Das Beckschlager – Oldie but Goldie?

Es wird Zeit nach einem kleinen Kurzurlaub meinerseits nun endlich über das Burgerrestaurant Beckschlager zu berichten. Auf der Internetseite bezeichnet sich das Lokal als “Rock&Roll Wirtshaus”. Neben dem Schriftzug sind ein grimmig schauender Burger, ein paar Anker und Totenköpfe und darunter Blumen gemalt. Vielleicht hatte der Ersteller der Webseite gerade einen Haschburger gegessen. Sollte dies der Fall gewesen sein, muss ich leider hinzufügen, dass dieser nicht auf der Karte steht. Nun gut, die Aufmachung der Webseite ist ja kein Kriterium für die Qualität des Essens. Immerhin haben sie überhaupt einen eigenen Internetauftritt, während viele neu eröffnete Burgerrestaurants sich die Mühe sparen und einfach nur eine Facebook-Fanpage erstellen.

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Das Restaurant ist innen in grellem Grün gehalten und mit vielen Details und Nippes ausgestattet. Von Betty Boobs bis hin zu Surfbrettern und Gartenzwergen ist alles dabei. Vielleicht ist ja diese Art von kreativer Einrichtung ja “Rock’n’Roll”.

Auf der Facebookseite des Beckschlagers überwiegen die 5-Sterne Bewertungen deutlich und auch anderweitig habe ich bisher nur Positives vom Essen dort gehört. Ich selbst war schon einmal letzten Winter dort und hatte absolut nichts zu meckern. Die Karte ist verglichen mit anderen Läden riesig. Zu den Burgern kann man zwischen Salat, Coleslaw, Pommes und Süßkartoffelpommes wählen. Außerdem gibt es immer zwei Dips dazu (außer bei Salat), die man sich aus einer großen Auswahl aussuchen kann. Neben den fixen Burgerkreationen kann man sich auch selbst einen zusammenstellen. Dazu liegen Stifte und vorgefertigte Bögen immer am Tisch bereit. Es dürfen soundso viele Toppings auf den Burger, zwei Dips, eine Beilage und es gibt verschiedene Fleischpatty-Größen. Alles was man on top haben will, wird extra berechnet. So kann man beispielsweise auf 9 Euro kommen, aber auch auf 13 Euro, je nach Wahl.

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Als ich mit Freunden vor 10 Tagen dort war, saßen wir hinter dem Haus auf der Terrasse. Das Ambiente dort ist besser als vorn, da die Hauptverkehrsstraße nicht an uns vorbei lief. Wir bestellten einen Waldbeer-Margarita, welcher erst nach circa 20 Minuten kam. Das lag zu einen daran, dass der Margarita echt frisch zubereitet wurde und zum anderen, dass die Kellnerinnen nur zu zweit und demnach überfordert mit den Bestellungen waren. Unsere Bedienung war dennoch immer bemüht und sehr nett. Wegen der Unterbesetzung bekamen wir jedoch mit, dass mehrere Tische um uns herum nicht das bekamen, was sie bestellt hatten oder sogar gar nichts an den Tisch gebracht wurde, da die Bestellung offensichtlich unterwegs verloren gegangen ist. Demnach entschieden wir uns es einfach zu halten und keine eigenen Burger zu kreieren, sondern von der Karte zu bestellen. Trotzdem mussten pro Gericht die Soßen und Beilagen individuell aufgenommen werden. Wider Erwarten bekamen letztendlich alle genau das was sie bestellt hatten, nur eine von uns musste 5 Minuten länger auf ihren Burger warten als die anderen.

Mein geschmackliches Urteil wird Fans des Beckschlagers nicht erfreuen: Die Fleischpattys schmeckten nach Tiefkühltruhe. Also selbst wenn das Fleisch in Eigenproduktion vorher hergestellt worden war (wobei ich mir da nicht sicher wäre) und dann eingefroren wurde, hatte das Fett den Geschmack von Gefrierbrand angenommen. Die Brötchen waren leider industriell eingekauft und insgesamt war mir der Burger viel zu trocken. Es gab zwar einen Klecks Ketchup drauf, aber ich verwendete meine beiden Dips (die eigentlich für die Pommes gedacht waren) und kippte sie noch auf den Burger. Da würde ich mir als Gast wünschen unbegrenzt Zugang zu Soßen zu haben, wie beispielsweise bei Hans im Glück oder im O’Sheas, wo sie als Flaschen auf dem Tisch stehen. Ein Lob kann ich auf die Süßkartoffelpommes aussprechen. Diese waren wirklich lecker, dick geschnitten und gut gewürzt.

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Zuletzt wollten wir unser Essen mit EC-Karte zahlen, aber diese nimmt das Restaurant leider nicht an. Dass man nur bar zahlen kann, finde ich bei einem Lokal dieser Größe und Preisklasse echt schwach und ich hatte das nicht erwartet. Also mussten zwei von uns noch zur Sparkasse am Rathaus laufen, während die anderen quasi als Pfand auf uns warteten.

Fazit: 

Vielleicht hat das Beckschlager seine besten Zeiten hinter sich. In meiner Erinnerung gab es dort früher leckere Burger. Es könnte aber auch einfach nur ein schlechter Tag gewesen sein, da die Bewertungen insgesamt eine andere Sprache sprechen. Ich jedenfalls war enttäuscht. Da das Beckschlager eins der ersten etablierten Burgerrestaurants in Nürnberg war und sich bis heute gehalten hat, möchte man meinen, es würde sich bei der verstärkten Konkurrenz eher noch mehr ins Zeug legen. Viele andere Burgerläden bieten schließlich selbstgemachte Brötchen, selbstgemachte Pattys und selbstgemachte Soßen an. Da reichen eine große Auswahl und das Baukastenprinzip wahrscheinlich bald nicht mehr aus, um sich von der Masse abzuheben. Letztendlich interessiert mich “Rock&Roll” herzlich wenig, wenn mich das Essen qualitativ nicht überzeugt. Mit steigender Auswahl, erhöht sich eben auch der Anspruch. Daher belegt das Beckschlager für mich vorerst den letzten Platz in meinem persönlichen Burger-Ranking.

Geht doch mal rein und bildet euch selbst ein Urteil oder berichtet mir von euren jüngsten Erfahrungen.


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