Asthma und Sport – das Eine schließt das Andere nicht aus!

In der Februarausgabe der Zeitschrift „Laufzeit“ gab es einen interessanten Beitrag zum Thema Belastungsasthma. Als direkt Betroffener sind solche Beiträge natürlich hochinteressant, da sich die Fachwelt ständig mit unterschiedlichen Diskussionen, Studien und Statements beschäftigt.

Allergische Asthmareaktionen sind ja leider überall auf dem Vormarsch. Die ganzen Allergiker, die mit entsprechendem Grauen an die anrückende Pollensaison denken, wissen wovon ich rede. Auf Grund der aktuellen medizinischen Möglichkeiten hat man aber die Reaktionen auf die Allergien heutzutage mehr oder weniger unter Kontrolle.
Was aber bedeutet dies für diejenigen die Ausdauersport betreiben?

Bei chronischem Asthma haben 90% der Betroffenen auch ein sogenanntes anstrengungs-induziertes Asthma = EIA (Exercise Induced Asthma). Eine Asthma-Variante, bei der körperliche Belastungen nach 6-8 Minuten die Atemwegsbeschwerden auslösen. Dies bedeutet, dass zu den “üblich” auslösenden Ursachen, noch die Variante Belastung hinzukommt, bzw. sogar bei unbelasteten Sportlern als Solovariante einhergeht.

Selbst Haile Gebrselassie hat dies schon leidvoll erleben müssen.

Ich möchte mich hier nicht zum Thema Asthmamedikamente im Leistungssport auslassen, sondern vielmehr Betroffene dazu animieren trotz ihres Asthmas Sport zu treiben. Heutzutage ist dies mit der passenden ärztlichen Betreuung und den Medikamenten eigentlich kein Problem. Schließlich müssen “reine” Allergiker ja auch nicht auf Sport verzichten. Die früher obligatorische „Sportbefreiung“ von heranwachsenden Asthmatikern gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Eine überwachte Einnahme von entsprechenden Dauermedikamenten, die in meinem Fall noch nicht einmal auf der Doping-Liste stehen, und eine kontrollierte körperliche Belastung führen zu einer wesentlich verbesserten Lebensqualität von Asthmapatienten.

Hierbei ist stets zu beachten, dass die Belastung immer mit entsprechender Kontrolle und Voraussicht absolviert wird. Trotzdem sollte für den Notfall ein entsprechendes Spray mitgeführt werden. In meinem Falle reicht zu 99% schon das Wissen, dass ich mein Spray dabei habe, um einen Anfall zu verhindern. Hier spielt die Psyche meines Erachtens auch eine ganz große Rolle.
Denn wer schon einmal eine richtig derbe Atemnotattacke über sich ergehen lassen musste, weiß was Angst bedeutet!
Die Benutzung meines Notfallsprays tendiert die letzten Jahre fast komplett gegen Null!
Bei den Sprays sollte man aber stets bedenken, dass diese auf Grund der Bronchien-erweiternden Wirkung fast ausschließlich auf der Dopingliste stehen und einer Meldung bedürfen.

Problematisch wird es in meinem Falle wenn zu dem „gewöhnlichen“ Asthma-bronchiale, (welches ich seit dem Zeitpunkt an dem ich intensiv Laufe und vor allem nicht mehr Rauchen ganz gut im Griff habe) zusätzliche Einflüsse auf die Bronchien einwirken. Dies kann zum Beispiel ein Infekt sein, der dann wesentlich heftigere Auswirkungen zeigt als bei einem gesunden Sportler.
Zusätzlich steigt die Gefahr bei kalter Außenluft, hoher Ozonkonzentration in der Luft, höherer Verschmutzung der Luft (unabhängig ob durch Partikel oder Gase) und bei Mehratmung durch den Sport. Hierbei bewirkt diese Hyperventilation ein entsprechendes Austrocknen der Bronchien und kann dann eine entsprechende Asthmareaktion herbeiführen.
Wie gesagt kann, muss aber nicht sein.
An manchen Tagen ist selbst mir eine relativ hohe Belastung ohne Atemprobleme möglich!

Da aber ein hohes Risiko bei maximaler Belastung immer mitspielt, halte ich mich auch fast immer dahingehend ein wenig zurück. Man muss ja nicht unbedingt alles ausreizen!

Wichtig ist für mich auf jeden Fall ganz klar festzustellen, dass ich mich auf Grund der mir gegebenen Möglichkeit meinen Sport zu betreiben, nicht als „kranken Menschen“ empfinde! Ich habe zwar hier und da ein paar Einschränkungen zu beachten, aber krank fühle ich mich nicht.
Dies war vor wenigen Jahren noch ganz anders. Der Mensch an sich weidet sich ja gerne an seinen Schwächen und Leiden. Selbstinitiative die Sache zu ändern und etwas eigenständig zu unternehmen fällt ihm sehr schwer.
Mitleid zu erhaschen ist einfacher als seinen Ar…. hochzukriegen!
Ich kann aber jeden Einzelnen nur dazu animieren sich dagegen zu wehren. Aufzustehen und gemeinsam mit seinen Ärzten einen Weg finden mit Sport sein Leben zu ändern.

Wenn ich es geschafft habe, als schwer übergewichtiger, rauchender Asthmatiker zum Ultraläufer zu werden, dann kannst Du dies schon lange!

In diesem Sinne

Keep Running
Run Happy


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