Der Exorzismus des Darth Maul

Na sehr super! Da reist man monatelang, geführt von einem höchst unzuverlässigem Talisman durch die Galaxis, meuchelt eine Kellnerin (naja, fast jedenfalls), einen Piloten und eine falsche Schlange nieder und dann trifft man auf ein Wesen, das halb Spinne halb Sith ist, sich an kaum an etwas erinnern kann und die ganze Zeit nur rummosert.

So oder so ähnlich muss sich wohl Savage Opress gefühlt haben, als er schließlich seinen Bruder Darth Maul entdeckt, oder das was von ihm körperlich und geistig noch übrig geblieben ist.

Und dennoch lässt sich der Reserve-Sith nicht lumpen und nimmt seinen “Halbbruder” (welch grenzgeniales Wortspiel, haha!) in “Revenge”, der Abschlussepisode der vierten Staffel mit nach Dathomir

Dort trifft er auf Mutter Talzin, die einerseits kaum betrübt oder sauer darüber ist, dass ihr gesamter Clan ausgerottet wurde und die es andererseits problemlos schafft sich von einem grünen Nebel umgehend in eine physische Gestalt zu verwandeln (und auch wieder zurück), was einmal mehr die Frage aufwirft, wer oder was diese Figur eigentlich ist und welche Fähigkeiten sonst noch in ihr schlummern.

Der Exorzismus des Darth Maul

Eine Mutter erscheint...

Und weil wir gerade dabei sind: was will diese Frau eigentlich? Als Opress geschlagen und gedemütigt in der dritten Staffel zu den Nightsisters zurückkehrte, wies Talzin ihn an, nach seinem Bruder zu suchen, ohne jedoch genauer darauf einzugehen, in welchem Zustand sich dieser befand (ich vermute stark, dass sie darüber bescheid wusste), noch warum er das eigentlich tun sollte, außer, dass dieser ihn stärker machen und seine Ausbildung fortsetzen würde.

Und auch jetzt rückt die “Oberschwester” partout nicht damit heraus, was die weitere Bestimmung der beiden Zabraks ist. Gut, man kann vermuten, dass sie sie als Werkzeug verwenden will, um sich an Dooku und Grievous zu rächen, ich denke jedoch, dass ihr Auftrag zur Suche nach Maul noch einen anderen Grund hatte und dafür wenden wir uns wieder einmal dem “Darth Plagueis” Roman zu, über den ich nun wirklich bald ausführlich schreiben werde, versprochen! Darin versucht Mauls Mutter (Maul heißt übrigens wirklich so und das ist kein Titel bzw. Name, den Sidious seinem Schüler gegeben hat – wäre irgendwie lustig gewesen wenn am Ende von Episode III ein Darth Anakin oder ein Darth Skywalker entstanden wäre…) – eine Nightsister namens Kycina – ihren Sohn (bzw. einen von ihnen) vor dem Einfluss von Talzin und der damit einhergehenden Versklavung zu schützen und übergibt das ca. 1 Jahr alte Baby einem Reisenden von einer fremden Welt, den sie als stark in der Macht ansieht. Dass es sich dabei ausgerechnet um Palpatine handelt und dass sich damit das Schicksal ihres Sohnes nicht unbedingt zum besseren wendet steht auf einem anderen Blatt.

Jedenfalls versuchte Talzin bereits einmal – als Maul 15 war – sich das zu holen, was ihrer Meinung nach rechtmäßig ihr gebührt und ist daran gescheitert. Und so vermute ich, dass Talzins Auftrag an Opress, seinen Bruder zu suchen nicht nur dazu dienen sollte, dem gelb-schwarzen Zabrak zu helfen, sondern auch den “verlorenen Sohn” wieder nach Dathomir zurückzubringen.

Talzin bedankt sich für diese nette Geste dann aber auch nicht nur damit, dass sie Maul von seinem Spinnenkörper befreit und ihm hightech Roboterbeine verpasst, sondern auch indem sie an ihm eine Art Exorzismus durchführt und den körperlichen und geistigen Verfall sowie den Wahnsinn in Form von schwarzem Nebel aus seinem Körper saugt – eine in meinen Augen durchaus passende Metapher.

Der Exorzismus des Darth Maul

Schwarze Luft entweicht

Überhaupt finde ich es recht mutig von den Machern der Serie, eine Figur wie Maul als ein solch krankes, schwaches und irres Wesen zu zeigen. Dies gipfelt darin, dass Talzin einen grünen, schwebenden Energieball verwendet, um Maul aus dem Schiff zu locken und der Sith folgt diesem wie ein kleines Kind, das seinem Lieblingsspielzeug nachläuft.

Der Exorzismus des Darth Maul

Hol's Balli!

