Armut: Indien subventioniert Lebensmittel

Trotz deutlicher wirtschaftlicher Erfolge in den letzten Jahren leben immer noch viele Millionen Menschen in Indien in Armut. Besonders die unteren Einkommensschichten dort sind vom Preisverfall der Indischen Rupie betroffen, da sich deshalb die Grundnahrungsmittel deutlich verteuern. Nun hat die indische Regierung Subventionen in Milliardenhöhe zugesagt.

Ganze 20 Milliarden Dollar soll das indische Subventionsprogramm für rund 820 Millionen Menschen kosten. Kritiker warnen vor der Finanzierbarkeit und sehen darin eine Wahlkampftaktik der Regierung. Immerhin leben rund 22% der indischen Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze.

Reis, Weizen & Co

Zwei Drittel der Bevölkerung sollen demnach bald ein Kilogramm Reis für drei Rupien (vier Cent) erhalten, Weizen für zwei Rupien und andere Getreidesorten für eine Rupie – insgesamt fünf Kilogramm pro Kopf und Monat. Möglich wurde dies deshalb, weil auch die Opposition angesichts der baldigen Wahlen dem Gesetz zugestimmt hat – nachdem es ganze 2 Jahre auf eine Verabschiedung durch das Parlament wartete.

Insgesamt muss die indische Regierung für dieses Subventionsprogramm rund 61,2 Millionen Tonnen an Getreide organisieren. Doch Pläne dafür existieren nicht. Ebenso bereitet die allgegenwärtige Korruption, wie auch die Ineffizienz den Kritikern der Subventionen Kopfzerbrechen. Immerhin waren bei ähnlichen, kleineren Aktionen Teile des subventionierten Getreides auf den lokalen Märkten aufgetaucht. Ganz zu schweigen davon, dass ein solch umfangreiches Aufkaufprogramm die Preise auf den regulären Märkten in die Höhe treiben wird.

Zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen

Zudem gab das indische Parlament auch weitere 30 Milliarden Dollar für Infrastrukturprojekte frei, um damit die schwächelnde Konjunktur etwas zu unterstützen. Dennoch soll das Haushaltsdefizit, so Finanzminister Chidambaram, die Marke von 4,8% des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten. Allerdings ist es fraglich, ob dies auch eingehalten werden kann.

Nötige Investitionen in die Infrastruktur wären vor allem dezentrale Getreidespeicher. Schätzungsweise 40% der Lebensmittel gehen angesichts der fehlenden Speicher und unzureichender Logistik zwischen Feld und Teller verloren. Hier wäre das Geld wahrscheinlich langfristig sinnvoller angelegt, als es für den Aufkauf von Getreide zu verwenden, von dem ohnehin nur ein Teil wirklich bei den Bedürftigen des Landes ankommen wird.


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