5 Dinge, die jeder über low-carb Diäten wissen sollte

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low-carb diätenViele behaupten, dass ketogene Diäten, sprich niedrig in Kohlenhydraten, der einzig gute Weg sind um gesund zu bleiben. Es gibt sogar einige innerhalb der Paleo-Community, die behaupten, Kohlenhydrate seien schlecht und “toxisch” für den Körper. Weiterhin wird behauptet, dass unsere Vorfahren wenig Kohlenhydrate zu sich genommen haben und Fette und Proteine viel besser sind. Aber stimmt das auch?

Viele schließen sich Trends an und recherchieren selbst wenig. Trotzdem sollte man immer noch bedenken, dass Diäten niedrig in Kohlenhydrate nicht grundlos in Therapien eingesetzt werden. Für manche ist es lebensnotwendig.

Hier sind 5 Dinge, die jeder über low-carb Diäten wissen sollte.

  • #1: Paleo ist nicht gleich low-carb und ketogene Diäten sind definitiv nicht unsere Standard-Diäten, wie viele behaupten

Manche Paleo-Fanatiker behaupten, dass unsere Vorfahren nur wenig Kohlenhydrate zu sich genommen haben. Ketose ist deshalb die “Norm”, so heißt es.  

Diese Behauptungen sind einfach nur falsch. Die meisten Studien haben gezeigt, dass Jäger und Sammler 30-40% ihrer Kalorien durch Kohlenhydrate bekommen haben. Der Bereich kann zwar zwischen 3-50% liegen, je nachdem welche Bevölkerung untersucht wurde und in welchem Breitengrad sie lebten. Die einzigen paläolithischen Gesellschaften, die weniger als 20% Kohlenhydrate zu sich nahmen, waren die, die in isolierten geografischen Gebieten lebten, wo Gemüse, Obst und stärkehaltige Nahrungsmittel nicht verfügbar waren.

Jedoch haben diese Gesellschaften trotzdem versucht Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Ein Beispiel ist der Stamm der Inuit. Nach Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine Ketose aufgrund von einem hohen Proteingehalt in der Diät der Inuit eher unwahrscheinlich wahr.

Natürlich waren die früheren Diäten immer noch ärmer in Kohlenhydraten als das, was uns beispielsweise von der USDA vorgeschrieben wird. Die aktuellen Vorschriften besagen, dass 45-65% unserer Kalorien aus Kohlenhydraten kommen sollte. Trotzdem waren diese “Ur”-Diäten nicht ketogen (~<15% der Kalorien). Es gibt eigentlich keine Beispiele von Stämmen, die sich über einen längeren Zeitraum ketogen ernährt haben und auch nur sehr wenige Beispiele von kohlenhydratarmen Diäten. Dass wir  zu einer ketogenen Diät geschaffen sind, ist also fragwürdig.

  • #2: Low-carb Diäten sind sehr effektiv in bestimmten Situationen

Low-carb Diäten können in bestimmten Situationen wie zum Beispiel bei bestimmten Krankheitsbildern sehr effektiv sein. Unter anderem: 

  1. Alzheimers
  2. Epilepsie
  3. Fettleibigkeit
  4. Diabetes (Typ 1 UND 2)

Es gibt Fälle von Patienten, die sich über Gedächtnisverluste beklagten. Weil Alzheimers im frühen Stadium verdächtigt wurde, wurde eine ketogene Diät als Lösung vorgeschlagen. Das Krankheitsbild wurde nicht nur komplett umgedreht, Patienten haben sogar von einem besseren Gedächtnis profitiert! 

Aber nur weil ketogene Diäten in bestimmten Situationen gut sind, heißt das nicht, dass diese langfristig positive Effekte haben. Obwohl die Studien in diesem Feld noch relativ dünn sind, haben einige gezeigt, dass sich ketogene Diäten negativ auf die Darmflora auswirken können. Eine andere Studie hat gezeigt, dass eine Diät niedrig in “microbiota-accessible carbohydrates” (bedeutet soviel wie Kohlenhydrate, die von der Darmflora verwertet werden können) entzündlich wirken kann.

