Berlin Open und die Folgen

Die Berlin Open waren eine tolle Erfahrung! – Im Wertungschießen werde ich aber leider “nur” 75ter. Ich hatte gehofft, wenigstens unter die ersten 50 zu kommen. Im ersten Durchgang kann ich auch 280 Ringe schießen. Im zweiten wackele ich und bleibe neun Ringe zurück – 551 Ringe am Ende. Ein kleiner Trost: Viele sonst sehr gute Schützen aus dem NSSV bleiben zum Teil deutlich hinter mir. Und vor mir viele Schützen von nationalem oder gar Weltrang!

Zum Teil schiebe ich den leichten Einbruch auf die recht warme und stickige Hallenluft während der ersten Gruppe. Vermutlich wurde die Halle in der Nacht nur geheizt und nicht gelüftet; erst das häufige Öffnen der Türen durch die nachströmenden Besucher und Schützen sorgt später für frischere Luft. – Zum anderen muss ich die Gründe für den Einbruch auch bei mir suchen:  Es ist fast derselbe Ergebnisverlauf wie bei der Kreismeisterschaft. Ich schaffe es selten, zwei gleichwertige Runden zu schießen. Läuft der erste Durchgang gut, setze ich mich für den zweiten zu sehr unter Druck. Folge: Leistungsabfall. Läuft der erste Durchgang aber nicht gut, kämpfe ich mich im zweiten wieder hoch. Am besten wäre es wohl, niemals mit dem ersten Durchgang zufrieden zu sein …

Am frühen Sonntagmorgen dann der Second-Chance-Wettkampf. Auch hier wieder die stickige warme Hallenluft. Und eine Auflage, auf die ich noch nie geschossen habe: Wir schießen auf eine 6er Danage-Domino-Auflage, die aus fünf 40er Spots besteht, die um einen Mittelspot gruppiert sind. Wobei aber der Achterring der niedrigste Wertungsspot ist. In unserem Fall ist auf der Mitte ein Aufkleber. Es werden fünf Pfeile pro Passe auf die äußeren Spots geschossen, ein Treffer in der Mitte führt zu fünf Ringen Abzug.

Mein Visierkorn passt gut zu den normalen Spots, weil es den Ring beim Zielen genau um den Sechserring legt. Hier aber bekomme ich keine genaue Zielfixierung: Der Visierring liegt zu weit um den anvisierten Spot und mit meinem orangenen Visierpin kann ich vor dem gelb-orangen Hintergrund das Ziel nur schlecht fixieren. Ich muss ständig den Fokus des Auges verstellen. Am Ende komme ich auf 129 von 150 Ringen – Platz 74. Kein Gewinn, weder im Wertungsschießen, noch in der “Lucky-Looser-Runde”!

Für den Rest der Berlin Open bleibt also nur, möglichst viel Gewinn aus der Beobachtung der Spitzenschützen zu ziehen. Ich beobachte in der Folge im Wesentlichen die besten Recurveschützen, ihren Stand, die Haltung des Bogens und die Details beim Schussaufbau. Hieraus sammele ich mir einige Merkpunkte zur weiteren Optimierung meines Schießstils. So nehme ich mir vor, es wieder mit dem offenen, parallelen Stand zu versuchen und den Bogenarm früher durchzudrücken. Weiterhin will ich versuchen, die Bogenarmschulter tiefer zu halten und stabiler zu verankern. Dazu muss ich aber den Schultergürtel gerader zum Ziel ausrichten und eine leichte Überlage des Oberkörpers nach vorne erzeugen.

Nach der Ankunft zuhause baue ich meinen Bogen nun noch etwas um: Ich montiere die frisch beschaffte Pendelspinne mit den 24 Zoll langen Seitenstabilisatoren. Als Visierpin montiere ich das Pinvisier ohne Visierring. Mit diesen Änderungen und dem Vorhaben, meinen Schießstil über die Ferientage neu aufzubauen, gehe ich in das Training zurück.

Im Januar kommen dann der zweite Ligaeinsatz und das Turnier in Ahlten, Anfang Februar dann die Landesverbandsmeisterschaft. Mal schau’n, ob ich mit den hier beschriebenen Veränderungen meine gesteckten Ziele erreichen kann.