Das Buch und die Zukunft / Buch, Philosophie – und Vergänglichkeit

Das, mit dieser Überzeugung, das Buch ist ein kultiger Kulturgegenstand, darf also auf gar keinen Fall ins Vergessen geraten, das ist das gleiche Irrtum wie wenn ich behaupte, die Philosophie ist tot, und `die ganze Welt` geht auf die Matratze gegen mich, wo ich doch so einen schweren Unsinn verzapfe.

Das ist ein Irrtum ohnegleichen. Die (glanzvolle und semigöttliche) Denkkunst des Homo SS gibt es nicht mehr. Die hatte Nietzsche zur Strecke gebracht, er hatte nämlich die Denkkunst des Übermenschen erfunden: die Denkkunst des Individuums. Und das rein individuelle Denken kann man nicht mehr Philosophie nennen. Individuelles Denken liebt keine – allgemeine! – Weisheit (der Philosophie). Das individuelle Denken liebt nämlich seine Weisheit.

Darum sind diese bemühten Anstrengungen, ein allgemeingültiges (also quasi soziales) Denken zu erhalten, also die Philosophie weiter zu treiben, selbst unsinnig.

Warum soll ich das alte Denken pflegen, wo es doch ein besser funktionierendes Denken und eine höhere Logik gibt? Sobald man sich diese Frage stellt, so hat man sich der Dummheit der alten Lehren befreit, die bereits die babylonischen Tontafeln sozusagen schmückten.

Das meine ich, wenn ich vom Tod der Philosophie rede.

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