Böse Blicke und andere Schwierigkeiten ..

 

Hi, Leute, ich hätte da eine Frage:

Hat irgendeiner von euch das Wochenende über auch Probleme gehabt, ins Internet zu kommen? Bei mir war s so, ich konnte durchaus den Computer nutzen, sogar Musik hören, aber ich wurde jedesmal wenn ich mir eine Website ansehen wollte, “elegant” daran gehindert!

Und – ja klar, völlig typisch, wenn schon mal was nicht funzt, dann muss dass ausgerechnet an einem Sonntag sein! Aber das “beste” kommt erst noch:

Also vorhin, so gegen 12.30 h, endlich ein Techniker meines Providers zu Hause vorbeischaute, einige “wichtige” Blicke an den Computer richtete und – ehrlich(ich habs gesehen!) – ihn total böse musterte, einmal alles ausschaltete und dann wieder ein, da lief die verdammte Kiste plötzlich wieder! “Na also”, meinte er, wo soll hier ein Problem sein, läuft doch einwandfrei?”

Also, etwas schrägeres hab ich die letzten Monate über nicht gesehen ..

Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht! Ich meine, glaubt etwa jemand, ich hätte nicht auch die “üblichen Handgriffe” durchexerziert und nicht – mindestens – 10 000 x ein und ausgeschaltet? Erst nachdem ich an die ein oder zwei Stunden herum probiert hatte, rief ich die “Störungsstelle” an!

Ich bin sicher, wenn also von ihnen aus kein Fehler vorlag, dann konnte es nur mehr der “böse Blick” des Technikers gewesen sein! Anders kann man sich dass gar nicht mehr erklären! Der “arme Computer ..”

Ich meine, Leute, ihr hättet diesen Typen sehen sollen! Es muss diese Art von Blick gewesen sein, welche die katholische Amtskirche einst überhaupt erst dazu bewog, den Begriff des “bösen Blicks” einzuführen und auch zu ahnden. Okay, dass könnte ein wenig übertrieben sein, schließlich ist die Angst vor den “dunklen Mächten”, der Glaube an Hexerei und Zauberkunst innerhalb der Kultur fast aller Völker verankert und allgemeinen bekannt. Der abergläubische “böse Blick” ist geradezu “Steinalt”.

 Bereits auf den Gesetzestafeln des babylonischen „Codex Hammurabi“, wird die schadenbringende Hexerei erwähnt, und die dunkle griechische Göttin Hekate wurde mit Hundeopfern milde gestimmt. Aus der Bibel bekannt ist die Hexe von Endor (1 Samue128,3-25) oder die Anweisung, eine Hexe nicht am Leben zu lassen (Exodus 22,17). Augustinus (354-430) war von der Existenz geflügelter Dämonen und Teufel überzeugt, die in Schlafende eindrängen und Herrschaft über ihre Gedanken übernähmen. Wetterzauber, der böse Blick, Verwandlungen in Tiere und die Behexung der Feldfrüchte wären die Folgen.

Ich wette, nachdem dieser Blick ihn streifte, hat sich der “arme Kerl” von Computer sowas von ins “Tütü” gemacht, dass er seine vermutlich ursprünglichen Pläne, von wegen “heute keine Lust”, nur zu gerne wieder “cancelte” und hurtig sämtliche Programm wieder angeworfen und sich meinen Wünschen unterordnete. Ja! Was soll ich sagen, jetzt funzt s einwandfrei, da kommt man sich dann schon ein wenig doof vor – und DER Blick! Ich sag’s euch ..

Ach herrje, jetzt kommt’s mir erst: Ihr werdet euch auch denken, was quatscht denn der da für komisches Zeug? Soll das’ n Artikel sein – über was?

Gute Frage, leider fällt mir da kein passender Einwand dazu ein! Wie gesagt, der “Mann mit dem bösen Blick” kam erst vor kurzem, ich muss aber noch gleich zu meiner Schwester rüber und ihr beim Auto helfen, da sieht’s heute etwas “mau” aus, mit Artikel schreiben .. ihr seht, so hat jeder seine kleinen Problemchen.

Aber, da wir gerade die katholische Amtskirche in der “Mangel” hatten, bietet es sich geradezu an, euch folgendes zu erzählen. Vermutlich werdet ihr auch auch da kurz fragen – “was soll denn das”, es wird sich aber gleich aufhellen, also, bitte ein klein wenig Geduld.

