Bangkok: Ein Schwerverletzter bei erneuter Bombenattacke

Bangkok kommt nicht zur Ruhe. Am Freitag Morgen gegen etwa 01:30 Uhr explodierte eine Bombe in der Nähe der Soi Rangnam am Duty Free Komplex "King Power". Die Bombe war — ähnlich wie beim Anschlag vor dem "Big C" Rajdamri am letzten Sonntag — in einem Müllhaufen versteckt worden. Allerdings handelt es sich diesmal um eine in China gefertigte Granate vom Typ M59, während vor dem "Big C" eine in den USA erstellte Granate vom Typ M67 benutzt wurde.
Bangkok: Ein Schwerverletzter bei erneuter Bombenattacke
Wahrscheinlich detonierte die Granate an der Soi Rangnam, als sie von einem Müllsammler in der Dunkelheit aus dem Abfall gezogen wurde. Der etwa 35 bis 40 Jahre alte Mann wurde schwer verletzt in die Intensivstation des Rajvithee Krankenhauses eingeliefert. Neben schweren Verletzungen an Armen, Beinen, Brust und Kopf wurde sein linkes Auge bei der Explosion zerstört. Die Ärzte des Krankenhauses sehen seine Überlebenschancen bei etwa 10%.
Noch am gleichen Morgen kam es zu einer zweistündigen Sitzung von Entscheidungsträgern aus Polizei und Militär, bei der Untersuchungsmethoden und Maßnahmen zur Abwehr künftiger Anschläge diskutiert wurden.
Nach dem Treffen sagte Bangkoks Polizeichef Pol Lt-General Santhan Chayanont dass die Abholzeiten- und Möglichkeiten der privaten Müllsammler möglicherweise geändert werden müssten, um die Chancen zu minimieren, weiterhin Bomben in Müllhaufen und Eimern detonieren zu lassen. Des weiteren sagte Pol Lt-General Santhan, dass sich die Technik der Bombe am "King Power" Komplex von früheren Attacken unterscheide, denn diesmal sei der Sicherungshebel mit Gummibändern befestigt gewesen, die wiederum mit Benzin getränkt gewesen wären, was eine langsame Aufweichung bewirkt hätte, und somit früher oder später sowieso zu einer Detonation geführt hätte.
Der stellvertretende Ministerpräsident Suthep Thaugsuban sagte, dass auch das Verteidigungsministerium angewiesen worden sei, seine Aufklärungsarbeit zu verstärken, um die Bombenanschläge endlich zu stoppen.
Premierminister Abhisit Vejjajiva warnte vor möglichen weiteren Anschlägen in Bangkok. "Es ist offensichtlich, dass die Bombenanschläge darauf ausgerichtet sind Unruhe zu stiften", sagte Mr. Abhisit. "Eine allgemeine Beurteilung und Bewertung der Situation ergibt leider, dass weitere Bombenanschläge in nächster Zeit wahrscheinlich sind."
Der Sprecher der oppositionellen "Puea Thai Partei" — Mr. Prompong Nopparit — behauptete dagegen, dass die aktuellen Anschläge der Regierung sehr gelegen kommen würden, da sie einen Vorwand liefern würden, um den Ausnahmezustand nicht aufzuheben und weiterhin mit Hilfe von Notstandsgesetzen zu regieren.
(Quellen: The Nation, pattayadailynews.com, Bangkok Post, Fotoquelle: pattayadailynews.com)