Dem großen Thiere

Diese folgenden Gedichte widme ich von Herzen der Redaktion des Großen Thiers. Das erste ist ursprünglich einem Mädchen gewidmet, und ich möchte diese Widmung nicht zurück nehmen. Ich veröffentliche diese Gedichte hier, weil sie vom Großen Thier nicht abgedruckt werden und nicht zu einer Lesung, die die Zeitschrift im IvI veranstaltete, zugelassen wurden. Weil man generell was gegen Lyrik hat, speziell wenn es um Liebeskummer geht.
Aber ich lasse die Gedichte am besten für sich selbst sprechen.

Zertret die Distel, verbrenn sie, setz Vertilgungsmittel und Flammenwerfer ein – Du wirst sie nicht kaputt kriegen.
Solange sie wächst besteht Hoffnung auf eine Heilung der Welt.
Dieses Heil-Werden, dieses Wachsen einer Blüte aus dem Unkraut, schöner als alles, was die Welt je gesehen hat, diese Revolution in Permanenz nenne ich -
Communismus.
Wer sich an ihrer Liquidierung aktiv oder passiv beteiligt ist Mitschuld am Unheil.

***

Zwei Gedichte für
das große, böse Thier

Déjà-vu

Das Streichholz flammt auf,
Dein Mund saugt den Hauch,
ich erkenne das alte Gesicht,
die vertrauten Stimmen säuseln.
Mein Hirn sagt: Es bedeutet nichts,
wenn unsere Blicke sich kreuzen.

***

Plädoyer für mehr Gedichte über Liebeskummer

Gewiss, besser wär‘s,
und lieber mir zugleich,
die glückliche Liebe zu besingen
- doch, wie jeder weiß,
verhält es sich in diesen Dingen
leider nicht immer so leicht.

Nun, wenn mir denn das Herz
im Innersten zerbricht,
wer will mir da,
und sei‘s zum Scherz,
verbieten zu schreiben ein Gedicht?
Denn Dichten, heißt es, soll man ja
über das, was wirklich wichtig ist
- also nicht über Kant
und Israel,
sondern der Liebsten Gesicht.

Gewiss, man soll ruhig auch
über die ernsten Dinge schreiben
und über die Liebe halt schweigen
- und auch ich hab‘ ja Wut im Bauch
und würd‘ mir gern den ganzen Tag
mit Marx-Lektüre vertreiben.

Doch, so sehr ich Marx auch mag,
so ernsthaft bin ich leider nicht,
und so fallen an manchem Tag
auch die unersten Dinge ins Gewicht
- ja, es scheint, als sei an diesen Tagen
mein Magen
nicht nur, verzeiht mir das geläufige Bild,
mit Brot, Wut und Maden,
sondern auch
mit Schmetterlingen gefüllt.

Mir scheint es gar als könne,
ich hoff‘, ich trag‘ nicht auf zu dick,
man unter ihrer Augen Brauen
für einen kurzen Augen-Blick
in den, wie man‘s auch immer nenne,
Communismus schauen.
Und das ist der Kunst unwürdig?

Gibt es denn in eurer Welt
nicht mehr als Maschinen und Panzer?
Geld,
Raketenturbinen und Landser?
Muss, wie der Stahl, gehärtet werden,
was anders, besser ist?
Trieb euch der überquellende, allgegenwärtige
Hass die Liebe aus?

Was soll‘s, ich sprech‘ es deutlich aus:
Wer das Dichten über Liebesnot
verbieten will,
und mich aus diesem Grunde disst,
ist entweder ein Idiot,
um den ich mich nicht kümmer‘,
oder schlimmer:
ein Faschist.
Ich dicht‘ wonach mir gerade ist!


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