Talzin setzt den Unterleib von Maul aus den Überresten von Superkampfdroiden zusammen und dennoch sehen seine Beine letztlich ganz anders aus: Der wiedererstandene Darth Maul in der Serie weist eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit jenem aus dem Comic “Old Wounds” auf, das 2005 als eine von 11 Geschichten in dem Sammelband “Star Wars: Visionaries” erschien und an sich als non-cannon gilt. Bedeutet dies nun, dass diese Geschichte damit in den Rang zumindest eines C-Cannon erhoben wird. Ich hoffe es nicht (denn dann würde Maul ein für ihn eigentlich unwürdiges Ende finden) und bin mir auch ziemlich sicher, dass dies nicht der Fall ist, dennoch ist die Ähnlichkeit zwischen den “beiden Mauls” für mich zu offensichtlich, als dass sie Zufall sein könnte.

Der Exorzismus des Darth Maul

Darth Maul - Resurrected!

Nachdem Talzin nach getanener Artbei gleich wieder verschwindet – fast hat es den Eindruck als wollte sie den beiden Sith wie Kindern zunächst die Gelegenheit geben sich auszutoben – tun die beiden das dann auch gleich und metzeln ein Dorf Unschuldiger nieder, um die Aufmerksamkeit der Jedi zu erwecken, was auch prompt gelingt. Und aus unerfindlichen Gründen stimmt Yoda zu, dass Obi-Wan alleine loszieht, um sich Maul noch einmal zu stellen.

Der Exorzismus des Darth Maul

Episode I - Rematch

Doch halt! Wirklich alleine? Yoda spricht davon, dass Obi-Wan von unerwarteter Seite Hilfe bekommen könnte und in der nächsten Szene sieht man auch schon Asajj Ventress, die den Auftrag annimmt, Savage Opress zu jagen, auf dessen Kopf eine enorm hohe Summe ausgesetzt ist. Wirklich nur Zufall, oder stecken die Jedi hinter diesem Kopfgeld? Immerhin haben sie sich ja auch schon früher den Diensten von Kopfgeldjägern bedient, selbst für die Ausbildung “ihrer” Klone werden sie eingesetzt.

So also erleben wir nun endlich, was sich wohl mancher schon seit der ersten Staffel wünscht: Obi-Wan und Ventress kämpfen Seite an Seite!

Der Exorzismus des Darth Maul

Ein seltsames Paar

Und wohin führt uns das nun? Zunächst schaffen sich die Macher der Serie wohl selbst eine Menge Probleme, indem sie Maul wieder auferstehen haben lassen. Sowohl er als auch Opress werden in der 5. Staffel wieder auftauchen (wenn auch vermutlich nicht gleich am Beginn). Bis dahin wird es im kommenden Sommer gleich zwei Comics geben, die sich mit dem Sith befassen und ebenso wie bei Ahsoka und Rex wird man sich bis zum Ende der Serie etwas überlegen müssen, denn in ROTS ist weder von Maul noch von Opress die Rede. Naja, vielleicht haben ja auch Dooku und Sidious hier noch etwas mitzureden, denn der Regel der Zwei ist diese “Sith Inflation” nicht gerade förderlich.

Und dann sind da noch Obi-Wan und Ventress, die nun gemeinsam in einem Raumschiff festsitzen und wohl einige Zeit miteinander verbringen werden. Dave Filoni hat jedoch bereits gesagt, dass man nicht erfahren wird was die beiden während dieser Zeit getrieben haben. Vermutlich lässt sie Obi-Wan auf irgendeinem Planeten aussteigen und kehrt dann nach Coruscant zurück. Ich halte den Schachzug, Ventress zu einer Kopfgeldjägerin zu machen an sich für durchaus schlau: es wäre unglaubwürdig, wenn sie plötzlich zu einer der Guten werden würde, trotzdem hat man damit die Möglichkeit, sie von Zeit zu Zeit auf Seiten der Republik kämpfen zu lassen und sei es nur um sich an Dooku zu rächen. Auf der anderen Seite kann sie aber auch Aufträge für die Seps annehmen oder einfach Leute für Geld finden. Wer weiß, vielleicht hilft sie ja sogar Ahsoka dabei Lux zu finden…

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Mir ist hier zum ersten Mal aufgefallen, das Savage Opress eines seiner Hörner fehlt – ich frage mich wann und wo er dieses verloren hat.
  • Opress nennt Obi-Wan Ben – woher weiß er von diesem Namen, oder ist dies ein Regiefehler? Maul nennt Kenobi jedenfalls immer Obi-Wan.
  • Sidious hat Maul vor Episode I offensichtlich von den Plänen zu einem galaxisweiten Krieg erzählt, was seine Aussage unterstreicht, dass die Klonkriege tatsächlich Sidious’ Idee waren und nicht die von Plagueis.
  • Als Maul Obi-Wan fragt, wie es sich angefühlt hat als er hilflos mitansehen musste wie sein Meister getötet wurde hört man kurz eine Musik, die an “Duel of The Fates” erinnert.
  • Einmal mehr – und zum letzten Mal in dieser Staffel – muss Obi-Wan mächtig Prügel einstecken.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.


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