Bewegung und Gesundheit –Tatsachen und Märchen

Kann man Schwitzen wirklich trainieren?
Hitze/Schwüle –der Schweiß fließt in Strömen. Diese Akklimatisierung dient der Kühlung des Körpers, aber dieses Mehr an der salzigen Ausscheidung ist nicht unbedingt hilfreich. Ein großer Teil des Schweißes tropft ab und kann nicht verdunsten.

Aber der Körper passt sich nach einiger Zeit an das neues Klima an und hat sich ca. 3 Wochen weitgehend akklimatisiert und bildet dann auch weniger Schweiß. Aber kann man Schwitzen wirklich trainieren? Im bestimmten Umfang kann das Schwitzen auch trainiert werden. Dabei „lernen“ die Schweißdrüsen, genau so viel Wasser abzugeben, wie auch verdunsten kann.

Unser Körper ist ein wirtschaftlich arbeitendes System: unverdampft, abtropfender Schweiß ist unnötiger Wasserverlust, den es zu vermeiden gilt. Und der „akklimatisiertem“ Schweiß enthält weniger Salz -auch hier spart der Körper. Ein gutes Training für die Schweißdrüsen ist übrigens Saunabaden.

Auch bei sportliche Betätigung stellt sich der Körper mit seinem Kühlsystem darauf ein . Sportler beginnen früher zu schwitzen und schwitzen mehr als Nichtsportler. Weil ihre Körpertemperatur aufgrund des Schwitzens langsamer ansteigt, sind sie besser vor einer Überhitzung geschützt und sie verlieren mit dem Schweiß weniger Salze.

Nach dem Essen nicht schwimmen gehen?
Jeder kennt die Regel nach dem Essen: Nach einer Mahlzeit, eine Pause von zwei Stunden einzulegen ,bevor man den Sprung ins kalte Nass wagt. Wenn man diese übergeht sollen Magenkrämpfe und der anschließende Ertrinkungstod eintreten. Man braucht auch keine Wissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen um dies zu widerlegen, denn wenn man nach dem Essen joggt fällt man ja auch nicht gleich in Ohnmacht.

Es existiert keine Verbindung zwischen dem Essen, den Magenkrämpfen und dem Schwimmen. Tatsache ist… Dass der Körper nach einer üppigen Mahlzeit müde und träge wird. Ursache hierfür ist die Unterversorgung des Gehirns und des restlichen Körpers durch Blut. Ein großer Teil des Blutes wird nämlich im Verdauungstrakt benötigt. Aber nach einem fettigen und umfangreichen Essen verspürt kein Verlangen nach Sport.

Der Körper ist nach dem Essen also nicht krampfanfällig, sondern lediglich weniger leistungsfähig. Die Ausnahme: bei Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen und besonders bei Älteren, kann die Doppelbelastung des Körpers tatsächlich zu einem Kollaps führen. Das Fazit lautet also : gesunden Menschenverstand benutzen und entscheiden, wann es ins Wasser geht.

Verbrennt man mit Joggen die meisten Kalorien?
Dass Sport und Bewegung helfen, Fett zu verbrennen und Kalorien abzubauen, ist wirklich kein Geheimnis mehr. Welche Sportarten aber die Pfunde am schnellsten purzeln lassen, darüber streiten sich die Experten. Bisher rangierten auf den vorderen Rängen der Fatburner Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren und Inlineskating.

Immer mehr Beachtung findet jedoch auch das Muskelaufbautraining. Je größer die Muskelmasse eines Menschen ist, desto höher ist nämlich auch sein Grundumsatz, also der Energieverbrauch bei ausschließlicher Bettruhe. Denn selbst ohne jegliche Bewegung verbrennt der Körper Fett, bei Männern etwa 1700, bei Frauen durchschnittlich 1100 Kalorien pro Tag. Bei Menschen, die sich nur sehr wenig körperlich betätigen und daher wenig Muskelmasse haben, liegt der Grundumsatz in der Regel deutlich niedriger als bei Sportlern, daher verbrennen sie auch im Schlaf weniger Fett.

