Das richtige Equipment für alpine Hochtouren

Nur mit der richtigen Eisausrüstung sollte ein Bergsteiger einen Gipfel erklimmen, denn Sicherheit steht bei jedem Sport im Vordergrund. Die perfekte Kletterausrüstung beinhaltet unter anderem Eispickel, Eisschrauben, Grödel und Steigeisen, einen Kletterhelm, Gamaschen und Eisgeräte.

Grödel und Steigeisen

Steigeisen gehören bei einer Kletterausrüstung zur Grundausstattung, denn sie ermöglichen beim Klettern eine sichere Fortbewegung, und zwar sowohl auf Schnee- und Eisflächen, als auch auf Gletschern. Die Eisen sind mit Zacken versehen, wobei die entsprechende Anordnung und auch die Anzahl zwischen den verschiedenen Modellen variieren können. Handelt es sich bei dem Steigeisen um eine Ausführung mit vier bis sechs diagonalen Zacken, dann wird dieses Eisen als Grödel bezeichnet. Diese eignen sich am besten für flachere Gebiete oder auch für Altschneefelder. So genannte Leichtsteigeisen verfügen über sechs bis acht Zacken und werden für kürzere Querungen eines Gletschers genutzt. In der Regel haben die meisten Eisen zwischen zehn und vierzehn Zacken, wobei die Frontzacken beim Klettern für einen sicheren Halt sorgen. Mit Hilfe von Antistollplatten wird verhindert, dass sich unter dem Steigeisen Schnee oder Eis festsetzen können.

Eispickel

Ein Eispickel gehört prinzipiell in jede gute Eisausrüstung, denn er kann nicht nur vielseitig eingesetzt werden, sondern im Ernstfall auch Leben retten. So kann er beispielsweise als Anker dienen, aber auch als Gehstütze oder zum Sondieren. Wer sich hingegen für das reine Eisklettern interessiert, kann den Eispickel nur begrenzt verwenden, da für Steileis ein spezielles Eisgerät zum Einsatz kommen muss.

Bei der Wahl des richtigen Eispickels sollte der Kletterer darauf achten, dass der Schaft möglichst mit einer rutschfreien Griffzone versehen ist, so dass ein erstklassiger Halt gewährleistet werden kann. Obendrein muss die passende Schaftlänge gefunden werden, wobei diese mit einem einfachen Trick herausgefunden werden kann. Hält der Interessierte den Pickel am Kopf und lässt ihn an seinem ausgestreckten Arm nach unten hängen, dann sollte die Spitze des Schaftes maximal bis zum Knöchel reichen.

Kletterhelm

Egal ob beim Outdoor Klettern oder beim Hallenklettern, der passende Kletterhelm darf unter keinen Umständen fehlen, denn er schützt das wertvollste Körperteil ausreichend vor möglichen Steinschlägen oder bei einem Aufprall gegen den Felsen. Die Helme gibt es in vielen verschiedenen Größen und unterschiedlichen Designs, so dass sich für jeden individuellen Geschmack der passende Helm im Klettershop finden lässt. Besonders wichtig ist die richtige Passform, denn der Helm darf nicht verrutschen und die Sicht des Kletterers zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigen. Außerdem sollte er möglichst leicht, aber dennoch robust sein und einen Kinnriemen besitzen, welcher nicht einschneidet und einfach zu Öffnen und zu Verschließen ist.

Eisschrauben

Diese Eisutensilien gehören zu den wichtigsten Sicherungsmitteln und sie verfügen über ein sehr geringes Gewicht und lassen sich kinderleicht setzen. Positiv ist weiterhin, dass die Eisschrauben über eine sehr hohe Haltekraft verfügen.

Im Klettershop werden mittlerweile fast nur noch so genannte Rohreisschrauben angeboten, welche aus Stahl bestehen. Dennoch gibt es vereinzelt auch Modelle aus Titan oder Aluminium. Empfehlenswert sind in jedem Fall die Stahlvarianten, da diese deutlich besser eingesetzt werden können und obendrein auch länger scharf bleiben. Das etwas höhere Gewicht nehmen die meisten Kletterer gern in Kauf, denn sie setzen eher auf Sicherheit und Langlebigkeit. Im Outdoor Shop bekommt der Interessierte eine große Auswahl an verschiedenen Schraubenlängen geboten, wobei die Standardmodelle eine Länge zwischen 16 und 17 Zentimetern aufweisen.

