Aquaman

Aquaman-(c)-2018-Warner-Bros.(4)

Aquaman

6Action

Na bitte, wird doch langsam DC! Nach einer Reihe kommerziell zwar größtenteils erfolgreicher, von Kritik und Publikum aber bestenfalls gemischt aufgenommener Filme, schaffen es Warner Bros. und DC einen ziemlich ordentlichen Eintrag des Franchise in die Kinos zu bringen. Freilich sind wir vom ganz großen Wurf doch noch ein wenig entfernt, aber Aquaman schwimmt eindeutig in die richtige Richtung. Und das ist durchaus überraschend.

Die Handlung ist natürlich dünn wie Papier: Unterwasserkönigin Atlanna (Nicole Kidman) paart sich mit menschlichen Mann. Das Ergebnis ist Mischling Arthur (Jason Momoa), den die Welt inzwischen als den Helden Aquaman kennt. Intrigen unter Wasser zwingen Aquaman seiner wahren Berufung nachzukommen. Im Laufe von knapp zweieinhalb Stunden Film muss er also die Bösen in die Schranken weisen, die große Liebe seines Lebens finden (Amber Heard als Mera), sein rechtmäßiges Erbe als Unterwasserkönig antreten und für Frieden zwischen Land und Wasser sorgen.  Jede Menge Raum für Action-Tam-Tam also.

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Hier ist wahrlich nicht alles Gold was glänzt. Jason Momoa zum Beispiel bietet eine völlige out-of-Character-Präsentation der Titelfigur. Jeder der schon mal einen Aquaman-Comic in der Hand hatte, weiß wovon die Rede ist. Das ist freilich nicht seine Schuld und er macht das Beste daraus, was wohl möglich war. Allerdings sieht er mit trockenen Haaren wie Nickelback-Sänger Chad Kroeger auf Steroiden aus, was einem schon mal den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher entlocken kann. Auch bewegen sich die Kostüme in dem Film zwischen durchaus gelungen und schlechter Erinnerung an die Power-Rangers-Serie der 90er Jahre. Darüber hinaus leidet der Film – wie eindeutig alle DC-Streifen der letzten Jahre – an überlangen Actionszenen samt unübersichtlicher CGI. Ja, weniger ist oft mehr. Das müssen wir noch üben.

Auf der Haben-Seite hat der Film dafür auch einiges von dem was das Franchise bisher so sträflich vermissen ließ: Eine Prise leichten Humor – und eine gute Portion Herz. So gibt es nicht nur eine nett erzählte Liebesgeschichte zwischen Aquaman und Mera, sondern auch eine besonders berührende zwischen Aquamans Eltern zu sehen. Kitschig, das ja. Aber auch schön. Am stärksten ist der Film darüber hinaus immer dann, wenn er ins Fantasy-Genre gleitet. Sei es jetzt bei der an Indiana Jones erinnernde Suche nach dem sagenumwobenen Dreizack von Atlantis, oder bei wüsten Kämpfen unter Wasser auf übergroßen Seepferdchen und Haien in Eisenrüstungen. Das macht einfach Spaß und ist überaus gelungen umgesetzt. James Wan ist ein äußerst fähiger Regisseur, der schon in vielen Genres punkten konnte. Bei Aquaman hätte man insgesamt zwar ein wenig straffen dürfen, aber auch hier präsentiert sich der Regisseur als versierter Handwerker. Die Cast ist mit Patrick Wilson, Willem Dafoe und Dolph Lundgren bis in die Nebenrollen überaus prominent und sympathisch besetzt. Vor allem von Lundgren und Dafoe wünscht man sich mehr Präsenz im nächsten Teil. Insgesamt darf man also sagen: Aquaman ist ein nettes Fantasy-Märchen zur Weihnachtszeit. Er erfindet zwar in keinster Weise das Rad neu, aber schwimmt durchaus im guten Mittelfeld des Ozeans der Superheldenfilme. Für DC ein großer Fortschritt. Hoffentlich weiter so.

Regie: James Wan, Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick, Will Beall, Darsteller: Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, Nicole Kidman, Dolph Lundgren, Filmlänge: 143 Minuten, Kinostart: 21.12.2018

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Autor

Benedict Thill

Schon als Kind sah er sich am liebsten heimlich Horrorfilme an und hat seitdem einen Schaden weg. Wenn er nicht gerade Schundfilme schaut, schreibt er Theaterstücke für Kinder und Jugendliche, die dann auch regelmäßig aufgeführt werden. Kein Scherz.


 

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