Der Weg zur Hölle...

...ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Doch am Jahreswechsel erliegt man mitunter dem Gruppenzwang in feuchtfröhlicher Stimmung und lässt sich zu allerlei Versprechungen hinreißen. Spätestens dann, wenn der Kater verflogen ist und die Erinnerung wiederkehrt, kommt auch das Grauen der Versprechungen angeschlichen, die man sich selbst, der Familie oder Freunden gemacht hat. Weniger trinken, aufhören zu Rauchen, weniger essen und mehr Bewegung machen... sind dabei wohl die häufigsten Vorhaben, die mitunter die Erbschaft der letzten Minuten des vergangenen Jahres antreten.

Der Weg zur Hölle...

Foto: Jean Scheijen
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/931768

Doch was macht Vorsätze so schlimm und können wir daraus nicht doch etwas Sinnvolles gewinnen?
Schlimm daran ist, dass wir sehr oft wissen, dass wir Vorsätze nicht einhalten und den Rest des Jahres mit einem schlechten Gewissen verbringen. Im Laufe 
der Wochen und Monate wird dieses zwar schwächer, aber spätestens 12 Monate später werden wir an das Versagen der ersten Tage des Jahres erinnert.
Vorsätze wachsen aber auf dem Nährboden der Unzufriedenheit. Wer würde schon daran denken, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn er keine Probleme damit hätte. Wer würde sich vornehmen, weniger zu essen, wenn er mit seiner Figur im Reinen wäre und wer würde sich zu dem Vorsatz Bewegung zu machen hinreißen lassen, wenn er ohnehin fit ist, wie ein Turnschuh.
Ein Vorsatz trägt also immer den Kern von offenen oder verborgenen Wünschen oder Sehnsüchten in sich. Das Problem taucht da auf, wo er ein Lippenbekenntnis bleibt. Wo er tatsächlich eine vorlaute Äußerung bleibt, die Angesichts von zu viel Feierlaune gemacht wurde.
Damit ein Vorsatz am Ende der ersten Woche des neuen Jahres also nicht zur Worthülse verkommt, die schnell zum kalten Kaffee des Vorabends wird, müssen wir mit dem Vorsatz arbeiten.
Stellen wir zuerst einmal fest, ob dem Vorsatz ein ursächlicher Wunsch zugrunde liegt. Meist wird die Antwort "Ja" sein. Aus dem Vorsatz muss also schleunigst ein Ziel werden. Dazu texten wir den Vorsatz entsprechend um, notieren ihn auf einem Blatt Papier, in einem Tagebuch oder im Kalender. Er sollte positiv formuliert sein und so, als wäre das Ziel bereits erreicht - also Gegenwart.
Datum nicht vergessen und am besten mit Unterschrift besiegeln.
Dann muss ein Plan her, der Etappenziele enthält und den Weg, wie diese und das Endziel zu erreichen sind.
Wenn wir so mit einem Vorsatz umgehen, dann haben wir die Pflastersteine des Höllenwegs in Markierungen auf dem Pfad in ein besseres Leben verwandelt.
Ich selbst fasse seit Jahren keine Vorsätze und der Jahreswechsel ist auch kein besonderer Anlass mehr für mich, um neue Ziele zu definieren oder Pläne zu schmieden. Wenn ich jedes Mal auf solche Anlässe wie Weihnachten, Neujahr, Ostern oder meinen Geburtstag warten würde, ginge in meinem Leben nicht wirklich etwas weiter. Auf manche Dinge mag ich nicht allzu lange warten, also definiere ich ein Ziel gleich - auch wenn Mittwoch Vormittag ist. Sobald ich weiß was ich will, steht auch bald der Plan und dann geht's an die Arbeit. Alles andere ist Zeitverschwendung ;)
In diese Sinne wünsche ich nochmal ein gutes Neues Jahr. Möge es das beste werden, dass ihr je erlebt habt.


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