Hin und wieder gibt es auch Schrauben, welche bereits mit einer integrierten Kurbel versehen sind, so dass sie sich sehr einfach eindrehen lassen. Diese Kurbel muss jedoch nicht zwangsläufig genutzt werden, denn sie kann bei Nichtgebrauch auch problemlos eingeklappt werden.

Eisgeräte

Eisgeräte gehören zwingend zur Eisrüstung, denn sie wurden ausschließlich für den Gebrauch beim Bergsteigen und Eisklettern konzipiert. Für den entsprechenden Umgang ist vor allem viel Übung und ein hohes Maß an Erfahrung erforderlich, was konkret bedeutet, dass der interessierte Bergsteiger in jedem Fall die Kletter- und Sicherungstechniken beherrschen muss.

Wichtig ist auch zu wissen, dass der Kletterer niemals nur ein Eisgerät bei sich tragen sollte, denn es muss immer ein Ersatz zur Verfügung stehen. Dies hat den Hintergrund, weil auch die modernsten Eisgeräte nicht unzerstörbar sind, auch wenn sie dennoch sehr robust gefertigt wurden. Es kann immer vorkommen, dass ein Teil am Gerät bricht, beispielsweise wenn sich das Eisgerät im Felsspalt verklemmt.

Aufgrund einer drohenden Bruchgefahr dürfen Eisgeräte auch keinesfalls zum Abseilen oder Sichern verwendet werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Geräte nach mehrmaligem Benutzen ausgetauscht werden.

Auch Gamaschen sollten in einer guten Eisausrüstung nicht fehlen

Diese kommen nicht nur beim Eisklettern zum Einsatz, sondern beispielsweise auch auf Wanderungen, bei Skitouren oder sogar auf Safaris. Grundsätzlich bieten sie einen hervorragenden Schutz gegen Nässe, Gestrüpp, Dornen und Schmutz, so dass ihr Einsatzgebiet sehr vielseitig ist. Zwar bieten sie keinen vollständigen Schutz gegen Zecken und andere Insekten, aber sie können durchaus hilfreich sein.

Die verschiedenen Gamaschenmodelle unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Länge, denn es gibt Schaftlängen bis zum Knöchel oder bis zum Knie. In der Herstellung wird nicht selten auf Nylon- oder andere Polyestergewebe zurückgegriffen, so dass sie ein sehr geringes Gewicht und ein ansprechendes Packmaß versprechen. Wichtig ist, dass die Innenseiten der Gamaschen mit einer wasserdichten Beschichtung versehen sind, so dass die Feuchtigkeit nicht sofort ins Innere gelangt. Obendrein sollten die Nahtbereiche zusätzlich versiegelt und die vorhandenen Reißverschlüsse abgedeckt sein.

Der Fachhandel bietet allerdings auch Modelle, welche besonders robust sind, so dass sie sich hervorragend für Hochgebirgstouren oder anspruchsvolle Wanderungen eignen. Diese Modelle werden in der Regel aus reißfesten Geweben gefertigt, wie sie unter anderem auch im Rucksackbereich ihre Anwendung finden. Um das Eindringen von Nässe und Feuchtigkeit zu verhindern, sollte der Einstiegsbereich gut abgedeckt sein. Zusätzlich befinden sich an vielen Varianten auch so genannte Sohlenriemen und Haken, welche unter und auch auf dem Schuh befestigt werden. Dies hat einen weiteren Vorteil, denn die Gamaschen sind fest fixiert und können nicht verrutschen.

Da Gamaschen bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen zum Einsatz kommen, gibt es beispielsweise Modelle mit einer speziellen Membran, welche für sehr kalte und feuchte Regionen geeignet sind. Hingegen werden in warmen und heißen Regionen, Modelle aus robusten Baumwollgeweben verwendet.