Amazon Kindle Fire

Amazons eBook Reader haben mittlerweile Kultstatus erlangt. Der erste Kindle wurde rechtzeitig zu Weihnachten im November 2007 vorgestellt. Die Kernaufgabe bestand bis zur 4. Generation, die im September 2011 zum Verkauf angboten wurde darin, elektronische Bücher, sogenannte eBooks, PDF-Dokumenten und anderweitigen Text-, Grafik oder Bildinhalten in guter Qualität wiederzugeben. Eine neue Displaytechnologie, das sogenannte elektronische Papier oder auch oftmals E-Ink genannt (für elektronische Tinte) weist einige Besonderheiten auf. Die angezeigten Bildinhalte sind bistabil, was bedeutet, dass auch ohne oder mit sehr wenig Stromverbrauch das angezeigte Bild aufrechterhalten werden kann. Dadurch haben die mit jeder Generation kompakteren Kindles mit Monochromdisplay eine Akkulaufzeit von mehreren Tagen über Wochen bis hin zu einem Monat. Nun wird der Nutzungsbereich mit einer neuen Produktpalette deutlich erweitert. Der Kinde Fire und das Kindle Fire HD warten mit TabletPC-typischer Medienkompetenz und einem aktiv beleuchteten Farbdisplay auf und steigen somit in den Bereich der multimedialen Alleskönner ein.

Amazon Kindle Fire

Es kursierten ja schon seit Anfang August diesen Jahres Gerüchte auf Mashable.com und weiteren auf IT-Technik spezialisierten US-News-Tickern, die besagten, dass Amazon an einem Kindle-Ausleger arbeitet, welcher über typische Table-PC-Funktionen verfügen sollte. Die Bedienung über ein Touch Display ist zwar nichts neues, dies wurde mit dem 2011 vorgestellten Kindle Touch bereits in ein Modell eingeführt, wohl aber ein LCD-Farbdisplay mit klassischer aktiver Hintergrundbeleuchtung.

Anfang Oktober diesen Jahres initiierte Amazon in den USA eine offensive Werbekampagne, bestehend unter anderem aus einem eine Minute langen Werbefilm. Unter dem Titel „Something New“ zeigt Amazon Verwendungszwecke für das neue Kindle mit dem fulminanten Namen „Fire“. Auf der deutschen IT-News-Seite Golem.de kann man sich diesen Film in voller Länge anschauen. Die Gerüchteküche verlagerte sich nunmehr nach Europa. Niemand bezweifelte, dass Amazon das Kindle Fire weltweit verkaufen würde, mit Terminen zum Start hielt Amazon sich aber dezent zurück. Erst kürzlich wurde auf Amazons Website veröffentlicht, dass ein Verkaufsstart des I-Pad-Konkurrenten zum 25. Oktober 2012 geplant sei. Man kann bereits jetzt vorbestellen, die Geräte werden dann in Reihenfolge der eingehenden Bestellungen bearbeitet.

Es kann also, je nach Nachfrage, noch einige Wochen länger dauern. Mit 159€ für die Version mit 1024×600 Pixeln Auflösung und 199€ für das Kindle Fire HD mit 1280×800 Pixeln Auflösung bietet Amazon zu überschaubaren Preisen weit entwickelte und multifunktionale Tablets an, die neben der souveränen Widergabe von Medieninhalten aller Art auch die Aufgabe haben, Google, Apple und Co. Das Fürchten zu lehren.

Das dürfte sogar gelingen, bei Apple zahlt man für ein Tablet mit vergleichbarer Ausstattung mindestens 100€ mehr. Das Kindle Fire könnte sich als preiswerter Allrounder darstellen, da es neben den Multimediafunktionen eines Tablets, wie zum Beispiel dem Abspielen von Filmen und Musik, dem Surfen im Internet und dem Speichern größerer Datenmengen, auch die typischen Kindle-Funktionen beherrscht. Das auf Android basierende Betriebssystem bietet des Weiteren viele individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Denjenigen, die dieses Gerät ausschließlich zum Lesen benutzen wollen, sei gesagt, dass die Akkulaufzeit mit maximal 9 beziehungsweise 11 Stunden eben tabletypisch ist und nicht an die Betriebszeiten der Kindles mit E-Ink-Display heranreicht.

