Der frühe Steven Spielberg

“The Last Gun” (1959), “Fighter Squad” (1961), “Escape to Nowhere” (1961) und “Firelight” (1964) – Filmtitel die man nicht sofort mit Steven Spielberg in Verbindung bringt. “Amblin’” (1968) dürfte noch eines seiner bekanntesten Frühwerke sein: Ein Blick auf den Weg eines heute weltberühmten Filmemachers.

Von Kurzfilmen zum Fernsehen, vom Fernsehen zum Film – und heute einer der vielleicht bedeutendsten Filmemacher der Geschichte: Steven Spielberg, sowohl bekannt für seine Inszenierungen im Science-Fiction Genre („A.I. – Künstliche Intelligenz“, „Minority Report“) als auch für seine historischen Werke („Schindlers Liste“, „Amistad“), denen er mit „Lincoln“ eine Facette hinzufügen wird. Er hat den ewigen Klassiker „Jurassic Park“ ebenso zu verantworten wie den großen, weißen Hai und zahlreiche Besuche außerirdischer Lebensformen auf dem Planeten Erde („Unheimliche Begegnung der dritten Art“, „E.T.“, „Krieg der Welten“).

Aber irgendwo muss die lange Reise des Regisseurs, des Filmemachers begonnen haben. Und das war bereits in seiner Kindheit. In seinen frühen Teenagerjahren verbrachte “Klein”-Spielberg seine Zeit damit, Amateur-Abenteuerfilme mit einer Super 8 Kamera zu drehen. Gemeinsam mit seinen Freunden, ähnlich filmbegeisterten Jugendlichen, entstand sein erster Film am Pinnacle Peak Patio Restaurant in Scottsdale – “The Original Western Steakhouse”, die Location existiert noch heute. Auch seine Spielzeugeisenbahn hatte unter seiner Filmleidenschaft zu leiden, so tauchten die Wracks der kleinen Güterwagons auch in seinem ersten Film auf – als Reminiszenz auf den Filmemacher Cecil B. DeMille, in dessen Film “The Greatest Show On Earth” eine solche Eisenbahnwrack-Szene enthalten ist. 2009 erhielt Steven Spielberg den nach diesem Filmemacher benannten Golden Globe für sein Lebenswerk, überreicht von Martin Scorsese. Hier erzählte er auf der Bühne, vor befreundeten Filmemachern und Schauspielerin, selbst noch einmal die Geschichte, wie ihn ein Kinobesuch mit seinem Vater zum leidenschaftlichen Filmemacher hat werden lassen.

Dieser erste Film, von dem Spielberg erzählt, brachte ihm 1958, im Alter von zwölf Jahren, bereits eine erste Auszeichnung ein: Damals schloss sich Spielberg einem Pfadfinder-Trupp an und erfüllte hier durch den Dreh von “The Last Gun”, wie der Film hieß, schnell die Voraussetzungen für das Fotografie-Verdienstabzeichen. In einem Interview, welches Jahre später mit Spielberg geführt wurde, erinnert sich der Filmemacher, dass der Fotoapparat seines Vaters zu damaliger Zeit kaputt war und er seinen Pfadfinderführer fragte, ob er auch mit der Filmkamera eine Geschichte erzählen dürfe um das Abzeichen zu bekommen. Er erhielt die Erlaubnis, hatte die Idee zu einem kleinen Western und so wurde sein erster Film geboren.

Mit dreizehn Jahren gewann Spielberg dann einen Preis beim Canyon Films Junior Film Festival, einem landesweiten Amateurfilmer-Wettbewerb, bei dem sein 40 Minuten langes Werk “Escape to Nowhere” gezeigt wurde. Bereits mit historischen Hintergrundgedanken gefilmt, handelt dieses noch unter dem Terminus Kurzfilm laufende Projekt vom Krieg in Ostafrika (der Afrikafeldzug während des Zweiten Weltkriegs). Die Dreharbeiten hierfür fanden in der Wüste nahe Camelback Mountain in Phoenix, Arizona statt, wo er Freunde und Verwandte, darunter auch seine Schwester Anne Spielberg, als Soldaten des Zweiten Weltkriegs inszenierte. Von diesen 40 Minuten ist heute nicht mehr viel übrig. Das frühe Filmvergnügen eines Steven Spielbergs auf Super 8 Kamera ist größtenteils verschollen oder zerstört. Selbst der längste Zusammenschnitt von “Escape to Nowhere”, mit Szenen die die Zeit überdauert haben, ist gerade einmal knapp über zwei Minuten lang.

