Aufgeblasene Organisationen

Bevor die Künstliche Intelligenz in Deutschland irgendwelche Arbeitsplätze für Menschen ersetzt wird eine andere Welle durch unser Land rollen. Und die heißt "Smart + Leon" - so nenne ich sie mal.

Fangen wir in Berlin an. Nicht bei den Digital Labs und Startups. Sondern in der Bundesverwaltung. Die Bundesregierung profitiert seit Jahren von Rekordsteuereinnahmen und verplempert sie. Anstatt ihre Pflichten zu erfüllen um den Laden am Laufen zu halten und die Einnahmen von morgen zu sichern, verschleudert sie die Milliarden an ihre Günstlinge. Abwechselnd bedient sie "neue" Wählergruppen und Parteimitglieder.

Es werden Behörden gegründet, was das Zeug hält. Und da man leicht den Überblick über das Bundesdickicht verlieren kann, gründen die Minister auch Behörden, die den Zweck haben, andere Behörden zu "koordinieren". Ich kannte das vor 15 in der Landesverwaltung von Berlin/Brandenburg. Gründernetzwerke und so. Dauernd gründete sich irgendwo ein "Netzwerk", und lud zu Häppchen in einer IHK oder sonstigen öffentlichen Einrichtung ein. Gerechtfertigt wurden diese Ausgaben immer damit, dass man junge Unternehmen zusammenbringe und über Fördermöglichkeiten informieren wolle. Also, man stellte nicht nur Mittel in den Haushalt, die an Unternehmen als Kredite oder Coförderung weitergereicht werden sollten. Sie waren obendrein so komplex und bedingt, dass man zusätzlich einen Berater brauchte, der es ihnen erklärte. Und da das immer noch nicht funktionierte, machte man zusätzlich "Events". So belohnt sich die Verwaltung für ihre eigenes Versagen und das ihrer Regierung. Sylvana Koch-Mehrin hatte eine Beratung für EU-Förderung, in der sie ihr Wissen über den EU Förderdschungel einer Zweitverwertung zuführte.

Kein Mensch braucht Wirtschaftsförderungsgesellschaften etc. außer um als Standort um ansiedlungswillige Unternehmen zu werben. Das wiederum war den Angestellten von Berlin Partner und Invest-in-Brandenburg meist zu mühselig. Wowereit und Strauch kokettierten im kleinen Kreis stets damit, dass sie von Wirtschaft nüscht verstünden, aber das sei auch nicht nötig, denn man renne ihnen die Türe ohnehin ein.

Aber jetzt bin ich abgerutscht. Halten wir fest: Diesen sich selbst unterhaltenden Zirkus braucht kein Mensch.

Aber auch in den großen Verwaltungen der Aktiengesellschaften könnte es demnächst merklich schlanker zugehen. Zum Beispiel in der technischen Entwicklung.

Die Vorstellung, dass ein Autohersteller tausende von Leuten braucht, um zu beschreiben, was entwickelt werden soll, und um zu testen ob es funktioniert, ist falsch. Aber sie ist auch Realität. Zu erkennen an den in der Vergangenheit gewachsenen Koordinatorstellen. Unnötige Produktkomplexität (insbesondere die Disziplinlosigkeit bei der Vermeidung von Varianten) in Kombination mit dem Need-to-know-Prinzip ("Wir sagen dir nur, was du wissen musst.") schafft schnell Bedarf an Koordinatoren, die den Wasserkopf durchblicken sollen. Und für alles, was man schafft, braucht man irgendwann noch mehr Infrastruktur. Abteilungen, Leitende, Budgets.

Die Unterabteilungs- und Abteilungsleiter werden sich aber noch wundern, mit wie wenig Leuten die Entwicklung von Plattformen für autonomes Fahren und Infotainment im Kern braucht. Man braucht nach wie vor die Verantwortlichen die Design, Funktionen und innere Struktur vorgeben. Und man braucht die Codierter. Aber die Umwandlung des Quellendes in Objektcode, das Flachen auf die Platine und die Tests kann man automatisieren.

Aber wie gesagt: Es braucht Disziplin, Entscheidungsfreude und -sicherheit. Komplexität entsteht auch durch "Im Zweifel machen wir beides", wenn der Entscheidet nicht mehr versteht, was er entscheiden soll.

Ich bin z. B. ein Befürworter davon, Bluetooth rauszuschmeißen, wenn wir WLAN im Auto bekommen. Zuhause brauchen wir kein Bluetooth um zu telefonieren oder Musik zu hören, weil wir WLAN haben. Es ist zudem breitbanniger. Und es verbindet bekannte Geräte automatisch. Sollen Kunden ihr Smartphone (oder Smart Glass) im Auto 2x anmelden?

Ich hörte 10 Gründe, es drin zu lassen. "Oder wenigstens dieses eine mal noch drin zu lassen." Weil der Kunde es so wolle. Na klar. So wie 2008: "Unsere Kunden googeln nicht."

Aber auch in der Unternehmens-IT brauchen wir weniger Leute. Dafür mehr Kompetenz. Gott sei Dank sind diese alten SAP-Projektschlachten vorbei. Wo sich IBM und wie sie alle hießen mit ungelernten SAP "Fachberatern" ins Renne warfen und es dann nicht hinbekamen. Und dann "Schnellboote" gründeten..

Ich prognostiziere einen Personalabbau in der technischen Entwicklung von Autoherstellern von mind. 50% in den nächsten 10 Jahren allein aufgrund des beschriebenen Effekts und er Softwareentwicklung. Dazu kommen die Vereinfachungen im Antrieb, vor dem die süddeutsche Metallindustrie schon zittert.

Neue Arbeitsplätze entstehen beim Autohersteller, aber auch in der neuen Peripherie des Autos. Backendfunktionen und vor allem Datenmanagement für Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsteilnehmer.

Auch die Mentalität von Leitenden, ihre Motivation, muss sich ändern. Kopfzahlen können nicht länger das Ziel eines Leitenden sein. Sondern er sollte auf Ergebnisse verpflichtet werden und Potenziale ausschöpfen. Ich habe Zweifel, dass alle gegenwärtigen Leitenden das können oder wollen.


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