Denn während die Muskelzellen nachts aktiv sind und Energie verbrauchen, dösen Fettzellen untätig vor sich hin. Generell kann der tägliche Grundumsatz natürlich errechnet , noch besser mittels Spiroergometrie in einem Gesundheitstest bestimmt werden. Hat man seinen Grundumsatz berechnet, weiß man, wie viele Kalorien man im Schlaf verbraucht. Da Menschen jedoch tagsüber fast ständig aktiv sind – selbst bei leichten Schreibtischarbeiten – ist der tatsächliche Energiebedarf höher als der Grundumsatz.

Für Menschen mit Schreibtischjob gilt daher die Formel Grundumsatz x 1,3, wer immerhin mäßig körperlich aktiv ist, rechnet den Grundumsatz x 1,6. Je mehr Bewegung desto höher der Energieumsatz. Abnehmen ist nur dann möglich, wenn der tägliche Kalorienverbrauch den so berechneten Energieumsatz unterschreitet und somit eine „negative Energiebilanz“ erreicht.Optimale Gewichtsregulation heißt daher ganz einfach Kenntnis des Ruhe-und Energieumsatzes, und angepasste Kalorienzufuhr. Wer normal(mehr) essen und dennoch Gewicht verlieren will, kann/muss natürlich seinen Energieumsatz durch Bewegung erhöhen. Dazu sind wiederum Ausdauersportarten empfehlenswert. Mit einer Stunde Joggen oder Nordic Walking verbrennt man etwa 500-800 Kalorien, mit Inlineskaten 380-500 und beim Spazierengehen 160-200.

Eine Reduzierung des Körperfettanteils sollte also sinnvollerweise nur durch eine Kombination aus Muskel- und Ausdauersport erreicht werden. Das Muskeltraining erhöht den Grundumsatz, das Ausdauertraining die täglichen Bewegungseinheiten und somit den Energieumsatz. Eine Besonderheit des Krafttrainings ist der hohe Nachbrenneffekt. Durch die intensive Anstrengung der Muskeln wird der Grundumsatz nachhaltig angeregt, sodass der Körper sogar im Schlaf mehr Fett verbrennt.

Dabei ist der Effekt nach einem Krafttraining in den ersten Stunden nach Belastungsende um 90 Prozent höher als nach einem Ausdauertraining. Während beim Sport selbst der Energieverbrauch bei Kraft- und Ausdauersportarten relativ gleich hoch liegt, ist hingegen der Nachbrenneffekt nach Krafttraining wesentlich höher und langanhaltender. Fazit: Wer beim Sporteln Fett abbauen will, der sollte sich im Fitness-Studio öfter auch mal an die Geräte setzen, anstatt sich nur auf dem Laufband abzustrampeln.

Sport ist Mord ? stimmt das?
Eine von Sportmuffeln immer wieder gern vorgebrachte Behauptung zur Abwehr körperlicher Betätigung. Und dann wird Churchills „No sports“ zitiert (dabei hat Churchill in jungen Jahren viel Sport getrieben), der berühmte erste Marathonläufer erwähnt, der nach seinem Lauf von Marathon nach Athen tot auf dem Marktplatz zusammenbrach.

Auch finden sich immer wieder Berichte in der Tagespresse wonach Menschen nach körperlicher Aktivität plötzlich starben. Nach verschiedenen Untersuchungen ist das Risiko eines vorzeitigen Ablebens nach Sport jedoch außerordentlich gering. Es wird geschätzt, dass in einer Gruppe von 100.000 Männern mittleren Alters jährlich sechs Todesfälle nach sportlicher Aktivität vorkommen – wobei das Risiko in der ersten Stunde nach dem Sport am größten und für Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit höher ist, als bei Menschen, die sich täglich bewegen und trainiert sind. Vergleicht man diese Zahlen mit den Todesfällen an dem Beispiel der Hausarbeit zeigt sich in einer zuletzt vergleichende Todesursachenstatistik aus dem Jahr 1995 – 6.728 Todesfälle durch „häusliche Unfälle“ und 340 durch „Unfälle bei Sport und Spiel“.

