Am Rand-Roma in der Stadt

Nach einem Gottesdienst der mich sehr bewegte,  möchte ich diesen Blogbeitrag noch einmal aktualisieren. Ich bewundere Menschen die ihr Leben in den Dienst der Benachteiligten stellen.

Dez25von Xeniana

romaEin Bild dreier Kinder , ärmlich gekleidet löste einen Meinungsaustausch auf finbarsgift blog  aus. 

Ist jeder seines Glückes Schmied? Kann ein Leben in Armut selbst gestellte Aufgabe innerhalb einer angenommenen Reinkarnation sein? Ist es vielleicht schon Sinn eines solchen Lebens uns aufmerksam zu machen? Ich schreibe darüber, weil diese Diskussion mich immer noch umtreibt.

Eines Tages, es war Winter, ein eisiger Wind fegte um Haus und Garten, läutete es an unserer Tür. Wir saßen alle gemeinsam (was  selten ist) am Mittagstisch, bei Rouladen und Semmelknödel, auch das eine Seltenheit. Ich ging zur Tür,  um zu öffnen. Auf der Treppe lächelte mir ein Mütterchen entgegen, mit tief zerfurchtem Gesicht, unschwer als Angehörige der Roma zu erkennen. Sie hielt mir eines dieser Schilder entgegen, laminiert, dass ich nicht lesen wollte.

Ich ließ sie ein. Organisierte Bettelei ist ein Dilemma, letztens Endes unterstützt man damit die Falschen. Sie saß auf der Stufe im Korridor und weinte. Mein Mitleid reichte nicht aus sie bis ins Wohnzimmer zu lassen. Ja ich hatte Befürchtungen. Um so erstaunlicher, als ich auf meiner ersten Rumänienreise  1986 allein in einerRomasiedlung nicht die geringste Angst hatte. Ich wurde gastfreundlich aufgenommen. Fast 30 Jahre später, überwog nicht mehr die Anteilnahme, eher das Pflichtgefühl gepaart mit Vorsicht.

Nun  schäme ich mich noch immer,  nicht für das  was ich tat, vielmehr für das was ich dachte.

Wir gaben ihr etwas vom Mittagsmahl und Dingen nach denen sie zeigend fragte.Strumpfhosen, Jacke, Lebensmittel packten wir in eine Tasche, wohl wissend das es uns noch einige Besuche anderer Familienmitglieder einbringen würde. Vielleicht hatte die Ähnlichkeit mit einer alten Rumänin damals in Deva meine Empathiekräfte angerührt. Es war in den Neunzigern als ich auf einer zweiten Rumänienreise, bei der ich auch  allein unterwegs war, eine Zugfahrt erlebte die unvergessen blieb. Vielleicht hatte auch der Besuch der Roma Siedlung  Spuren hinterlassen. Damals war ich 18 und vom Anblick dieser Armut geschockt.

Die Stelle in Deva(der Grund meiner 2. Rumänienreise), Arbeit mit  Kindern, traute ich mir nach einem Bewerbungsgespräch nicht zu.  Vielleicht bewundere ich deshalb Menschen wie Jenny Rasche oder Ida Kelarova.

Wo fängt mein  Mitleid an, wo hört es auf?  Ist wirklich jeder seines Glückes Schmied? Die Roma(die hier in der Stadt Zuflucht gesucht hatten) wurden damals zurückgeschickt. Laut Tageszeitung gab es für  sie hier keine Optionen  auf ein menschenwürdiges Dasein.



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