136. Kronendichters letztes

Der “Kronendichter” Wolf Martin hört auf (für Deutsche: die Neue Kronen-Zeitung, genannt “Krone”, ist Österreichs BILD). 28 Jahre lang hatte er in dem Blatt ein tägliches Gedicht publiziert, oft zur klammheimlichen Freude mancher Leser. Die Presse zitiert:

Im Jahr 1994 wählte er etwa den 20. April, also den Geburtstag Adolf Hitlers, um zu reimen: “Ich feiere, wenn man mich läßt, heut jenes Adolfs Wiegenfest, der einst in unserm schönen Land an allererster Stelle stand” – um schließlich in der letzten Zeile anzumerken, dass es ihm um den früheren Bundespräsidenten Adolf Schärf gehe. Ein anderes Mal fiel ihm zu diesem “großen Tag” ein: “Ihm seis zur Ehre, uns zum Heil: ‘Taxi orange’, der II. Teil!”

Martin hatte sich vor seiner “Krone”-Karriere als Sozialist, Kommunist und Homosexuellen-Aktivist versucht.

Hier Text und Würdigung in der “Krone”

Hier findet man neben einer Kronen-Strophe Beispiele österreichischer Volksdichtung, beides zum Thema Elfriede Jelinek



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