Bargeldloses Bezahlen: Wie sicher ist sicher?

Als Berater für bargeldloses Bezahlen wird man mit der Frage ja dauernd konfrontiert. Genaugenommen ist es in wahrscheinlich 80 Prozent der Fälle die erste Frage, die ein Kunde stellt: “Ist das Verfahren denn sicher?” So ist es für mich auch nicht verwunderlich, dass dies auch wieder mal in einem Leitartikel der Financial Times thematisiert wird. Und ich frage mich – warum ist das so? Natürlich gibt es Experten, die hochkomplizierte Kryptographie-Verfahren, wie sie in modernen Karten mit EMV-Chip eingesetzt werden, knacken können.

Auch die Sicherheitsmechanismen von kontaklosen Karten und anderen Bezahlverfahren wie dem Fingerabdruck können mit dem entsprechenden Aufwand an Technik und Expertenwissen überwunden werden. Und auch in Fort Knox kann mit entsprechendem Aufwand eingebrochen werden. Aber wenn mir jemand stattdessen lieber gleich den Geldbeutel klaut, ist mein Bargeld auch weg. Und zwar unwiderbringlich. Im Vergleich zu bargeldlosen Bezahlverfahren ist Bargeld also in ungefähr so gut gesichert wie eine Scheune mit Vorhängeschloss im Vergleich zu einer umzäunten Villa mit Alarmanlage. Und dieses rostige Vorhängeschloss kostet auch noch richtig viel Geld. Das European Payment Council hat vor kurzem errechnet, dass der Einsatz  von Bargeld die Gesellschaft ca. 0,5 Prozent des Bruttosozialproduktes kostet – das sind über zehn Milliarden Euro pro Jahr allein in Deutschland.

Trotzdem wurden mir bisher noch selten Fragen gestellt wie ”Ist Bargeld denn überhaupt sicher?” oder “Was tue ich denn, wenn ich mein Bargeld verliere? Kann das dann missbraucht werden?” Würde man das objektiv sicherste Bezahlverfahren verwenden wollen, müsste der Griff ins Portemonnaie wohl am Ehesten zielgerichtet zur Geldkarte führen. Doch diese wird nur höchst selten genutzt – der Anteil am Zahlungsverkehr liegt bei unter einem Prozent.

So stellt sich die Frage: Welchen Stellenwert hat Sicherheit beim Bezahlen in der öffentlichen Diskussion und welchen Stellenwert hat sie tatsächlich im alltäglichen Leben? Welcher Anwender ist denn bereit, für eine sichere Internetzahlung statt Nutzung der Kreditkarte oder von sofortüberweisung.de  z.B. einen erheblich sichereren Chipkartenleser für die Geldkarte zu kaufen? Dem Thema Sicherheit sollte bei der Diskussion um bargeldlose Bezahlverfahren sicher eine hohe Bedeutung eingeräumt werden - aber hat es wirklich den Stellenwert des alles beherrschenden Themas verdient? Sollte das Thema nicht auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden? In Skandinavien etwa hat man den “War on Cash” ausgerufen – und zwar im Sinne der höheren Sicherheit und der Verbrechensbekämpfung.

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