Unser aller Vorstellung, bezüglich der Amtskirche Roms im Mittelalter, ihrer Moral und Tugend, beläuft sich heute – gemessen am historischen Kontext – auf einem durchaus gebildeten Niveau. Ich meine, die meisten wissen von der Zeit der unrühmlichen Inquisition, den Hexenverbrennungen und allerlei andere “erbrachte Leistungen”, wobei sie nicht wirklich gut da steht. Die kath. Amtskirche verlegte im ausgehenden Mittelalter, all ihre Macht und ihr Geschick, sowie ihre fähigsten Schleimer, auf ein Ziel hin gerichtet: Der Verbreitung von Wissen Einhalt zu gebieten!

Neben zahllosen Theologen und Kirchenkritikern, als auch den Begründern der modernen Naturwissenschaft, fielen dem auch Kants “Kritik der reinen Vernunft” zum Opfer, selbstverständlich auch Rousseau und Voltaire. Dazu kommen Diderot und d’Alembert, große Historiker, und eine Meute von Schriftstellernder, die man als “moderne Literaten” einordnet, stemmten sich der Amtskirche entgegen, etwa Lenau, Heine, Victor Hugo, Alexandre Dumas und Flaubert, Leopardi und d’Annunzio … usw.

Viele Freimaurer waren darunter, was man übrigens bis heute, auch von Victor Hugo glaubt.

Das war früher ein “wenig anderes”,  zu jener “dunklen Zeit”, bestand der größte Teil des Volkes aus Analphabeten und die Kirche sah gar nicht im Traum ein, warum sich das ändern sollte. Auch musste man damals noch sehr vorsichtig sein, was und WIE man etwas sagte .. gedungene Mörder gab’s im Dutzend billiger ..

Zu einer Zeit also, als die Gotik zudem noch als barbarisch galt und der Großteil der bekannten Literaten und Künstler, sich lieber mit politischen Themen beschäftigen, welche sowieso nur von der gebildeteren Schicht gelesen wurden, versuchte 1831 ein Mann, der heute zu einen der größten Romanciers der französischen Literatur zählt, einen Roman namens„Notre-Dame de Paris“, unters Volk zu bringen.

Es ist ganz und gar nicht übertrieben, diesen Mann als den “französischen Goethe” zu bezeichnen. Naja, dieser Vergleich mag ein wenig hinken, tatsächlich aber gilt Victor Hugo in Frankreich, was im deutschsprachigen Raum der “olle Goethe” darstellt – ein Schriftsteller zeitloser Literatur, den man einfach kennen muss und auch jedes Kind kennt.

„Notre-Dame de Paris“, wurde fast sofort ein unglaublicher Erfolg! Uns ist der Roman heute besser bekannt als “Der Glöckner von Notre Dame”. Die Disney Corporation setzte der Geschichte um den wollüstigen Frollo, die schöne Esmeralda und den hässlichen Quasimodo, ein weltweit bekanntes “Denkmal”.

Böse Blicke und andere Schwierigkeiten ..

Viele Leute und auch Bewunderer von Hugo denken bzw. dachten, dass er auf die Baufälligkeit der Türme hinweisen wollte. So, so, Victor Hugo als “Anwalt”der Baukunst? Eine erklärter Feind des Klerus, der stets gegen Dumpfheit im denken protestierte, soll sich also den klugen Kopf zerbrochen haben, ob der Baufälligkeit “Notre Dames?” Allerdings stimmt es schon, er hat an einigen Kampagnen mitgewirkt, die ca. ab 1845 zur Restaurierung der Türme führten ..

Kathedrale Notre-Dame de Paris

Wir sollten aber vorher einiges bedenken, bevor wir voreilig dies annehmen:

Notre Dame de Paris - aus dem Film-Klassiker

Bis heute nicht verstummt, sind auch die Gerüchte darüber, dass Hugo einer der Großmeister der Prieure de Sion gewesen sein soll, welche sich stark dem “Johannismus” zuwandten(dem Glauben, dass Johannes der wahre Messias war) . So abwegig ist das auch gar nicht, weder dass eine noch dass andere, die Annahme er sei Großmeister gewesen.

Whatever, vielleicht erhellt uns ein kurzer Auszug der Geschichte, was hier stimmt oder was nicht.

Kathedrale Notre-Dame de Paris

Auf den Eingangsstufen der Kathedrale wird 1842 ein missgestaltetes Kind aufgefunden und wird von dem vermeintlich freundlichen Dompropst aufgenommen. Dieser Junge wächst zu Quasimodo heran. Ein Buckliger, mit grotesk entstelltem Gesicht, aber einem unglaublich großem Herzen und grundehrlich, der sich aber innerhalb der Kirche verstecken muss.

