Das Buch und die Zukunft / Das alte Medium, das neue Medium

Was das amerikanische Denken nicht kapieren kann:

Es geht bei uns wieder mal um die Veränderung der Gewohnheit. Ebenso wie die Kinder früher, als es noch keine Schrift und keine Bücher gab, per verbale Übertragung informiert (= klüger gemacht) wurden, so kam es mit der Schrift und mit dem Buch dazu, sich die Infos eben selbstständig aus den Bücher zu holen. Ebenso wird es mit der Durchsetzung der neuen Technologien üblich, sich eben per Multimedia zu informieren. Da anzunehmen, dass es der neuen Methode an der Tiefe fehlt, würde besagen, man hatte die Sache nicht durchdacht. Ebenso unsinnig wäre die Aussage, das Buch hatte niemals die Tiefe der Tontafeln erreicht. Es war nämlich umgekehrt: die Buch hatte eben die Literatur `explodieren` lassen, was eben viel für ihre Komplexität (= Tiefe) beitrug.

Das meint, dass die Weisheit der Bücher tatsächlich tief und wirksam ist. Allerdings ist die Weisheit der mündlichen Übertragung auch tief und wirksam gewesen; allerdings, nicht so komplex, wie die Bücherweishet. Darum darf man annehmen, dass die multimediale Übermittlung in Bezug auf Buch an Komplexität zunimmt, dass die Bildung damit noch effizienter wird.

Das ist einfach schwach zu behaupten, Internet untergrabe das selbstständige Denken. Gegenteil ist der Fall: die Massen an Informationen, über die man verfügt, zwingt zum Vergleich, Analyse und Überprüfung der Tatsachen (die sich aus eigener Erfahrung ergeben).

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Vorteile der elektronischen Informationsaufnahme / Quelle: Wikipedia

Ganz zu schweigen davon, dass das Internet eine absolute, dabei so bequeme Versorgung mit der Information bietet. Keine Bibliothek der Welt kann da mithalten. Man darf das als der grösste Segen der Weltgeschichte sehen, wichtiger noch als die Erfindung des Feuers, wenn man jederzeit über absolut jede Information verfügen darf (was der Fall nach der Entpolitisierung der Gesellschaft sein wird). Wenn das Wissen `die Macht` bedeutet (in Einführung, weil die Macht hier nicht politisch verstanden soll), dann bedeutet das All-Wissen…

Sapienti sat, da brauchen wir nicht viel erklären.

Ja, sicher. Die Literatur, wie es sie bisher gab, werden wir in der Zukunft nicht mehr kennen. Die Literatur wird zu einem Allgemeingut. Jeder wird Literatur machen und sie in Blogs und Foren mehr so `twittern` als wirklich schreiben. Das Erzählen wird auf den nackten Kern, auf Nukleus des Sinns reduziert – ohne viele Worte, ohne viel Blabla.

Und was dann? darf man hier fragen. Das ist kein Beinbruch. Auch die frühere Literatur (Mythen, Legenden, Epen) ist untergegangen, ohne dass die Welt zusammen gebrochen ist. Man darf also mit einer absoluten Sicherheit annehmen, auch die neueste Entwicklung wird die Welt nicht zum Zusammenbruch bringen.

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