Deutschsprachiger Horror #3 | „Creep“ (2004)

Bei dem Film Creep hatte ein Brite seine Finger im Spiel. Aber erneut setzt man auf das deutsche Horror-Girl Franka Potente (Anatomie 1+2), die sich 2004 unter der Regie von Christopher Smith (Triangle, Black Death) im Londoner U-Bahn System einsperren lässt um es mit einer Monstrosität aufzunehmen.

Sie spielt Kate, die sich nach einer Party auf den Nachhauseweg macht, nur um dann die Nacht in der Londoner U-Bahn verbringen zu müssen. Hier trifft sie auf einen Arbeitskollegen, der ihr an die Wäsche will. Hier trifft sie auf ein junges, obdachloses Pärchen, mit dem sie sich schon bald auf der Flucht befindet. Denn irgendwo in den Gewölben zieht ein grausames Monster umher, dass sich Menschen fängt um an ihnen herumzudoktern.

Deutschsprachiger Horror #3 | „Creep“ (2004)

Creep

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Kate (Franka Potente) schläft ein und wird in der Londoner U-Bahn eingesperrt.

Zumindest das Setting wurde großartig gewählt und hier auch zum Einsatz gebracht. Wir bewegen uns mit Kate durch verstaubt finstere U-Bahn Tunnel irgendwo inmitten einer unpersönlichen Großstadt wie London. Da fühlt man sich selbst schon allein gelassen, vor allem schürt es Ängste vor nächtlichen U-Bahn Aufenthalten.

Hier ist es nun also dunkel, spät in der Nacht, die Stadt wie ausgestorben und die U-Bahn dementsprechend noch viel mehr. Wir irren orientierungslos mit Kate umher. Franka Potente hat ab und zu ein hierzu passendes After-Party-Ich-bin-müde-will-nach-Hause Laune-Gesicht aufgelegt, das man sich nur allzu gut auch für sich selbst vorstellen kann.

Aus dem Setting folgt, dass man eine Menge Horror-Atmosphäre entstehen lassen kann, ohne das umherziehende Monster zu zeigen. Der Film widersteht tatsächlich lange Zeit dem Drang, sein Ungetüm zu entblößen, schmeißt es aber doch zu früh und sichtbar in die Handlung hinein.

Dennoch ist da ein großer Teil des Films, in dem unsere Fantasie angeheizt wird. Die Fantasie als bestes Mittel, um grausige Geschöpfe zum Leben zu erwecken.

Deutschsprachiger Horror #3 | „Creep“ (2004)

Creep

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Die kannibalische Monstrosität jagt alles Leben in „seiner“ U-Bahn.

Aber mit all diesen Stärken im Bild, kommen Schwächen in den Dialogen daher. Sobald hier jemand den Mund aufmacht, wirkt es schlicht unfreiwillig komisch. Keine gute Eigenschaft für einen düsteren Horrorfilm.

Inspiriert durch den 1972er Kannibalen-in-der-U-Bahn-Streifen Tunnel der lebenden Leichen lässt der Regisseur seine Lola (oder Kate) wieder davonrennen, traut aber seinen eigenen Bildern und der Atmosphäre nicht über den Weg. Er schmeißt zu viele Nebenfiguren in die Handlung und zeigt sein Monster dabei viel zu früh.

Wäre Creep ein atmosphärischer Stummfilm (weil die Dialoge wirklich furchtbar sind), hätte man weitaus mehr Spaß an dem Film gehabt.


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