Brookies – wenn Brownies und Cookies sich küssen

Brookie - Brownie küsst Cookie

Wer mir bei Facebook folgt, der hat ja mitbekommen, dass Anfang letzter Woche mein Ofen kaputt gegangen ist :(. Das hat mich ja ziemlich aufgescheucht und im ersten Moment in einen akuten Panikzustand versetzt. Sobald man den Ofen anmachte, flog unsere Hauptsicherung jedes Mal raus! Da stand ich beim ersten Mal also allein zu Hause im Dunkeln und ohne Handy und musste erst mal durch die ganze Wohnung, um meine alte Fahrradlampe zum Kurbeln heraus zu kramen, damit ich überhaupt etwas sehen (und mein Handy finden) konnte.

Die nächsten Tage testeten wir systematisch alles durch. Was war noch an, als der Ofen an war? Liegt es wirklich am Ofen? Wir telefonierten viel mit meinem handwerklich sehr fitten Schwiegervater, recherchierten ausgiebig im Internet. Einfach jemanden kommen lassen wollten wir nicht. Hinterher stellt der nur fest, dass der Ofen nicht mehr zu retten ist und wir brauchen dann doch einen neuen und müssen natürlich die Diagnose auch bezahlen! Jeden Tag testeten wir vorsichtig – und jedes Mal flog wieder der FI-Schalter raus. Stirnrunzelnd suchten wir also nach neuen bzw. gebrauchten Öfen. Nur blöd, dass wir einen 50 cm breiten Standherd in unserer Einbauküche verbaut hatten. Es ist nämlich gar nicht so einfach, einen 50cm-Standherd zu bekommen, der auch zentimetergenau in die blöde Lücke passt. Davon, dass die außerdem die falsche Höhe haben und unser Standherd deswegen auf improvisierten und nicht wirklich sooo stabilen Beinverlängerungen steht, will ich nicht mal anfangen. Eine Lösung mit einem Einbauherd (standardmäßig 60cm breit) würde aber bedeuten, unsere erst im Mai komplett neu eingebaute Küche wieder auseinander zu rupfen und eine neue Arbeitsplatte einbauen zu müssen. Und so kompliziert, wie der Einbau war (unsere Küche hat wirklich keinen einzigen rechten Winkel – alles ist krumm und schief!), nein danke!

Am Samstag wollte ich den Ofen schon gar nicht mehr zum Testen anmachen. Gut, dass ich es trotzdem probiert habe, denn plötzlich ging er an – und blieb an! Meine Euphorie habe ich erst mal unterdrückt. Richtig so, denn laut meinem Schwiegervater wird es ein Kriechstromproblem sein, das wahrscheinlich durch Wasser irgendwo im Ofen (z.B. Wasserdampf oder übergekochtes Nudelwasser, das in die Lüftungsschlitze lief) in Verbindung mit porösen Kabeln, kaputten Isolierungen oder rostigen Stellen dann eine Strombrücke gebildet hat, wo keine hingehört. Das Problem überhaupt zu verorten, sei die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und jeder Zeit könne das Problem wieder auftauchen, denn behoben ist ja nichts.

Ja, ihr Lieben, wir stehen also immer noch ratlos da. Heute habe ich den Ofen dann mal getestet und ein paar Wedges fürs Abendessen darin gemacht. Er hat funktioniert! Allerdings stand ich die ganze Zeit mit dem Lappen in der Hand am Lüftungsschlitz und habe jegliches Kondenswasser dort direkt weggewischt…

Ich werde natürlich jetzt wieder versuchen, damit zu backen, bis wir eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben. Und dabei fleißiges Kondenswasserwegputzlieschen spielen.

