wirklich erfahren tut man es nicht.

Grievous Verhalten gegenüber Jar Jar/Lyonie ist fast schon lächerlich. Normalerweise schlägt der General schon bei der kleinsten Provokation alles kurz und klein und hier sieht er mehr oder weniger seeleruhig bei den “Blödeleien” des Gungangs zu?!

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Der grüne General

Und wie hat es Tarpals überhaupt geschafft die Droiden so schnell abzuschalten? Wie so vieles in dieser Folge wirkt auch das zu sehr überhastet und konstruiert.

Und schließlich bleibt die Frage: warum schon wieder Naboo? Ist dieser Planet wirklich von solch einer strategischen Bedeutung für den Krieg? Haben die Separatisten derartig Angst vor Padme und ihrer Gesinnung, dass sie sie permanent loswerden wollen? Oder ist es tatsächlich nur eine Racheaktion aufgrund der fehlgeschlagenen Invasion vor mehr als 10 Jahren?

Gleichzeit hat diese Folge aber auch sehr starke Momente (vor allem jene in denen kein Jar Jar vorkommt!): der Kampf der Gungans gegen Grievous und seine Gefangennahme, die fast wie eine Kreuzgiung wirkt.

Die Macht des Was-wäre-wenn

Der General in Kugeln

Anakins Kampf gegen Dooku und seine MagnaGuard Droiden ist wirklich vom Feinsten und enthält einige “Zitate” aus der OT – wie einen Dooku, der mit der Macht Gegenstände auf Anakin schleudert, oder das Durchscheinen dessen Schädelknochens, als ihn der Sith Lord mit Machtblitzen röstet.

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Anakins Schädel - die erste

Und schließlich enthält diese Folge einen jener “kleinen” Momente in der Geschichte des SW Universums, in der (theoretisch) das Schicksal der gesamten Galaxis hätte kippen können und dennoch wird kaum jemals jemand von diesem Moment erfahren (ein anderes Beispiel für einen solchen Moment spielt sich gegen Ende von “Darth Maul – Schattenjäger” ab, als Lorn Pavan die Informationen über einen Sith Lord ausgerechnet jenem Senator von Naboo gibt, der wenig später zum neuen Kanzler der Republik gewählt werden würde).

Prinzipiell ist Sidious’ Plan einmal mehr schlichtweg genial. Er weis offenbar von Padmes Beziehung zu Anakin und dass diese damit erstens nicht den Senat oder den Jedirat über die Entführung ihres Ehemanns informieren würde und zweitens einem Gefangenenaustausch gegen Grievous wohl oder übel würde zustimmen müssen. Doch was wäre passiert wenn sie das nicht getan hätte? Wie hätten Obi-Wan, Yoda oder Mace Windu auf Dookus Erpressung reagiert? Hätten sie Anakin in der “Obhut” des Sith Lords gelassen, nur um die Chance zu wahren Grievous habhaft zu werden und damit den Krieg vielleicht beenden zu können? Und wie hätte der Senat auf diese Situation reagiert und wie Sidious, wenn er Grievous nicht zurückbekommen hätte? Wie wären die Klonkriege weitergegangen? Hätte Dooku Anakin tatsächlich umgebracht? Hätte Sidious es zugelassen, dass sein gegenwärtiger Schüler, seinen zukünftigen tötet?

Natürlich ist das alles rein hypothetisch, wir alle wissen wie die Ereignisse weiterlaufen, aber ich liebe es, wenn eine Geschichte einem die Möglichkeit gibt, solche Hypothesen aufzustellen und zu “spinnen”. Und das ist es auch was diese Folge dann letztlich doch über den Durchschnitt hinaushebt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Die Fahrt in dem Bongo erinnert natürlich stark an Episode I, sogar die Musik, die wir dabei hören ist an den Soundtrack von TPM angelehnt.
  • Padme und Anakin habe nun – neben ihrer Ehe – ein weiteres Geheimnis, das sie miteinander teilen müssen.
  • Die Folge schafft es auf fast schon geniale Art und Weise, dass sich Anakin und Grievous nicht “begegnen” – sie tun dies ja offiziell erst auf der “Invisible Hand” in Episode III – auch wenn es diesmal ziemlich knapp wird.
  • General Tarpals stirbt mit offenen Augen, was selten ist in einer Cartoonshow.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.


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