18. November 2010, ZeitTerror, 5.50 Uhr

Kaffee, Zigarette, 5.38 Uhr, das Haar sitzt, liegt am Gel, das kann ich nicht mal richtig platt liegen, 5.39 Uhr, Gott, das war eine ganze Minute, schrecklich, sollte da etwas mit meinem Zeitempfinden nicht stimmen, vermute schon länger, von Außerirdischen entführt worden zu sein, die an meiner inneren Uhr gebastelt haben, da plagen mich diese Erinnerungen an die, ich muss mich unterbrechen, schaue zur Uhr hin, 5.41 Uhr, Gott, was passiert hier mit mir, treibe ich direkt auf einen Zeitfall zu, das Haar sitzt übrigens noch immer, wollte eigentlich über die Terrormeldungen schreiben, denn immerhin muss ich morgen Abend zur Lesung nach Frankfurt, da wird doch nichts passieren, ich sollte Fulda nicht verlassen, Fulda steht bestimmt auf keiner Liste, nicht mal auf der von Terroristen, 5.43 Uhr, bei dem Wort Lesung hämmert es mir in den Kopf, du liest heute Abend mit Alban Herbst, telefonierte deshalb gestern noch mit S.B. von den Kulturmaschinen, klingt ja wie ein Text über einen Agenten, ich sollte Fortsetzungsromane schreiben, mit viel Titten und Waffen drin, 5.44 Uhr, die Kopfhaut juckt, so, besser, wo war ich, ach ja, bei all den Terrorwarnungen, was wollen die überhaupt von uns, können die nicht den Mond bekriegen, besser noch den Mars, ich denke, der Mars wäre ein lohnenswertes Ziel, außerdem hat sich der Mars unlängst kritisch zum Koran geäußert, das flüsterten mir die außerirdischen Entführer ein, 5.46 Uhr, so eine Minute ist ein Fliegendreck, ein Nichts, ich hasse so eine Minute, die verrinnt, da hat man kaum ein Wort geschrieben, da ist sie schon verronnen, abhanden gekommen, die alte Sau, die soll mir mal unter die Augen kommen, die verfluchte Drecksminute, dann kann sie sich auf ein paar Ohrfeigen gefasst machen, schlagt die Zeit, wo immer ihr sie trefft, werdet zu Zeitterroristen, sprengt die Uhren, das wäre doch mal etwas, 5.48 Uhr, trinke einen Schluck von meinem Kaffee, würde auch gerne mal eine Zigarette rauchen, 5.49 Uhr, werde ich auch tun, wir lesen uns, liebe Leserinnen und Leser, bis bald, besuchen Sie mich in diesem Zeittheater.



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