Der Tagschläfer

Tagschläfer (©Chiswick Chap, Wikimedia Commons)

Tagschläfer (©Chiswick Chap, Wikimedia Commons)

Die Tagschläfer (Nyctibius) gehören zu einer Vogelgattung, die ihr Zuhause in den Wäldern und offenen Waldgebieten in Mittel- und Südamerika und auf den Antillen gefunden haben. Sie haben eine neotropische Verbreitung von Mexiko bis Argentinien, mit der größten Vielfalt im Amazonasbecken. Sie werden in jedem mittel- und südamerikanischen Land außer Chile gefunden, kommen aber auch auf drei Karibischen Inseln vor: Jamaika, Hispaniola und Tobago.

Es ist ein seltsamer Vogel, der sich während des Tages aufrecht auf Baumstümpfen, abgebrochenen Ästen, deren Farbe und Struktur er mit seinem graubraun gestreiften oder gefleckten Gefieder perfekt ähnelt, ausruht. So sitzt er den ganzen Tag unbeweglich mit seinem Schnabel steil nach oben gerichtet. Obwohl seine Größe nicht unerheblich ist (im Durchschnitt 38 cm), ist er mit seiner Umgebung so verschmolzen, dass man ihn kaum wahrnehmen kann.

Der Englische Name „Potoo“ ist viel ausdrucksvoller, weil sein Ruf so ähnlich klingt. Da sie wie ein Bestandteil ihres Sitzplatzes aussehen, aber klare, klingende Tone von sich geben, sind sie unter den Einheimischen unter den Namen „Urutau“ bekannt, was übersetzt „Gespenstermaul“ bedeutet.

Tagschläfer in Brasilien (©Dario Sanches, Wikimedia Commons)

Tagschläfer in Brasilien (©Dario Sanches, Wikimedia Commons)

Der Brutplatz der Tagschläfer ist die Oberseite eines Baumstumpfs. Das Weibchen des eulenähnlichen Vogels legt ein einzelnes geflecktes Ei, auf dem der männliche Vogel brütet.

Die nachtaktiven Tagschläfer sind Insektenjäger, die vorbeifliegenden Insekten auf der Sitzwarte auflauern, um sie dann in kurzen Abflügen zu erbeuten.

Die Tagschläfer sind heute ausschließlich in der Neuen Welt zu finden, aber sie hatten vermutlich eine viel breitere Verteilung in der Vergangenheit. Ein vollständiges Fossil-Skelett einer Gattung wurde in Messel in Deutschland gefunden. Es hatte eine Konstruktion ähnlich der von modernen Tagschläfern, was darauf hindeutet, dass es ein naher Verwandter ist. Da es das einzige gefundene Fossil ist, ist es nicht bekannt, ob die Familie eine weltweite Verbreitung hatte und ob sie in der Alten Welt entstanden ist.

Sie sind sehr selten und relativ wenig erforscht. Leider droht ihnen das Aussterben und sie befinden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

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