Der Schmerz in dir

Jemandem der zutiefst liebt und gerade durch den Schmerz der Enttäuschung geht, Ratschläge zu geben, wie „Du musst loslassen damit der Schmerz gehen kann“ oder „Du musst in den Spiegel schauen, was dieser Schmerz dir sagen will“ oder „alles was Du suchst liegt in dir Selbst und wird dir solange Schmerzen bereiten, bis Du es in deinem Inneren findest, annimmst und erlöst“, grenzt für den Leidenden an Ironie und Hohn und zeugt von wenig spiritueller Weisheit.

Dieser Jemand, der solche Ratschläge hinwirft, weil er sie irgendwo gelesen hat oder in einem Seminar oder sonstigem gelernt hat, dieser Mensch hat diese tiefe Art zu lieben wahrscheinlich noch nicht kennengelernt, ist wahrscheinlich noch nie durch den Schmerz so zu Boden gegangen, dass er seinen Weg zeitweise nicht mehr erkennen konnte.

Ein Mensch der dir erklären will, dass Du selbst alles in dir trägst, was dein Gegenüber dazu herausfordert dich zu verletzen, dieser Mensch hat keine Empathie, versetzt sich nicht in dich und dein Leiden hinein, und sehr wahrscheinlich hat er auch kein wahres Interesse an dir oder ist hilflos deinem Leid gegenüber und serviert dir nun Weisheiten die durch Medien oder Bücher kursieren.

Einem leidenden Menschen solche „Weisheiten“ zu präsentieren, spricht weder vom Wissen über wahre Liebe, noch von Weisheit oder Mitgefühl.

Für den welcher gerade im Schmerz lebt klingen solche Sätze so als sei er selbst unfähig die Liebe zu erkennen und dafür, dass seine Art zu leiden falsch ist, weil er die Ursachen nicht in sich selbst finden kann. Wie soll er auch in sich finden was da nicht ist.

Und wenn er sich darauf einlässt, die Ursache des Schmerzes in sich selbst zu suchen, wird er mit der Zeit lernen sich selbst anzuzweifeln, da er ja in seinem Inneren nichts findet, was rechtfertigen würde, dass er selbst der Verursacher seiner Schmerzen ist.

All diese modernen Theorien und Leitsätze, was bringen sie denn wirklich? Meistens nichts, außer noch mehr Leiden.

Ich kenne niemanden, der dadurch zu Frieden in sich selbst gefunden hätte, indem er seine Gefühle in Frage stellt und die Ursache dafür, dass andere ihn verletzen in seinem eigenen Selbst sucht, im Gegenteil. Wer in sich selbst nach dem Auslöser des Schmerzes sucht, den ein anderer ihm zufügt, wird meist nicht finden und sich dadurch von sich selbst entfernen.

Ein jeder der tiefe Seelenliebe erfahren hat weiß, dass ihm nichts hilft ihm den Schmerz zu nehmen, dass hier nur die Zeit helfen kann, sein Leiden zu mildern und das ihm diese esoterischen Ratschläge wahrscheinlich keine Hilfe bringen. Und wer zu sich selbst ehrlich ist und zu seinen Gefühlen steht und sie annimmt, so wie sie nun einmal gerade sind, der wird mit der Zeit verstehen, dass nur der mutige Weg nach vorne, mitten hindurch durch den eigenen Schmerz und das Leid, ihn langsam auf den Weg zu seinem persönlichen inneren Frieden führen werden.

Was wirklich in dir selbst zu finden ist, ist die Kraft zu entscheiden, was gut für dich ist und was Du für dich persönlich von außen annehmen willst oder durch was Du hindurchgehen möchtest.

Es liegt in dir, deinen Schmerz zu fühlen und aus ihm herauszuwachsen. Du brauchst den Schmerz um dich selbst kennenzulernen, deinen eigenen Grenzen, Gefühle und deiner eigenen Stärke nahezukommen, aber auf deine eigene Art, auf deinem eigenen Weg, in deiner eigenen Geschwindigkeit.

Du bist total in Ordnung, wenn Du dich weigerst in dir selbst zu suchen, wieso ein anderer sich schlecht dir gegenüber verhält.

Du bist gesund, wenn Du die Schuld nicht nur bei dir suchst, sondern bei jenem der dir so unbedacht und empathielos wehgetan hat.

Es ist ein Zeichen deiner Liebe zu dir selbst, wenn Du ablehnst die Ursache für Fehlverhalten anderer dir gegenüber, in dir selbst zu suchen.

Und es spricht von Respekt deiner eigenen Seele gegenüber, wenn Du dir zugestehst die Motivation des anderen zu hinterfragen, wieso er dich verletzt hat. Und wahrscheinlich kommst Du zu dem einfachen Ergebnis, dass es nicht an dir liegt, sondern daran, dass dein Gegenüber mit sich selbst nicht im Reinen ist und nicht wirklich daran interessiert ist, wie Du fühlst und denkst.

Es spricht nicht gegen dich, wenn ein anderer dich im Schmerz zurücklässt, sondern es zeigt eher, dass dein Gegenüber Probleme mit sich und seinem Gefühlsleben hat.

Wieso soll man nur bei sich selbst suchen? Wieso nicht bei dem anderen?

Wieso soll man nicht leiden dürfen, ohne bei sich selbst den Auslöser für dieses Leid zu suchen, sondern im Gegenüber.

Und die wichtigste Frage überhaupt, wieso sollte man für jede Verletzung die dir ein anderer zufügt, in sich selbst die Ursache tragen, und der andere einfach fröhlich seiner Wege weitergehen, doch Du bleibst zurück mit Fragen die nie einen Antwort finden werden?

Du hast sehr wohl auch das Recht, dem anderen seinen Teil deines Schmerzes zuzuschreiben, es liegt nicht alles in dir verborgen.

Warum solltest nur Du die Spiegelfläche sein, während der andere weiterzieht und innerlich fröhlich, frei und gelassen, sich keiner Schuld bewusst sein Leben genießt?

Auf diese Weise wirst Du sehr wahrscheinlich immer wieder auf Menschen treffen, die dich verletzen, dich schlecht behandeln und dir tiefe seelische Wunden zufügen, dich somit erfolglos suchend nach den Gründen in dir selbst zurücklassen. Dies wird so lange ein Kreislauf in deinem Leben bleiben, bis Du dir selbst erlaubst, nicht mehr alle Ursachen für das gefühlslose Verhalten anderer in dir zu suchen, sondern auch ihnen ihren Teil zugestehst.

Du hast das Recht zu leiden und dich deinem Schmerz zu ergeben und dabei auch negative Gefühle für denjenigen zu hegen, der dir denselben zugefügt hat. Du hast das Recht zu Boden zu gehen, dort liegen zu bleiben, zu weinen, zu jammern und zu toben, solange Du es für dich selbst brauchst.

Und Du hast das Recht dich dann von anderen Menschen umarmen, bedauern und liebevoll auffangen zu lassen, ohne dich hinterfragen zu müssen, was Du falsch gemacht hast, wo in dir die Mechanismen verborgen sind, die den anderen dazu verleitet haben, dir Schmerz und Enttäuschung zu bereiten. Sie liegen meist nicht in dir, sondern im Gegenüber.

© Erika Flickinger

Schmerz: dualseelen.org

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