Momentan liebäugel ich ja auch mit diesem Kombigerät – einer Mikrowelle mit Ofen drin. Das würde uns die wirklich recht beschwerliche Suche nach einem millimetergenau passenden Standherd ohne komische Abdeckung oben nämlich abnehmen. Und ganz im Ernst – wer braucht wirklich einen 60 Liter Garraum?? Ich würde mal einfach jetzt ganz steil behaupten, dass ich zu den Leuten gehöre, die viel backen ;). Und selbst ich brauche so was eigentlich nicht wirklich. Wie meine Recherchen ergeben haben, passen meisten alle gängigen Kuchenformen (bis 30 cm Durchmesser!) auch in ein Kombigerät. Gut, die Blechkuchen sind dann kleiner und in der Vorweihnachtszeit braucht man etwas länger für die Plätzchen, weil man eben nicht drei Bleche auf einmal rein schieben kann. Aber momentan hat mich die ganze Ofen-Sache schon so ausgelaugt, dass ich das einem neuen Standherd vorziehe. Ich habe einfach keine Lust mehr, mit dem Maßband durch die Elektrofachmärkte zu tingeln, die alle nur eine sehr überschaubare Auswahl an 50cm-Standherde anbieten. Damals in meinem Auslandssemester in Tokio hatten wir auch “nur” eine Mikrowelle mit Backfunktionen. Das ist in Japan auch vollkommen normal. Da hat keiner diese auf Sonntagsbraten angelegten Monsterröhren zu Hause. Mich hat das nie auch nur das kleinste bisschen gestört! Im Gegenteil, ich hab unseren Mikrowellen-Ofen (ok, und natürlich unseren programmiebaren Induktionsherd :P) heiß und innig geliebt! Kein Vorheizen nötig! Alles wird durch die Drehplatte gleichmäßig gebacken! Mehrere praktischen Backprogramme, die ein Anbrennen verhindern, weil sich die Mikrowelle nach Programmablauf natürlich selbst ausschaltet! Viel energieeffizienter und damit umweltfreundlicher, weil statt 60 nur ca. 25 Liter aufgeheizt werden müssen! Aber natürlich waren das dort auch ausgereifte Geräte, weil ja schließlich jeder so etwas zu Hause hat. Hier in Deutschland scheinen solche Kombigeräte eher eine Randerscheinung zu sein, die auch nicht unbedingt die besten Rezensionen bekommen, vor allem, was deren Backleistung angeht…

Wenn jemand von euch so ein Gerät besitzt und damit backt, wäre ich euch sehr, sehr dankbar, wenn ihr mir sagen könntet, wie ihr damit klar kommt und ob das Gerät etwas taugt!! Ich bin momentan wirklich so was von hin und her gerissen!! Einerseits möchte ich natürlich so schnell wie möglich wieder einen zuverlässigen Ofen haben, andererseits ist so eine Anschaffung ja etwas, was wohlüberlegt sein möchte…

Naja, damit solange keine gähnende Leere auf meinem Blog herrscht, gibt es heute ein Rezept, das letzte Woche als Gastbeitrag bei Lunas Philosophy veröffentlicht wurde ;). Guckt auf jeden Fall mal bei Luna vorbei – nicht nur, weil sie momentan eine total geniale Gastblogger-Reihe hat, sondern weil sie allerlei leckere Rezepte – auch von Deftigem ;) – hat und einen meiner Meinung nach einfach suuuuper-sympathischen Schreibstil hat, sodass man beim Schmökern auf ihrem Blog das Gefühl hat, als ob man gerade nett in ihrer Küche sitzt und sich dabei mit ihr verquatscht :D. Luna habe ich übrigens auch schon persönlich kennengelernt, und sie ist genau wie man sie sich vorstellt, wenn man ihrem Blog folgt <3! Pssst… Bald wollte sie mich hier in Bochum mal besuchen kommen :)!!!!!!

Achja, und drückt mir bitte alle die Daumen, dass der Ofen die nächsten Tage auch noch einen Kuchen schafft, dann gibt es auch wieder ein frisch gebackenes Rezept hier ;).

