Der Menschenrechtsfall der Woche - BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó

Diese Woche möchte ich Euch die BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó vorstellen.
KW07/2014 - Der Menschenrechtsfall der Woche - BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó Kinder der Friedensgemeinde San José de Apartadó: © Private
BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó leiden nach wie vor unter dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien. Vor kurzem explodierte in der Gemeinde ein mutmaßlich von der Guerilla gelegter Sprengkörper nahe einer Polizeistation und einer Schule. Zudem werden die BewohnerInnen der Friedensgemeinde auch von den Streitkräften noch immer bedroht.
Am 5. Februar explodierte nahe der Polizeistation im Ortsgebiet von San José de Apartadó in Antioquia im Nordwesten des Landes ein Sprengkörper, der von den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - FARC) gelegt worden sein soll. Sein Einschlag war in den Nachbargebäuden zu spüren und beschädigte ein Haus, das zur Friedensgemeinde San José de Apartadó gehört. Aufgrund der Explosion wurde der Unterricht in einer nahegelegenen Schule ausgesetzt.
Noch am selben Tag drohten SoldatInnen der 17. Brigade der kolumbianischen Streitkräfte den BewohnerInnen von San José, dass sie für das Geschehene würden büßen müssen und paramilitärische Aktionen in den Ortschaften Apartadó und Tierra Amarilla erwarten sollten; niemand solle vergessen, dass Streitkräfte und Paramilitärs zusammenarbeiteten ("lo sucedido aquí lo pagarán caro los pobladores HP de San José a través de acciones de los paramilitares en Apartadó y en Tierra Amarilla; que a nadie se le olvide que nosotros trabajamos juntos"). Die gleiche Gruppe von SoldatInnen warnte einen Bewohner der Friedensgemeinde, sie würden mit dieser "aufräumen". Am 8. Februar wurde Wber Areiza, ein Bewohner der Friedensgemeinde, von SoldatInnen der 17. Brigade zweimal vorübergehend in Haft genommen. Trotz der Präsenz der Streitkräfte wird immer wieder davon berichtet, dass paramilitärische Gruppen in der Region operieren.
Es gibt eine Urgent Action, die sich für die BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadóeinsetzt.
Schreibt eine E-Mail an: info(at)botschaft-kolumbien.de
Betreff:
Bedrohte Friedensgemeinde San José de Apartadó
Text:Mit Bitte um Weiterleitung an:
Señor
Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
Sehr geehrter Herr Praesident,
ich moechte meiner Sorge um die Sicherheit der BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó und der anderen BewohnerInnen der Gegend, die sowohl von Guerillagruppen als auch von den Streitkraeften und paramilitaerischen Gruppen bedroht werden, Ausdruck verleihen.
Die Zivilbevoelkerung hat ein Recht darauf, nicht in bewaffnete Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden. Ich moechte Sie deshalb eindringlich bitten, die mutmasslich von den FARC veruebte Sprengstoffdetonation am 5. Februar, die Bedrohung der BewohnerInnen durch Angehoerige der Streitkraefte und der Paramilitaers sowie die Praesenz der Paramilitaers in der betreffenden Region vollstaendig und unabhaengig zu untersuchen.
Mit freundlichen Gruessen
(Dein Name)Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren:Friedensgemeinde erneut bedroht 
Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.KW07/2014 - Der Menschenrechtsfall der Woche - BewohnerInnen der Friedensgemeinde San José de Apartadó
"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."(Quelle: Amnesty International)