Alabama Shakes: Express yourself

Alabama Shakes: Express yourselfAlabama Shakes
„Sound And Color“

(Beggars Group)
Sie haben es also wieder geschafft: Die Alabama Shakes sind eine Band, für deren Sound Attribute wie „organisch“ und „analog“ erfunden wurden, hier brummen die Röhren, schnalzen die Relais, sind Rückkopplungen, Verzerrungen und Grundrauschen willkommene Klangkomponenten, die anderswo eifrig weggebügelt werden. Eigentlich müsste es jedem die Schamesröte ins Gesicht treiben, der sich hier mit dem bloßen Download zufrieden gibt, denn wenn es je eines Argumentes für das gute alte Vinyl bedurft hätte, dann ist es eine Platte wie diese. Eleganz, Perfektion und Brillanz sind keine Argumente, mit denen man den Vieren aus Athens kommen muss, auch „Sound And Color“ knirscht, quietscht, kracht und pfeift an jeder Ecke und mutet so wie ein großer Dampfkessel an, der den Überdruck nur mühsam unterm Deckel halten kann. Drunter brodelt eine ziemlich explosive Mischung aus Rootsrock, elektrischem Blues, Funk und Soul, ein Dutzend Songs zwischen Grenzbereichen und der Zuhörer muss sich nicht schämen, dem Ganzen mit verdrehten Augen, aufgerissenem Mund und abgespreizten Fingern zu folgen – der Sound zwingt zu expressiven Bewegungen, Stillehalten gänzlich unmöglich.
Ganz erstaunlich, was der gerade mal knapp dreißigjährige Gitarrist und Produzent Blake Mills den Alabama Shakes noch an Reserven entlocken konnte: Schon „Don’t Wanna Fight“ pumpt spannungsgeladen und dabei durchaus sehr jetztzeitig, „Gimme All Your Love“ gibt anschließend den abgedrehten, leidenschaftlichen Percy Sledge in einer Art ‚weird version‘, zunächst als roughen R’n’B, später mit Beat und ganz viel Schmackes. Brittany Howards Stimme wandert stets am oberen oder unteren Limit, unterstützt von einer kraftvollen Backgroundgruppe, ein bisschen Prince, ein bisschen Outkast, immer am Anschlag. Später dann erstklassig wippender Motown-Soul („Guess Who“) und punkiger Garage-Rock („The Greatest“), die 60er und die 70er werden zu gleichen Teilen beliehen und auch das wütende Klagen von „Miss You“ und die Morricone-Gitarren bei „Gemini“ hat man natürlich irgendwo schon mal gehört. Sie machen vieles und was sie machen, machen sie (gewohnt) gut. Nenn es Super-Retro, letztendlich ist der Name völlig egal, solange es ihnen und uns solch einen Spaß macht. http://www.alabamashakes.com
03.05.  Berlin, Astra Kulturhaus
Der komplette Stream des Albums steht momentan bei NPR bereit.

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