Mit sechszehn Jahren schrieb und drehte Spielberg dann “Firelight”, seinen ersten Langspielfilm (140 Minuten). Das Science-Fiction Abenteuer (man bemerke: nach dem historischen Ausflug ein Sci-Fi Film, diese Vorgehensweise zieht sich auch durch die spätere Karriere Spielbergs hindurch), welches später als Inspiration zu “Unheimliche Begegnung der dritten Art” dienen sollte, wurde mit einem Budget von gerade einmal 500 US Dollar realisiert, in einem lokalen Kino gezeigt (The Phoenix Little Theatre) und brachte einen Profit von 1 US Dollar ein. Der Film, in dem ein UFO die fiktive Kleinstadt Freeport in Arizona heimsucht, war das erste Projekt Spielbergs, welches nicht nur auf einem 67 Seiten langen Drehbuch beruhte, sondern auch mit Schauspielern statt Laiendarstellern inszeniert wurde, die aus der Theatergruppe der lokalen High School rekrutiert wurden. Zusammen mit Freunden und Familie pflasterte Spielberg die Stadt an allen erdenklichen Stellen mit Reklameschildern zum Film, sogar ein Artikel in der Zeitung “The Arizona Republic” beschäftigte sich mit dem Projekt des jungen Filmemachers.

Trotz dieser frühen Erfolge, musste Spielberg auch Rückschläge in Kauf nehmen. Nach einem Umzug nach Kalifornien versuchte er auf die University of Southern California, School of Theater, Film and Television zu kommen. Sowohl sein Erstversuch wie auch eine zweite Bewerbung wurden ausgeschlagen. Seine eigentliche Karriere im Filmbusiness begann als unbezahlter Praktikant in den Universal Studios. Nichtsdestotrotz lies es sich die University of Southern California, die Spielberg zweimal abgelehnt hatte, nicht nehmen, ihm 1994 – als er also schon als berühmter Filmemacher bekannt war – einen Ehrenabschluss zu verleihen und ihn zwei Jahre später zum “Trustee” der Universität zu ernennen, also einer Person die das Vertrauen der Institution inne hat. 2002, 35 Jahre nachdem Steven Spielberg seine Ausbildung auf der California State University in Long Beach begann, machte er nachträglich seinen regulären Abschluss durch ein eigenständig initiiertes Projekt, durch das er seinen “Bachelor in Film Production and Electronic Arts with an option in Film/Video Production” erhielt.

Derweil entstand während seiner Zeit als Praktikant in den Universal Studios sein erster Kurzfilm, der auch für einen offiziellen Kinostart vorgesehen war. Der Titel ist bezeichnend für seine weitere Karriere, beziehungsweise existiert inzwischen vor vielen Filmen, die durch Spielbergs Produktionsfirma entstanden sind: “Amblin’”. Der 26minüter, Namensgeber für Amblin Entertainment, existiert im Gegensatz zu anderen Frühwerken Spielbergs noch in voller Länge.

In dem Film geht es um zwei Tramper, gespielt von Richard Levin (später noch in einer Folge der Fernsehserie “Happy Days” zu sehen) und Pamela McMyler (zahlreiche Fernsehauftritte in Serien wie “Der Chef”, “Notruf California” oder “ALF” sowie in dem Film “Halloween II”), die sich zufällig in der Wüste begegnen und entscheiden, gemeinsam weiter zu reisen. Sie gehen und fahren per Anhalter dem Strand entgegen, werden während dieser Reise zu Freunden und verlieben sich schlussendlich auch ineinander.


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