Diese “microbiota-accessible carbohydrates” befinden sich in vielen Früchten, Hülsenfrüchten und Nüssen und werden von unserer Darmflora viel besser absorbiert. Diese Ballaststoffe befinden sich in Lebensmitteln, die niedrig bis moderaten Kohlenhydratgehalt haben . Diese Lebensmittel sind jedoch typischerweise kein Teil einer ketogenen Diät.

  • #3: Natürliche Kohlenhydrate wirken sich auf den Körper anders aus als verarbeitete Kohlenhydrate 

Wie schon gesagt, haben die meisten paläolithischen Gesellschaften etwa 30-40% ihrer Kalorien durch Kohlenhydrate gewonnen. Diese Kohlenhydrate kamen von stärkehaltigen Knollen, Pflanzen und Früchten und in manchen Fällen sogar von Honig. Es gibt manche Stämme, wie die der Kitava, Okinawans und Tukisenta die sogar 70-95% ihrer Kalorien durch natürliche Kohlenhydrate gewonnen haben.

Obwohl sie sich von so vielen Kohlenhydraten ernährt haben, konnten sie Krankheiten wie Diabetes oder Herzerkrankungen nicht aufweisen. Außerdem waren sie schlank und fit. Also, warum sehen wir dann keine Probleme in diesen Populationen, obwohl Kohlenhydrate anscheinend doch so schlecht sind?

Der Grund ist, dass es einen Unterschied zwischen natürlichen und bearbeiteten Kohlenhydraten gibt. Es kommt also vielmehr auf die Qualität und nicht die Quantität der Kohlenhydrate.

  • #4: Manche reagieren besser auf eine low-carb Diät als Andere 

Manche mögen langfristig gesehen von einer kohlenhydratarmen Diät profitieren. Das heißt aber lange noch nicht, dass dies der Fall für jeden ist. Ärzte haben mir berichtet, dass einige ihrer Patienten keinen Unterschied bemerkt haben und sogar Schaden von einer kohlenhydratarmen Diät davon getragen haben.

Für die low-carb Fanatiker da draußen: Was ist wahrscheinlicher? Dass diejenigen, die von einer kohlenhydratarmen Diät nicht profitieren, keine Anweisungen befolgen können oder das ganz einfach eine low-carb Diät nicht für jeden geeignet ist? Das kannst du dir ja denken.

  • #5: Nur weil eine low-carb Diät einen bestimmten Zustand gebessert hat, heißt das nicht, dass zu viele Kohlenhydrate diesen Zustand verursacht haben 

Es ist wahr, dass low-carb/ketogene Diäten effektiv sind wenn es zu Diabetes Typ 2 kommt. Aber das bedeutet nicht, dass zu viele Kohlenhydrate zu Diabetes geführt haben. Es ist möglich und sehr wahrscheinlich, dass eine Ernährung von zu viel bearbeiteten Kohlenhydraten (zum Beispiel in Zucker und Mehl) zu Diabetes beitragen kann. Aber ich habe noch nie über eine Studie gelesen,  die von Diabetes im Zusammenhang mit natürlichen Kohlenhydraten berichtet. Jedoch gibt es Studien, die eine Ernährung von vielen Früchten mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Diabetes korrelieren.

Es sollte auch bedacht werden, dass jede Studie, die Vorteile einer Paleo Diät in Krankheiten wie Diabetes gezeigt hat, moderate und nicht niedrige Kohlenhydratmengen benutzt hat.

Schlusstrich: 

Wie du hoffentlich mitbekommen hast, sind ketogene oder low-carb Diäten gut in bestimmten Situation. In jeder Situation und für jeden sind diese Diäten auf keinen Fall. Auch unsere Vorfahren haben sich nicht von wenig Kohlenhydraten ernährt, aber von natürlichen Kohlenhydraten.

Jetzt will ich von dir etwas hören. Hast du Erfahrungen mit low-carb/ketogenen Diäten gemacht und falls ja, wie waren sie? Gebe deinen Kommentar ab!


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