Rezept für ca. 44 Stück

Brownie-Teig:

60 g rein pflanzliche Margarine (z.B. Alsan oder Deli Reform, gibt’s in den meisten nicht-Discountermärkten), am besten auf Zimmertemperatur
75 g vegane Zartbitter-Schokolade (die meiste Zartbitter-Schokolade ist vegan, aber am besten noch mal auf die Zutatenliste gucken, Blockschokolade ist z.B. auch vegan)
3 EL Pflanzenmilch (z.B. Soja-/Reis-/Hafer-/Dinkel-/Mandelmilch)
150 g Mehl
20 g Kakaopulver, ungezuckert
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
50 g Rohrzucker
1 Pck. oder 10 g Vanillezucker

Chocolate-Chip-Cookie-Teig:

100 g Margarine
3 EL Pflanzenmilch
140 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
40 g Rohrzucker
20 Zucker
1 Pck. oder 10 g Vanillezucker
40 bis 50 g vegane Chocolate Chips (ich nehme die Herzer Schokoplättchen, gibt’s in einigen nicht-Discountermärkten) oder einfach 50 g gehackte vegane Zartbitter-Kuvertüre (z.B. Blockschokolade, einige Eigenmarken sind auch vegan, aber da am besten auf die Zutatenlisten gucken)

Brownie-Teig:

  1. Zartbitter-Schokolade schmelzen.
  2. Margarine, die geschmolzene Schokolade und die Pflanzenmilch in eine Rührschüssel geben und mit dem Handmixer mit Rühraufsatz oder mit einer Küchenmaschine mit Flachrührer so lange schlagen, bis sich
    Margarine, Pflanzenimlch und Schokolade in eine Rührschüssel geben
    Schokogemisch
  3. Mehl, Kakaopulver, Backpulver, Salz, Rohrzucker und Vanillezucker dazu geben. Beim Handmixer nun den Knetaufsatz nehmen, bei der Küchenmaschine einfach mit dem Flachrührer weiter arbeiten. Die Zutaten nur so lange verrühren, bis sich alle Zutaten zu einem Teig verbunden haben.
    Brownie-Cookies
  4. Den Teig in eine Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten bis 1 Stunde bei Zimmertemperatur (nicht im Kühlschrank!) ruhen lassen.
    Brownie-Teig ruhen lassen

Chocolate-Chip-Cookie-Teig:

  1. Alle Zutaten bis auf die Pflanzenmiclh in eine Rührschüssel geben und mit dem Handrührgerät mit Knetaufsatz oder mit der Küchenmaschine mit Flachrührer nur so lange kneten, bis sich alle Zutaten zu einem Teig verbunden haben. Dabei die Pflanzenmilch nach und nach dazu geben.
    Alle Zutaten in die Rührschüssel geben
    Pflanzenmilch nach und nach dazu geben
  2. Jetzt die Chocolate Chips bzw. die kleingehackte Schokolade dazu geben und mit einem Teigschaber unterheben.
    Chocolate Chips dazu geben
    Chocolate Chips unterheben
  3. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank 30 Minuten bis 1 Stunde ruhen lassen.
    Chocolate Chip Cookie Teig

Zusammensetzen:

  1. Den Ofen auf 155ºC Heißluft/Umluft vorheizen. Wer am Ofen keine Heißluft-Funktion hat, auf 175ºC Ober-/Unterhitze vorheizen. Mit Heißluft kann man mehrere Bleche auf einmal backen, bei Ober-/Unterhitze müsst ihr die Bleche nacheinander backen.
    Ofen_155
  2. Backblech(e) mit Backpapier auslegen.
    Backblech mit Backpapier auslegen
  3. Jeweils einen gehäuften Teelöffel vom Brownie- und vom Chocolate-Chip-Cookie-Teig abstechen.
    Brookie
  4. In der Hand zu einer Kugel rollen und sie dann platt drücken.
    Brookie Teig
    Brookie
  5. Den Brookie auf das Backblech legen. Die Brookies dann im Ofen ca. 8 Minuten backen. Brookies aufs Backblech legen

    Ich mache gerne drei 4-er Reihen pro Blech.

    Brookies

  6. Auf dem Backblech 5 bis 10 Minuten abkühlen lassen, dann auf einem Rost komplett auskühlen lassen.
    Brookies auf Rost

Nährwertangaben*:

77 kcal
1 g Eiweiß
9,2 g Kohlenhydrate
– davon 4,2 g Zucker
4 g Fett
– davon 2 g gesättigt
0,1 g Natrium

*Nährwertangaben mit Hafermilch und 50 g Chocolate Chip Cookies berechnet.


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