Claude Frollo, der Erzdiakon der Kathedrale von Notre-Dame ist besessen von der schönen Zigeunerin Esmeralda. Diese aber liebt den Hauptmann Phöbus, einen Blender und Frauenheld. Frollo sticht seinen Rivalen Phöbus nieder. Er rächt sich an der Esmeralda für seine Zurückweisung, indem er ihr die Schuld gibt und sie der Hexerei bezichtigt. Aber er rechnet nicht mit Quasimodo, dem verwachsenen Glöckner von Notre-Dame, den Frollo selbst einst als Findelkind aufgenommen hatte.

Auch Quasimodo hegt eine aussichtslose Liebe für Esmeralda. Als sie vor der Kathedrale öffentlich hingerichtet werden soll, rettet er sie heldenmutig. Quasimodo versteckt die Zigeunerin in der Kathedrale. Aber auch das Kirchenasyl kann sie nicht schützen. Schließlich wird die Kathedrale gestürmt. Frollo bedrängt Esmeralda ein letztes Mal, aber sie verweigert sich ihm wieder, und so liefert er sie dem Galgen aus. Als er sich dann noch an ihren Todesqualen weidet, stürzt Quasimodo seinen Ziehvater zur Rache von den Zinnen. Darauf geht er an das Grab seiner Geliebten, um dort zu sterben und mit ihr zu ruhen.

Kathedrale Notre-Dame de Paris

So weit, so gut, aber was nun kommt, könntet ihr für ein wenig gewagt halten. Was haltet ihr davon?

Wenn man diese Geschichte ein bisschen entzaubert, und sie von einigen “Kleinigkeiten” und “Ausschmückungen” befreit, liest es sich nicht als wie eine perfekte “Allegorie”, wie sich die Kirche in jenen Tagen verhielt?

Die Bevölkerung wusste, wie erwähnt, kaum etwas von den wahren Zielen der Kirche und ihrer Politik. Könnte es sein, dass Victor Hugo hier einen Versuch startete, den Leuten, die “Wahrheit” ein wenig näher zu bringen? Sie damit vertraut zu machen und ihnen durch die Blume zu sagen, “liebe Leute, sperrt eure Augen und vor allem euren Verstand auf?”

Zudem, “Notre Dame” ist ja auch nicht irgendeine Kathedrale, “unsere Frau”, wie die Übersetzung lautet, und wo die Handlung spielt, ist in Geheimgesellschaften DASS Synonym für Maria Magdalena schlechthin. Überhaupt, wenn Victor Hugo Mitglied einer solchen Bruderschaft war, sollte man das offensichtliche genauer betrachten. Unter Geheimgesellschaften ist es beliebt, “Dinge” in der Öffentlichkeit, vor aller Augen zu verstecken.

De unschuldige Esmeralda, ist ein Symbol für Maria Magdalena, wenn nicht sogar, die Muttergöttin selbst. Der Domprobst, zerfressen von Gier und “Fleischeslust”, ist schon fast offensichtlich die Kirche selber. Und Quasimodo? Der Hässliche Bucklige könnte dass Synonym für die verborgene Wahrheit stehen, die zwar entstellt und hässlich, aber noch innerhalb der Kirche versteckt ist. Und auch der “Schlussakt”, wo Quasimodo den Domprobst vom Turm wirft, kann als Triumph der Wahrheit, über die Lügen der Kirche verstanden werden ..

 Kathedrale Notre-Dame de Paris

Hört sich dass abstrus für euch an? Ich find s ziemlich glaubwürdig, aber egal, ich bin jetzt erst einmal “happy”, dass der Computer anscheinend wieder tadellos läuft! Vielleicht übe ich am besten, schon mal prophylaktisch an meinem “bösen Blick”, um für zukünftige Einschüchterungen fit zu sein. Allerdings, um ehrlich zu bleiben, vermute ich dass er mich eher auslachen wird, als dass er Angst hätte .. Scheisstechnik, eingebildete .. ach, ist doch wahr –.. grummel.

Und dass kann ich ihm gar nicht verdenken, weil, als ich heute vorm Spiegel schon mal übte, bin ich selber in hysterisches Gelächter ausgebrochen. Ich meine, wenn ich mich schon selber auslache, was soll ich dann von einem “Blechtrottel” was anderes erwarten?

Böse Blicke und andere Schwierigkeiten ..<- böser Blick!