Blutzuckerkontrolle und Blutzuckermessung im Griff

Mit der Diagnose leben lernen. Jetzt bei Diabetes einfach die Blutzuckerkontrolle im Griff haben. Was zunächst schockiert, ist für mehr als 6 Mio. Bundesbürger bereits Realität. Was viele nicht wissen: Betroffene können einen (fast) normalen Alltag leben, solange sie sich an einige Regeln der Diabetes-Therapie halten.

Unter diesen ist die regelmäßige Blutzuckerkontrolle besonders wichtig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Übersicht über Ihren Blutzuckerspiegel behalten können.

Blutzucker: Was ist das eigentlich?

Glucose (Traubenzucker) ist der Treibstoff unseres Körpers: Wir nehmen sie durch die Nahrung auf und das Bauchspeicheldrüsen-Hormon Insulin transportiert sie aus der Blutbahn in unsere Zellen, wo sie zu Energie umgewandelt wird. Bei einem gesunden Menschen produziert die Bauchspeicheldrüse exakt die Menge an Insulin, die benötigt wird, um den aktuellen Blutzucker abzubauen.

Sind die Zellen bereits ausreichend mit Glucose versorgt, sorgt der Botenstoff dafür, dass überschüssiger Zucker in der Leber zwischengespeichert und bei Bedarf wieder ins Blut abgegeben wird. Auf diese Art bleibt der Blutzuckerspiegel normalerweise in einem konstanten Bereich. Bei Menschen mit Diabetes mellitus steigt der Zuckerspiegel im Blut jedoch an.

Während es sich bei Typ-1 Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt, aufgrund derer das körpereigene Immunsystem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift und so die Insulinproduktion verhindert, bezeichnet Typ-2 Diabetes (ca. 85-95% aller Betroffenen) eine Insulinresistenz. Bei Menschen mit einer solchen Resistenz kann der Botenstoff nicht mehr wirksam verarbeitet werden. Ohne das Bauchspeicheldrüsen-Hormon gelangt die Glucose nicht mehr in die Zellen, sondern verbleibt im Blutstrom - die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte. Kurzfristige Folgen eines zu hohen Glucose-Spiegels im Blut sind ein ständiges Durstgefühl, Erschöpfung und häufig ein schnell verlaufender Gewichtsverlust. Die Langzeitfolgen erhöhter Blutzuckerwerte sind teilweise sogar irreversibel:

  • Netzhautschäden durch Ablagerung von Zuckermolekülen an den feinen Kapillaren im Auge
  • Nierenschwäche durch Ablagerung von Zuckermolekülen in den Nieren
  • Durchblutungsstörungen durch Arterienverkalkung (kann in schlimmen Fällen sogar zum Verlust von Extremitäten führen)

Diabetes-Therapie: Warum Kontrolle wichtig ist

Während sich der Typ-2 Diabetes mithilfe einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung häufig umkehren lässt und nur in manchen Fällen die Einnahme von oralen Antidiabetika bzw. die Abgabe von Insulin notwendig werden, sind Menschen mit Typ-1 Diabetes hingegen ein Leben lang auf eine künstliche Insulinzufuhr angewiesen. Diese erfolgt entweder mittels eines Pens oder einer Insulinpumpe. Bei gewissenhaft durchgeführter Therapie bleiben Betroffene normalerweise von den Langzeitschäden eines erhöhten Blutzuckerspiegels verschont. Werden die Insulingaben jedoch nachlässig berechnet oder gar vergessen, besteht die Gefahr einer Überzuckerung ( Hyperglykämie) bzw. einer Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel entsteht beispielsweise durch:

  • zu kohlenhydratreiche Kost
  • chronischen Bewegungsmangel
  • körperlichen oder seelischen Stress und
  • eine zu geringe bzw. vergessene Insulingabe

Ein zu niedriger Glucosegehalt im Blut entsteht beispielsweise durch:

  • starke körperliche Anstrengung (ohne vorherige Anpassung der Insulingabe)
  • eine vergessene Mahlzeit
  • eine zu hohe Insulingabe

Wird bei den ersten Symptomen einer Unterzuckerung nicht umgehend gehandelt, kann dies ernsthafte Folgen haben, bis hin zu starken Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Menschen mit Diabetes ihre Glucosemenge im Blut regelmäßig, d.h. mehrmals am Tag, kontrollieren. Nur so ist es möglich, die Insulingaben exakt an Ihren Tagesablauf und Ihre Lebensgewohnheiten anzupassen.

Blutzuckermessung: So machen Sie es richtig

Für die Blutzuckermessung benötigen Sie folgende Utensilien:

  • 1 Blutzuckermessgerät (kann bundesweit gratis angefordert werden)
  • passende Teststreifen
  • 1 Stechhilfe

Für eine korrekte Messung mit zuverlässigen Werten, sollten Sie Ihre Hände waschen und anschließend gut frottieren, um die Durchblutung in Ihren Fingern anzuregen. Alternativ können Sie Ihren Finger auch leicht massieren. Wählen Sie weder Daumen noch Zeigefinger für die Blutabnahme und stechen Sie idealerweise seitlich in die Fingerbeere, da das Schmerzempfinden dort nicht so stark ist. Bringen Sie den austretenden Bluttropfen auf einen Teststreifen und führen Sie diesen in das Messgerät ein. Notieren Sie sich das Ergebnis der Messung inklusive Tag und Uhrzeit, damit Sie den Überblick behalten.

Grundsätzlich sollte die Messung des Blutzuckers auf nüchternen Magen, d.h. vor der ersten Mahlzeit des Tages und mindestens 1 ½ bis 2 Stunden nach jeder weiteren Mahlzeit erfolgen. Solange Ihre Werte sich im „normalen" Bereich zwischen 60 und 140 mg Zucker/ Deziliter Blut (= 3,3 bis 7,8 mmol/l) bewegen, ist alles in Ordnung. Ab einem Wert von 11,1 mmol/l ist der Blutzucker erhöht und Werte unter 3,3 mmol/l deuten auf eine Unterzuckerung hin.

Diabetestagebuch: Behalten Sie Ihre Werte im Blick

Die wichtigste Botschaft für Menschen mit Diabetes lautet: Lernen Sie Ihren Körper kennen. Nur wenn Sie wissen, wie Ihr Körper auf bestimmte Lebensmittel, bestimmte Essenszeiten, körperliche Aktivität und seelischen Stress reagiert, können Sie die Insulingaben optimieren.

Damit Sie die Übersicht behalten, sollten Sie Ihre Blutzuckerwerte grundsätzlich notieren und idealerweise in einem Diabetestagebuch dokumentieren. Sie können ein solches klassisch mit Stift und Papier führen, sich entsprechende Vorlagen aus dem Internet herunterladen, oder sich für die digitale Variante entscheiden, die alle Daten erfasst und Ihnen sogar die Auswertung abnimmt.

Ein Diabetestagebuch hat den Vorteil, dass Sie durch das Eintragen von Mahlzeiten, Messwerten und Aktionen (z.B. Stress, Sport, Feiern etc.) schneller Zusammenhänge zwischen Ihren Lebensgewohnheiten und Ihrem Diabetes erkennen und entsprechende Konsequenzen ziehen können.


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