Charakterfrauen auf der Bühne der Opéra national du Rhin

Saisonvorschau 2010/2011 für die Rheinoper in Straßburg Sierva Maria, Amelia, Helene, Brünnhilde, Norina, Emilia Marty, Konstanze und Ophelia – sie alle haben das Glück oder auch das Pech, Charakterfrauen zu sein. Dieser Umstand jedoch bringt sie in der neuen Saison auf die Bühne der Opéra national du Rhin, oder auch der Opéra d´Europe, wie sie seit Marc Clémeurs Leitung auch heißt. Denn der rote Faden, der durch die Produktionen läuft, schlängelt sich entlang dieser Opernfiguren, die großteils Opernliebhabern allseits bekannt sein dürften, andererseits aber erst zu entdecken sein werden. Wie zum Beispiel Sierva Maria, jenes junge Mädchen, das in „Love and other demons“ einen Pater in Liebe entflammen lässt – ein Thema, das brennender nicht sein könnte und von Peter Eötvös, einem Ungarn, nach einem Roman von Gabriel Garcia Marquez vertont wurde. Mit dieser Produktion wird die Saison 2010/2011 in Straßburg eröffnet. Es ist schon seit Jahren Usus, die erste Inszenierung der Spielzeit mit einer zeitgenössischen Oper zu bestücken. Dies, da zeitgleich das „Festival Musica“, eines der hochkarätigsten Festivals für zeitgenössische Musik, in Straßburg stattfindet, welches mit der jeweiligen Opernproduktion auch einen seiner Höhepunkte erlebt. Auch der Leoš Janáček-Zyklus wird in diesem Jahr in Straßburg mit der „Affäre Makropoulos“ fortgesetzt, in der es um die Problematik des ewigen Lebens ohne Tod geht – das für die Hauptfigur Emilia Marty letztendlich nicht mehr zu ertragen ist. Robert Carsen wird in diesem Stück die Regie führen – nach seinem fulminanten Richard III in dieser Saison kann man schon gespannt sein. Hamlet von Ambroise Thomas, mit Stéphane Dégout in der Titelrolle, verbeugt sich vor dem französischen Publikum einerseits, knüpft andererseits aber auch an die Vertonung von Sheakespearedramen an, die in Straßburg immer wieder zu hören sind. Mit David Mc Vicar ist es gelungen, einen der wichtigsten Regisseure seiner Generation für die Arbeit an der Götterdämmerung nach Straßburg zu holen. Ein Großereignis, auf das sich das OPS, das Philharmonische Orchester Straßburg unter der Leitung von Marko Letonja vorbereitet. Letonja ist dem Straßburger Orchester kein Unbekannter mehr, hat er doch schon mehrfach mit großem Erfolg mit dem Klangkörper zusammengearbeitet. Mit Verdis Simon Boccanegra unter der Regie von Keith Warner, Gaetano Donizettis Don Pasquale, inszeniert von Nicola Glück und Mozarts Entführung aus dem Serail unter der Regie von Waut Koeken stehen samt und sonders Neuproduktionen auf dem Spielplan der Rheinoper in Straßburg. Der Erfolg der „Schönen Helene“ von Jacques Offenbach, neu inszeniert in der Saison 2006/2007, der Mariame Clément geschuldet ist, geht in die Verlängerung. Für die Kinder, die diese Saison die Vorstellungen von Aladins Wunderlampe förmlich stürmten, und damit einen in Frankreichs Opernhäusern noch nie dagewesenen Erfolg bescherten, kommen Ali Baba und die vierzig Räuber von Luigi Cherubini ins Elsass. Marc Clémeurs Bestrebungen für Opernnachwuchs zu sorgen, halten also an! Die Rheinoper in Straßburg, die auch einen eigenen Tanztrupp unterhält, dessen Programm von Bertrand d´At geleitet wird, bringt für Tanzbegeisterte einen Abend unter dem Motto „Empty Spaces“ mit zwei Inszenierungen: Observation Action, choreografiert von Emanuel Gat sowie Empty House unter Johan Inger, der schon in der noch laufenden Saison mit einer Arbeit in diesem Hause vertreten war. Schwanensee, der von Bertrand d´At selbst choreographiert wird, ein russischer Abend mit „Le sacre du printemps“ von Stravinsky, „Chout“ von Prokofiev und dem „Kuss der Fee“ von Stravinsky, sowie die Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum nach der Bühnenmusik von Felix Mendessohn und der Choreographie von Mathieu Guilhaumon runden das Tanzangebot der neuen Saison ab. Wie immer widmet die Opéra national du Rhin, opéra d´europe, auch in der neuen Spielzeit drei Sängerinnen und drei Sängern je einen Liederabend – und zeigt damit, dass sich diese Tradition in Straßburg ungebrochener Beliebtheit erfreut. Vesselina Kasarova, Christian Gerhaher, Olga Pasichnyk, Pavol Breslik, Anna Caterina Antonacci und Matthias Goerne werden das Publikum mit ihren Stimmen beeindrucken. Alle diese Auftritte finden in der neuen Saison ausschließlich abends statt; ein Umstand, der noch mehr Publikum erwarten lässt. Der bisherige 10%ige Besucheranstieg aus Deutschland zeigt, dass Marc Clémeur die Öffnung seines Hauses über den Rhein hin bestens gelungen ist. Zweisprachige Ansagen, sowie die zweisprachige Übertitelung, die während jeder Vorstellung läuft, sind maßgeblich dafür verantwortlich, die sprachlichen Barrieren abzubauen und das deutschsprachige Publikum verstärkt nach Straßburg zu ziehen. Ein toller Erfolg, dessen Verlängerung vorprogrammiert scheint.

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