Andererseits werden durch Sport die Herz-Kreislauf-bedingten Todesfälle von 70 auf 40 pro 10.000 Personenjahre vermindert – das heißt, jährlich lassen sich in einer Gruppe von 10.000 Menschen 30 retten, wenn sie Sport treiben. Schließlich sinkt ihr Blutdruck, das Herz wird trainiert und die Blut- und Sauerstoffversorgung des Körpers wird verbessert – alles Wirkungen, die Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen und die Lebenserwartung deutlich steigern könnten. Es gibt viele Möglichkeiten- aktiv zu werden -Sport zu machen. Ganz egal ob Fußball, Tennis, Schwimmen, Joggen, Nordic Walking, Volleyball, Fahrrad oder Inline-Skating= Hauptsache primär mal Bewegung. Und: Sport macht nicht nur fit, sondern macht auch Spaß, schlank und attraktiver, was der eigenen Psyche hilft und damit der persönlichen Lebensqualität.

Sport im Alter?-nur was für Verrückte Omis & Opis?
Eine weit verbreitete und falsche Ansicht ist, das Sport und Jugend zusammengehören. Mit maßvollem Sport, oder modern ausgedrückt, mit einer angemessener Mischung aus Krafttraining, Herz-Kreislaufbelastungen und Koordinations-Bewegungsschule kann in jedem Alter noch begonnen werden. Kreislaufsystem und Muskulatur sind immer auch im hohen Alter trainierbar.

Sport kann das Altern nicht verhindern. Richtig angewendet steigert er jedoch die allgemeine Leistungsfähigkeit, verbessert die die beiden essentiellen Lebenselemente Durchblutung und Atmung ,optimiert Hirnaktivität, fördert die Vitalität und erhöht die Widerstandskraft gegen Krankheiten aller Art. Und die motorische Fähigkeiten lassen sich in jedem Alter trainieren. Tatsachen: Der Knochenabbau wird essentiell durch Krafttraining aufgehalten. Verbesserte Koordinationsfähigkeit steigert die Selbstsicherheit in Alltagssituationen, beispielsweise im Straßenverkehr/Haushalt, bleibt erhalten und die im Alter deutlich erhöhte Unfallgefahr nimmt dadurch ab. Die Vorteile des Herz-Kreislautrainings sind allgemein bekannt .Das der Hormonhaushalt reguliert wird ,die psychischen und neurologischen Veränderungen positive Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Lebensqualität haben weniger.

Wir sind seit Hunderttausenden Jahren auf Bewegung programmiert – sie ist der Grundstein dafür, dass geistige und körperliche Prozesse funktionieren. Warum aufhören im Alter!? Neuste Untersuchungen zeigten das der Organismus optimal und am effektivsten arbeitet wenn der Körper pro Woche etwa 2000 Kilokalorien durch muskuläre Mehrarbeit verbrennt, z. B. durch ca vier Stunden Radfahren oder Spazierengehen – und das zusätzlich zu den Kalorien, die er für die Abläufe des Körpers „von selbst“ verbraucht. Denn wer sich trotz aller Biokost übermäßig körperlich schont, stirbt durchschnittlich trotzdem bis zu sieben Jahre früher als ein Hobbysportler. Das zeigte ein Lebenszeitvergleich von Senioren, die sich um 1,6 Kilometer pro Tag weniger bewegten als ihre agilen Altersgenossen. Und im Rahmen der demographischen Entwicklung in den Industrieländern mit deutlichen Anstieg der `älteren Generationen´ ist der Begriff Alter neu zu definieren und damit auch die Auswirkungen auf das soziale, kulturelle und körperliche Leben und Erleben .

Autor:
Über Dr. Marco Seita
Der Arzt auf Mallorca für Ihre medizinischen Fragen und Probleme. Der Orthopäde & Sportmediziner, Facharzt Dr. Marco Seita, ist der Spezialist in Sachen Gesundheit auf Mallorca. Er deckt mit seinem eng kooperierenden Spezialisten im Praxisteam das gesamte Spektrum der Orthopädie in der Palmaclinic / Palma de Mallorca ab. Neben einem weiten Angebot konservativen Anwendungsverfahren steht auch eine Vielzahl modernster operativer Möglichkeiten auf höchstes medizinisches Niveau zur Verfügung.

Bewegung und Gesundheit –Tatsachen und Märchen
Ihr Sportmediziner und Orthopäde/Traumatologe auf Mallorca und Radfahrer Doktor Marco SEITA im Institut MediSport-Mallorca

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