Nicht zuletzt ist dies auch dem deutlich größeren Funktionsspektrum zuzuschreiben. Ein großer Vorteil des LCD-Displays ist, dass es auch im Dunkeln uneingeschränkt nutzbar ist, wohingegen E-Ink Immer einer externen Beleuchtungsquelle bedarf. Außerdem wird das Gerät durch zahlreiche Multimediafunktionen zum abwechslungsreichen Wegbegleiter für Freizeit und Reise. Zurzeit soll es in Deutschland nur die Versionen mit 7 Zoll (17 cm) Display geben (siehe technische Daten unten). In den USA gibt es bereits eine Version mit 8,9 Zoll Display, welche dadurch unmittelbar in Konkurrenz zum Apple Ipad gelangt.

Kindle Fire (HD)

  • Display: 7 Zoll LCD
  • Auflösung: 1024×600 (1280×800, 720p)
  • Audio: Stereo (Dolby Audiosystem)
  • Konnektivität: WLan (Dualband WLan)
  • Speicher: 8GB (16GB oder 32GB) intern
  • Cloud: Kostenlos und unbegrenzt für Amazoninhalte
  • Maße: 189mm x 120mm x 11,5mm (192mm x 137mm x 10,3mm)
  • Gewicht: 400 Gramm (395 Gramm)
  • Prozessor: Dual-Core 1,2 Ghz
  • Akkulaufzeit: max. 9 Stunden (max. 11 Stunden)
  • Web: Amazon SILK
  • Betriebssystem: Android-basierend
  • Bedienung: 2-Punkt-Touch (10-Punkt-Touch)
  • Preis: 159€(199€)
  • Quelle: Amazon.de

Kindle Touch:

  • Display: 6 Zoll
  • Auflösung: 167 PpI (Pixel per Inch)
  • Audio: Stereo
  • Konnektivität: WLan
  • Speicher: 4GB intern
  • Cloud: Kostenlos und unbegrenzt für Amazoninhalte
  • Maße: 172mm x 120mm x 10,1mm
  • Gewicht: 213 Gramm
  • Akkulaufzeit: max. 2 Monate
  • Web: Beta, WebKit-Browser (Eingeschränktes Surfen möglich)
  • Bedienung: Multi-Touch
  • Preis: 129€
  • Quelle: Amazon.de

Das Kindle Fire hat zwar ein etwas kleineres Display als das Apple IPad 2 und besitzt keine Kamera, ist jedoch auch deutlich günstiger und für den Alltag handlicher. Fotografieren mit einem Tablet hat sich in der Praxis auch eher als Notlösung herausgestellt. Bei der Akkulaufzeit nehmen sich die Tablet-Geräte mit Farbdisplay nicht viel. Viel mehr als 10 Stunden schafft niemand. Ganz anders hingegen das klassische Kindle-Touch mit Monochrom Display und E-Ink.
Die mediale Kompetenz des Kindle Fire ist erheblich gesteigert worden. Es kann alle gängigen Audio- und Videoformate abspielen. Der Browser ist eine komplette Neuentwicklung. Der auf allen Kindle Fire installierte SILK-Browser lädt häufig besuchte Seite in der Cloud vor, sodass sie dem Nutzer in Zukunft etwas schneller parat stehen. In einem Interview mit Amazon Entwicklern auf Netzwelt.de werden die Vorzüge verdeutlicht: Das Cloud-Accelerated Browsering hat den Vorteil, dass die Daten im deutlich leistungsfähigeren Cloud-Server vorbereitet werden können und in appetitlichen Häppchen an das Kinde Fire übertagen werden, sodass der Seitenaufbau beschleunigt und der Stromverbrauch gesenkt werden.

Fazit: